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Exkursion

Von Samenklenge und Zapfenpflückern

Wqaldmünchener Waldbesitzer waren zwei Tage auf Informations- und Naturerlebnisfahrt. In einer Baumschule erfuhren sie Neues.

Thomas Rütinger stellte den Waldbesitzern den Betrieb und die Samenklenge vor. Foto: Ruhland
Thomas Rütinger stellte den Waldbesitzern den Betrieb und die Samenklenge vor. Foto: Ruhland

Waldmünchen.Wer mit der Waldbesitzervereinigung Waldmünchen (WBV) auf Reisen geht, kommt angefüllt mit Informationen und vor allem vielen Eindrücken aus der Natur wieder nach Hause. Ergänzt wird das Ganze dann noch durch die Gesellschaft mit Gleichgesinnten, so dass sich ein harmonievolles Erlebnis ergibt.

Für Programm und Organisation des Zweitagesausflugs hatte WBV-Geschäftsführer Siegfried Gschmack, Sorge getragen, wofür ihm Vorstand Josef Liegl dankte. Erstes Ziel war Miltenberg am Main, wo die Ausflügler von Thomas Rütinger, Leiter der Pflanzenabteilung der Baumschule Steingaesser, empfangen wurden. Neben der Besichtigung der Baumschulanlagen war es vor allem die Samenklenge, an der die Besucher viel Neues erfuhren. Rütinger erläuterte Gerätschaften und Nutzung der Räumlichkeiten in der seit 1815 bestehenden Firma. Dabei wurde auch klar, dass der Wortteil „Klenge“ von klingen kommt, das entsteht, wenn Samen in ihren unterschiedlichen Fruchthülsen reif sind. Rütinger erklärte die Ernte der Früchte von Waldbäumen, für die es bestimmte forstliche Vorgaben gibt. Die Besucher erfuhren vieles über die gefährliche Arbeit der Zapfenplücker, die Tannen, Fichten und andere zapfentragende Bäume besteigen und auch, dass die Zapfen grün geerntet werden. In der Samenklenge werden sie getrocknet, springen auf, die Samen fallen auf einen Boden ein Stockwerk tiefer, wo sie eingesammelt werden können.

Da Samen unterschiedlich schwer sind, sind auch die Preise unterschiedlich hoch, so Rütinger. Während ein Kilo Eicheln rund acht Euro kostet, kann die gleiche Menge Douglasiensamen schon 1000 Euro kosten.

Die Firma verkauft aber nicht nur die Samen, sondern zieht aus diesen auch Pflanzen, die sie auch verschickt. Im historischen Biergarten mitten im Gelände der Firma wurde dann Mittagsrast eingelegt, danach war die Gruppe zu einer Mainschifffahrt eingeladen. Rütinger hatte mit den Besuchern auch eine kleine Stadtrundfahrt durch Miltenberg gemacht, so dass der erste Ausflugstag nur Höhepunkte hatte. Weiter ging es in den Steigerwald bis nach Augsfeld bei Hassfurt. Dort wurde übernachtet und der nächste Tag gehörte voll der Natur. Gewandert wurde ins Steigerwaldzentrum, wo die Gruppe vom stellvertretenden Landrat Oskar Ebert begrüßt wurde. Er ist auch Vorsitzender des Trägervereins, der das Steigerwaldzentrum betreibt. Das Herz jedes Waldbauern schlug höher, als sie erfuhren, dass das komplette Areal mit drei Gebäuden aus heimischem Holz, vorrangig Buche, erstellt worden ist.

In der Ausstellung erfuhren die Besucher die Entstehungsgeschichte wie auch die Intention der Nachhaltigkeit, die sich durch die ganze Anlage zieht. Für die Waldbauern war auch die Tatsache interessant, dass in dem Zentrum verschiedenste Gruppen zu Schulungen zusammenkommen können.

Nach einem Mittagessen mitten in den Weinbergen mit einem herrlichen Ausblick in die Mainregion ging es schließlich noch zu einem Höhepunkt im Steigerwald, zum Baumwipfelpfad. (wir)

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