MyMz
Anzeige

Waldbauern warnen vor Borkenkäfer

WBV und AELF Cham raten zu schnellem Handeln. Sonst droht eine Plage.
Maria Frisch

Bohrmehl am Stammfuß. Dieser Baum ist nicht mehr zu retten. Foto: Hupf
Bohrmehl am Stammfuß. Dieser Baum ist nicht mehr zu retten. Foto: Hupf Foto: Martin Hupf

Lam.Die Trocken- und Hitzephasen seit 2015 sowie Sturmereignisse und der Schneebruch im vergangenen Jahr haben zu einer extremen Vermehrung der Borkenkäfer geführt. Die Käferholzmengen sind auch im Bereich der Waldbauernvereinigung Lamer Winkel von Jahr zu Jahr gestiegen. Seit Mitte Mai kann man den vermehrten Stehendbefall beobachten. Deshalb sollten in diesen Tagen unbedingt alle Waldbestände nach frischem Bohrmehl an Fichten abgesucht werden.

Unter den Borkenkäfern ist der Buchdrucker der Gefährlichste. Der Befall muss frühestmöglich entdeckt werden, denn nur dann kann der Waldschutz gelingen. Der Buchdruckerbefall lässt sich aktuell am Auswurf braunen Bohrmehls erkennen, das in etwa wie Schnupftabak aussieht und sich am Stammfuß, in Rindenschuppen, Spinnweben und auf Bodenpflanzen sammelt. Ist das Mehl zu sehen, wurde der Harz-Abwehrmechanismus der Fichte vom Borkenkäfer überwunden und der Baum ist nicht mehr zu retten. Das Trügerische zu diesem Zeitpunkt ist, dass befallene Bäume mit grünen Nadeln im Kronenbereich gesund erscheinen. Verfärben sich später im Sommer die Baumkronen rot, ist es für eine Käferbekämpfung aber schon zu spät.

Entdeckte Käferbäume sollten mit Sprühfarbe markiert werden, damit sie auch später noch leicht erkennbar sind, schnellstmöglich geschlagen und alles bruttaugliche Holz – auch Gipfelholz und größere Äste – sofort aus dem Wald geschafft werden.

Das Sägerundholz kann in aller Regel leider nicht rasch genug ins Sägewerk abgefahren werden. Das befallene Holz muss aber unbedingt raus aus dem Wald, der Mindestabstand zum nächsten Fichtenwald sollte 500 Meter betragen. Diese im Lamer Winkel sehr seltene Anforderung erfüllen die beiden Zwischenlagerplätze der WBV Lamer Winkel.

Die Einlagerung auf diesen beiden Lagerplätzen wird vom Freistaat gefördert. Die Einlagerung in die WBV-Zwischenlager macht aber nur Sinn, wenn die Borkenkäfer im Wesentlichen noch nicht ausgeflogen sind. Weiterhin darf nur unentrindetes und unbehandeltes Holz ins Lager. Interessierte mit Waldbesitz in den Gemeinden Arrach, Hohenwarth, Lam und Lohberg sollten sich beim WBV-Büro unter (09943)943604 melden. Der Holztransport per Lkw wird im Bedarfsfall von der WBV organisiert. (kli)

Käferbekämpfung

  • Ansprechpartner:

    Unterstützung bei Unsicherheiten bezüglich der Bohrmehlsuche sowie bei allen weiteren Fragen zur Waldbewirtschaftung erhalten Waldbesitzer kostenlos vom Forstrevier Lam (Tel. 09943 376988). Für die Gemeinde Hohenwarth ist das Forstrevier Neukirchen (Tel. 09947 1433) zuständig. (kli)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht