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Wintersport

Wärme blockiert die „Schneefabrik“

Die TV-Skiabteilung hat den Lifthang in Althütte mit Schneelanzen und einem neuen Schlittenlift aufgerüstet und wartet nun sehnsüchtig auf Frost.
Von Wulf Hiob

  • Thomas Kreuzer erklärt den Mechanismus des neuen Schlittenlifts, mit dem dieser die „Zipfelbobs“ samt Fahrer ans Seil nimmt.Fotos: Hiob
  • Drei Schneelanzen sollen den Lifthang beschneien, aber noch fehlt es minimal an der Kälte.
  • Eigene Technik für die Wasserversorgung der Beschneiungsanlage
  • Franz Kistler demonstriert, wie die Schneelanzen mit geringem Aufwand gedreht, angehoben oder gesenkt werden können.

Waldmünchen.„Wenn‘s bloß niad so warm wär“, stöhnt Thomas Kreuzer am Lifthang in Althütte und schaut sehnsuchtsvoll nach oben, ob sich am Horizont nicht endlich richtiger Frost zeigt. Die Wärme ist relativ, denn das Thermometer zeigt Temperaturen leicht unter dem Gefrierpunkt an. Aber das reicht noch nicht, um die neuen Schneelanzen auf dem Hang in Betrieb zu nehmen. Dort liegen nur noch kümmerliche Reste vom Schneefall Anfang Dezember.

Zwei Versuche mit „Kanonen“

Es schmerzte die Verantwortlichen der TV-Skiabteilung um Thomas Kreuzer, wenn der Lift an den Weihnachtsfeiertagen stillstand, weil die weiße Pracht fehlte. Deshalb spielten sie schon seit langem mit dem Gedanken, da etwas zu verändern. Vor über zehn Jahren haben sie einen ersten Versuch mit einer Schneekanone gestartet und im vergangenen Winter haben sie es nochmals probiert.

Das klappte einigermaßen und so machten sie sich im Frühjahr an die Planung, kamen dabei schnell zur Entscheidung, anstatt Kanonen drei Schneelanzen zu verwenden, mit denen sie den Hang gleichzeitig an drei Punkten beschneien können. Im Zuge der Planung entstand zudem die Idee, zusätzlich einen Schlittenlift aufzubauen, der parallel zum bestehenden alten Skilift verläuft.

Investition von 300 000 Euro

Als die Planung konkreter wurde, ergab sich nach und nach ein Gesamtbild an Maßnahmen, die sich auf eine die Investition von rund 300 000 Euro summierten, so Thomas Kreuzer. Antrag auf Fördermittel wurde gestellt, so dass auf die Betreiber-GbR etwa 200 000 Euro entfallen. Bereits beim früheren Liftbetrieb war die TV Skiabteilung zu einem Drittel beteiligt. Dazu sind drei weitere Gesellschafter im Boot, die größtenteils die Grundstückseigentümer sind.

Bei der Umsetzung des Projekt haben alle richtig Gas gegeben, damit der Betrieb vor Beginn der Weihnachtsferien starten kann. Das haben sie zwar geschafft, aber dann hat sie Petrus ausgebremst: Bei Plus-Graden können sie keinen Schnee machen.

„Technik-Meister“ Franz Kistler hat sich mit der Materie näher befasst und sagt, „normalerweise brauchen wir vier Grad minus“. Es ginge unter Umständen auch schon bei minus zwei, aber da müsste die „Feuchtkugel“ stimmen, d. h. Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einem genau definierten Verhältnis stehen.

An den Mannen der TV-Skiabteilung liegt es also nicht, dass auf dem Hang noch nicht gefahren werden kann. Sie stehen Stand-by und können sofort loslegen, wenn der Frost kommt. Einheimische wie Urlaubsgäste warten darauf, die Skier anzuschnallen. Allerdings musste der ab 2. Januar geplante Skikurs in Althütte abgesagt werden .

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