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Von Pfingstreitern zu Grabe getragen

Bad Kötztinger nahmen Abschied vom langjährigen Rittteilnehmer Otto Gerstl sen. Der 93-Jährige war der Tradition eng verbunden.
Von Johann Fischer

Vier Pfingstreiter in ihrer Tracht geleiteten den Sarg mit der sterblichen Hülle von Otto Gerstl senior.
Vier Pfingstreiter in ihrer Tracht geleiteten den Sarg mit der sterblichen Hülle von Otto Gerstl senior. Foto: Johann Fischer

Bad Kötzting.Nach dem Requiem am Freitagnachmittag für den im 93. Lebensjahr verstorbenen Austragslandwirt Otto Gerstl sen. in der Stadtpfarrkirche fand auf dem Neuen Friedhof die Beisetzung statt. Viele Pfingstreiter hatten sich dort schon in ihrer Tracht eingefunden, um dem langjährigen Rittteilnehmer neben dessen trauernden Angehörigen die letzte Ehre zu erweisen. Die Pfingstreiter Willi und Josef Schedlbauer sowie Dr. Karl Rabl und Thomas Miethaner eskortierten den Sarg zum Grab.

Hier sprach zunächst Stadtpfarrer Mader die Gebete. Als Vorsitzender des Pfingstrittkomitees trat dann Bürgermeister Markus Hofmann vor und hielt eine Traueransprache. Er brachte zum Ausdruck, dass Trauer, verbunden mit großer Dankbarkeit, alle hier Anwesenden heute am Grabe eines verdienten Mannes, des Landwirtes und langjährigen Mitglieds im Pfingstritt-Komitee, Otto Gerstl sen. erfüllten. Bedingt durch die Familientradition war er von klein auf dem Pfingstbrauchtum eng verbunden. Insgesamt 64 Mal ist er mit nach Steinbühl hinausgezogen, um das Pfingstgelöbnis zu erneuern. Zuletzt wurde er dafür im Jahre 1997 mit dem Ehrenband für seine 60-jährige Rittteilnahme ausgezeichnet.

Im Jahre 1977 wurde er als Zugordner in das Pfingstritt-Komitee berufen. „Der Erhalt und die Bewahrung der Pfingsttradition war ihm eine selbstverständliche Verpflichtung“, führte der Rathauschef aus. Die Pflege des Pfingstbrauchtums beschränkte sich nicht nur auf die jährliche Wallfahrt nach Steinbühl – er beteiligte sich mit seinen Pferden auch an den Umritten in den Nachbarorten, wie beispielsweise beim Martiniritt in Miltach oder beim Leonhardiritt in Furth im Wald.

Trauergemeinde

  • Pfingstbraut:

    Auch seine Pfingstbraut von 1953, Hildegard Liebl, verheiratete Frauenreuther, zusammen mit ihrem Sohn Markus sowie die Pfingstbraut von 2019, Ramona Seiderer, mit Eltern und Bruder Johannes, hatten sich auch unter die Trauergemeinde gemischt.

  • Pfingstbräutigam:

    Der Pfingstbräutigam von 2019, Patrick Aschenbrenner, und die Begleiter hatten sich bei den Pfingstreitern eingereiht. Enkel Michael Gerstl stand am Grabe seines Großvaters.

Mit Stolz fungierte er im Jahre der Stadterhebung 1953 als Pfingstbräutigam und freute sich, dass seine Söhne – Karl im Jahre 1981 als Brautführer und Josef als Pfingstbräutigam 1994 – und sein Enkel Michael 2019 als Brautführer die Familientradition fortsetzten. So war er auch dem weltlichen Pfingstbrauchtum besonders verbunden und hat sich als langjähriges Mitglied im Burschenverein ehrenvolle Dienste erworben. Bei seinem 65-jährigen Jubiläum als Pfingstbräutigam vor zwei Jahren war es ihm auch ein besonderes Anliegen, soweit es die Gesundheit zuließ, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. In seinem hohen Alter fuhr er sogar noch in der Kutsche beim Pfingstfesteinzug mit.

„Otto Gerstl sen. schloss sich im Jahr 1948 dem 1. FC Bad Kötzting an und war damit nach 72 Jahren Zugehörigkeit dessen ältestes Mitglied“, führte danach FCK-Ehrenvorsitzender Wolfgang Ludwig aus. Im Dezember 2018 sei dieser vom Bayerischen Landessportverband für seine langjährige Mitgliedschaft mit einer Ehrennadel zusammen mit einer Urkunde ausgezeichnet worden. Als letztes Zeichen des Dankes und der Wertschätzung legte Ludwig ein Bukett nieder. (ksm)

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