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Natur

Wald-Verein kennt die Kräuter

40 Interessierte wurden von Maria Müller in das Geheimnis zahlreicher Kräuter, deren Geschmack und Wirkung eingeweiht.

Maria Müller erklärte die „Unkräuter“ hier das Schöllkraut und begeisterte die Teilnehmer.
Maria Müller erklärte die „Unkräuter“ hier das Schöllkraut und begeisterte die Teilnehmer.

Hohenwarth.Am Samstagnachmittag fanden sich 40 Mitglieder des Wald-Vereins und der Freunde der Natur am Parkplatz des Feuerwehrhauses ein, um an der angekündigten Kräuterwanderung teilzunehmen. In Fahrgemeinschaften wurde nach Eggersberg bei Lohberg gefahren. Dort begrüßte Organisator Josef Pritzl vom Vorstandsteam die Teilnehmer aus Hohenwarth, Kameraden vom Wald-Verein Lohberg und besonders die Leiterin, Kräuterexpertin Maria Müller aus Lohberg.

Sie zeigte sich hocherfreut über das rege Interesse. „ Ich zeige ihnen heute Pflanzen, die man im Garten normalerweise ausreißt und als Unkraut bezeichnet. Die sind meistens hoch dosierte Vitaminspender sowie Heilpflanzen. Sie wirken nicht von jetzt auf gleich, aber gezielt eingesetzt, helfen sie bei vielen Krankheiten. Es wäre mein Ziel sie heute anzuregen, bei ihrem nächsten Spaziergang das eine oder andere Kräuterchen mit heim zu nehmen und daraus einen Tee, eine Tinktur oder nur eine Zutat für Salat, Suppe oder Eintopf zu machen“, so die Expertin.

Bei der zweistündigen Führung auf dem naturnahen Rundwanderweg bekamen die Teilnehmer das Schöllkraut – eine gelb blühende, bitter schmeckende Pflanze zu sehen. Durch sie wurde Albrecht Dürer von Malaria geheilt. Als Tinktur können auch Warzen behandelt werden. Der Weißdorn ist ein Herz-Kreislaufmittel und stärkt den Herzmuskel. Das Frauenmanterl ist dem Planeten Venus zugeordnet und wirkt sich positiv auf Frauenkrankheiten aus.

Blutwurz als Blutstiller

Der Tropfen inmitten des Blattes wird als Himmelswasser bezeichnet. Die Blutwurz ist allen als wohlbekömmlicher Schnaps bekannt. Aber hier darf nur die Wurzel verwendet werden, diese ist auch ein wunderbarer Blutstiller. Die allseits bekannte Brennnessel hilft bei Rheuma und Gicht. Schon Pfarrer Kneipp verordnete Kuren mit Brennnesseltee. Die „Feuerpflanze“ lockert und düngt aber auch den Boden und ist für die Natur von großer Bedeutung. Das Zinnkraut, auch Schachtelhalm genannt, gehört zur Familie der Farne, und ist ein Energielieferant und gut für die Gelenke. Ein Vollbad im Sud, den man aber vorher 30 Minuten köcheln lassen muss, wirkt Wunder.

Der Gundermann ist eine magische Pflanze, mit ihrem herzhaft würzigen Geschmack kann sie in Eintöpfe, Suppen oder Quark ein besonders Geschmackserlebnis hervorrufen. Hier durfte sich jeder an einer kleinen Kostprobe laben. Maria Müller hatte einen Kräuterdip mitgebracht, der vorzüglich schmeckte. Beim Wegerich werden dreierlei, der Spitz -, Breit- und Mittelwegerich unterschieden. Besonders gut hilft der Breitwegerich bei Fußbeschwerden. Ein paar Blätter davon in den Schuh gelegt, schon kann weitergewandert werden.

Beim Waldmeister ist bereits seit dem 9. Jahrhundert die Bowle bekannt. Auch als Tee wirkt er beruhigend und erleichtert Geburtsschmerzen. Kein Unkraut, sondern die Apotheke Gottes, ist der Holunder. Von ihm können alle Teile verwendet werden. Die Blüten, Blätter und Beeren helfen als Tee, Küchel, Gelee, Sekt, und natürlich als Schnaps.

Lindentee für Kinder

An der Linde des Haberlhofes, die einige 100 Jahre alt und als Naturdenkmal ausgezeichnet ist, endete die Wanderung. Die Blätter der Linde sind herzförmig, als Tee zubereitet wirken sie schweißtreibend und können auch kleinen Kindern bedenkenlos gegeben werden. Maria Müller musste während der Führung viele Fragen beantworten und war überwältigt über das Interesse. Josef Pritzl lud sie zum Stammtisch des Wald-Vereins am 15. Juni zum Thema Leben im früheren Dorf ins Gasthaus Klier ein. (kha)

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