MyMz
Anzeige

Waldmünchen verliert seinen Heimatlehrer

Heinrich Siebenhörl hat Schülergenerationen geprägt und die Liebe zur Heimat vermittelt. Er starb jetzt mit 93 Jahren.

Dieses Bild hatte sich Heinrich Siebenhörl für eine Zeitungsgeschichte im Dezember noch gewünscht. Am Samstag nun ist der Waldmünchner gestorben. Foto: Schoplocher
Dieses Bild hatte sich Heinrich Siebenhörl für eine Zeitungsgeschichte im Dezember noch gewünscht. Am Samstag nun ist der Waldmünchner gestorben. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Er hat ganze Schülergenerationen geprägt, unzähligen Menschen die Liebe zur Heimat vermittelt, kurz: Ohne ihn wäre Waldmünchen ein anderes. Am Samstagmorgen ist Heinrich Siebenhörl im Alter von 93 Jahren gestorben. Und zwar so, wie er es sich immer gewünscht hatte, er ist friedlich eingeschlafen.

Heinrich Siebenhörl war Lehrer mit Leib und Seele. Als er in betagtem Alter durch die Stadt spazierte (und das tat er bis in seine 90er), hat es ihn immer gefreut, wenn ihn Schützlinge angesprochen haben. Dass er einige von ihnen, den langjährigen Museumsvereinsvorsitzenden Karl-Heinz Schröpfer etwa, mit dem „Heimatvirus“ infiziert hat, machte ihn zudem stolz.

Dabei stammte Siebenhörl aus Oberbayern, 1948 kam er als junger Lehrer in die Trenckstadt. Dass er bleiben würde, wurde ihm bei einem Ausflug in den Bayerischen Wald klar, hat er einmal erzählt. Sein Wissen um die neue Heimat gewann er durch Lesen und durch „Erwandern“. Als er dann seine Margot kennenlernte, die aus Lam stammte und die er 1952 heiratete, war er endgültig Waldmünchner. 2009 starb Margot Siebenhörl, die gemeinsame Tochter Margit und Schwiegersohn Emil leben in Fürth.

Menschen

Der Lehrer für Waldmünchens Heimatkunde

Heinrich Siebenhörl ist auch mit 92 Jahren ein wandelndes Lexikon. Frühere Schüler sagen: „Er hat die Heimat nähergebracht!“

Bleibende Spuren hat der 93-Jährige als Leiter des Volksbildungswerks oder Verfasser von 72 (!) Beiträgen im Heimatboten hinterlassen. Auch uns hat er mehrmals mitgenommen auf spannende Zeitreisen. Wer einmal erlebt hat, mit welcher Begeisterung der Menschenfreund Siebenhörl erzählen und Wissen teilen (nie von oben herab) konnte, wird das nie vergessen. Noch im Dezember hat er uns erzählt vom alten Waldmünchen und Teilhaben-Lassen an seinem Lebensschatz.

Einiges daraus hat er aufgeschrieben und es wird nicht so sein, wie er sich im Dezember sorgte. Dass seine Erlebnisse mit ihm verschwinden würden. Dafür werden alle die sorgen, die ihn kannten. Dafür hat er bei viel zu vielen Menschen tiefe Spuren hinterlassen. (ps)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht