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Wirtschaft

Vorzeige-Azubi der Maurer

Christoph Billmeier arbeitet bei der Firma Heimerl in Schönthal. Er betreibt einen Instagramkanal für Azubis im Baugewerbe.
Von Martin Hladik

Christoph Billmeier ist im dritten Lehrjahr bei Heimerlbau. Er kümmert sich auch um einen Instagram-Kanal des Baugewerbes.Foto: Hladik
Christoph Billmeier ist im dritten Lehrjahr bei Heimerlbau. Er kümmert sich auch um einen Instagram-Kanal des Baugewerbes.Foto: Hladik

Schönthal.Ein kleiner Medienstar ist er schon. Christoph Billmeier gerade 19 geworden und demnächst im dritten Lehrjahr Maurer-Azubi bei der Firma Max Heimerl in Schönthal: Er ist Hauptdarsteller auf einem Werbevideo der Firma. Er betreut mit vier anderen Azubis den Instagram-Kanal mit dem Namen „bausquad“, der über 1300 Abonnenten hat. Dafür dreht er alle zwei Wochen ein kurzes Filmchen von der Arbeit oder aus der Freizeit. Er baut am Lehrlingshaus der Firma in der Nähe von Wackersdorf mit und als Belohnung hat einen Monat lang den BMW 116i des „Azubi des Monats“-Projektes gefahren.

„Das macht schon Spaß“, sagt Christoph Billmeier. Tatsächlich lässt sich der Azubi zu keinem Zeitpunkt des Gesprächs anmerken, das ihn der ganze Rummel um seine Person und seine Ausbildung zum Maurer etwas ausmachen würde. Im Gegenteil: Er erzählt, dass er sich jedes Mal darauf freue, seine anderen Instagramer der „bausquad“ zu treffen, mit denen er seit März die Social-Media-Kampagne des Baugewerbes mit Leben füllt.

Begeistert vom Hausbau

Vier Wochen BMW-Fahren gab es als Belohnung für Christoph Billmeier. Hier zusammen mit Firmenchef Max Heimerl, Obermeister Anton Baumer und Petra Weinberger, Geschäftsführerin der Bauinnung.
Vier Wochen BMW-Fahren gab es als Belohnung für Christoph Billmeier. Hier zusammen mit Firmenchef Max Heimerl, Obermeister Anton Baumer und Petra Weinberger, Geschäftsführerin der Bauinnung.

Begeistert ist er auch von dem Azubihaus, das derzeit ausschließlich Lehrlinge in Wackersdorf in der Nähe von Schwandorf errichten (wir berichteten). Billmeier dazu mit Begeisterung in der Stimme: „Auf die sechs Wochen lernst du mehr, als auf das ganze Jahr!“

„Natürlich tauchen Leute wie der Christoph immer wieder auf“, begründet der Obermeister der Bauinnung Anton Aumer, die Vielzahl der Auftritte von Billmeier bei Aktionen der Bauinnung. Das habe sich so ergeben, sagt er und erzählt, dass er zuerst den Imagefilm der Firma Heimerl gesehen habe, in dem Billmeier in Dialekt und sehr authentisch erzählt, warum es für ihn toll ist, Maurer zu sein.

„Danach wollen alle Maurer werden“, lobt sein Chef Max Heimerl die Wirkung der Firmenimagekampagne, die zusammen mit der Waldmünchner Agentur QXXQ gestaltet wurde. Der Imagefilm hat den Obermeister so begeistert, dass er Christoph Billmeier ansprach, sich an der Azubi-Kampagne bausquad des Baugewerbes zu beteiligen. 20 von fünf Bewerbern wurden ausgewählt und jetzt ist Christoph Billmeier seit März Influencer auf Instagram.

„Wir müssen unseren Beruf positiv darstellen“, sagt Obermeister Aumer. „So etwas wie das Lehrlingshaus oder die bausquad hilft uns!“ Die jungen Leute bewegten sich in den sozialen Medien, und könnten auch dort erreicht werden. Christoph Billmeier pflichtet bei. Mit über 1300 Abos seit März laufe der Kanal gut.

Die Azubi-Kampagnen der Bauinnung

  • Bausquad:

    Seit März gibt es die Nachwuchswerbe-Kampagne auf Instagram. Als „bauSquad“ (gemeint ist ein Team) berichten fünf Auszubildende über ihren Alltag auf der Baustelle, im Unterricht und am Feierabend. Christoph Billmeier ist einer von fünf Auszubildenden aus ganz Bayern. Die Kampagne soll Jugendliche aber auch Eltern ansprechen und über Vergütung, Tätigkeitsstrukturen und Karrierechancen im Baugewerbe informieren.

  • Lehrlingshaus:

    Das Lehrlingshaus in Wackersdorf ist ein Projekt der Firma Heimerl. Angefangen von der Berechnung und dem Einkauf der Materialien sowie dem Zeitmanagement bis hin zu den Maurerarbeiten, liegt alles in der Verantwortung der fünf Auszubildenden.

  • Best Car:

    Mit der Aktion Best Car ist eine Aktion der Bau-Innung Cham. Herausragende Leistungen von Azubis werden damit belohnt.

„Es ist eine andere Generation, die anders angesprochen werden will“, sagt Firmenchef Max Heimerl und hat gleich ein dickes Kompliment für seinen Azubi: „Mauerer ist der ideale Beruf für Christoph. Du hast Talent und es macht Dir Spaß!“

„Wir müssen um Mitarbeiter werben. Das bleibt unsere große Aufgabe für die nächsten Jahre“, sagt Heimerl. Die meisten Neueinstellungen gebe es aber weiterhin durch Mundpropaganda: „Ein Mitarbeiter kenne jemanden, der einen neuen Job sucht und spricht ihn an“, sagt Heimerl. Wogegen sich der Firmenchef aber deutlich verwahrt, sind Prämien und Antrittsgelder für neue Mitarbeiter. „So machen wir uns gegenseitig kaputt“, sagt Heimerl.

Zufrieden mit Lehrlingszahlen

Derzeit wird überall über den Nachwuchsmangel geklagt. Auch in der Baubranche. Eine Nachfrage dazu beantwortet Obermeister Aumer überraschend positiv. Es werde im neuen Berufsschuljahr wieder möglich sein, zwei Klassen des Baugewerbes in Furth im Wald zu beschulen. Genaue Zahlen könne er noch nicht nennen, aber „bis jetzt sind wir zufrieden“ mit der Lehrlingssituation. Auch Max Heimerl sagt, dass er seine Quote von zwei Auszubildenden pro Jahr halten könne. Im Gegenteil, heuer stelle er ausnahmsweise sogar drei Auszubildende ein, weil sich das durch Zufall so ergeben habe.

Zum Schluss gab es noch ein Lob des Obermeisters an das Unternehmen Heimerl. Solche aktive Unternehmen mit Aktionen wie dem Lehrlingshaus brauche die Bauinnung. Der Einsatz helfe allen weiter. „Wichtig ist, dass die Firmen selber was tun!“

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