MyMz
Anzeige

Engagement

Waldmünchens Grüne lassen es blühen

Ein Blühstreifen entsteht: Sepp Karl und „seine“ Grünen rückten am Krambergerweg mit schwerem Gerät und Wissen an.
Von Petra Schoplocher

Auf einer Wiese von Christine und Monika Klein im Krambergerweg hilft der neue Ortsverein der Grünen, den ersten „professionellen“ Blühstreifen anzulegen. Fachlich steht Günther Mittelmaier (links) bereit, das Gerät steuert Sepp Karl (rechts), zusammen mit Doris Hillebrand (Zweite von links) Sprecher der Waldmünchner.Fotos: Schoplocher
Auf einer Wiese von Christine und Monika Klein im Krambergerweg hilft der neue Ortsverein der Grünen, den ersten „professionellen“ Blühstreifen anzulegen. Fachlich steht Günther Mittelmaier (links) bereit, das Gerät steuert Sepp Karl (rechts), zusammen mit Doris Hillebrand (Zweite von links) Sprecher der Waldmünchner.Fotos: Schoplocher

Waldmünchen.Als Sepp Karl mit seinem Bulldog vorfährt, ist die Fläche am Krambergerweg noch eine „stinknormale Wiese“. Eine Stunde später – schließlich will das Projekt neben der Arbeit noch erläutert werden – ist im wahrsten Sinne des Wortes der Boden bereitet für eine wunderbare Blühfläche.

Zwar wird die erst im kommenden Frühjahr gesät, jetzt aber ist die Zeit für die Vorarbeiten optimal, sagt Günther Mittelmaier. Der muss es wissen, schließlich ist er Gärtnermeister und somit so etwas wie der Fachbetreuer des Projekts. Oder der Projekte, denn die Wiese von Christine und Marion Klein ist nur die erste, die die aktiven Grünen umwälzen wollen, um auf ihr auszusäen. Wenn es nach dem Ortsverein geht, sollen nämlich noch viele folgen.

Ein Gramm pro Quadratmeter

Tipps vom Fachmann: Gärtnermeister Günther Mittelmaier begutachtete die Erde. Fotos: Schoplocher
Tipps vom Fachmann: Gärtnermeister Günther Mittelmaier begutachtete die Erde. Fotos: Schoplocher

Die Idee zu der Aktion hatte Sepp Karl. Er hat mitbekommen, wie ein Bekannter für zehn Quadratmeter mit der Schaufel einen halben Tag gebraucht hat. „Das ist ein Witz“, meint er. Da werde zwar immer von Blühstreifen geredet, mehr als ein kleiner Streifen ist aber nicht drin. Genau das soll sich ändern – auch, wenn der Unternehmer dafür Zeit an seinem freien Samstag opfern muss.

Wobei das Umpflügen an sich schnell geht. Aufwendiger ist es dann – und das wird dann Sache der Grundstücksbesitzer – größere Erdbrocken zu entfernen oder zu zerkleinern. „Locker krümelig“ solle der Boden im optimalen Fall sein.

Blühstreifen

  • Idee:

    Nicht nur reden, handeln. Weil eine größere Blühfläche nicht so ohne weiteres von Hand angelegt werden kann, bieten die Grünen fachliche und tatkräftige Begleitung an – auch in Form der Maschine.

  • Kontakt:

    Wer Interesse hat, sich helfen zu lassen, kann sich bei Doris Hillebrand melden, idealerweise zeitnah. Die Sprecherin des Grünen- Ortsverbands ist unter ihrer Telefonnummer (0 99 72) 3 00 23 07 zu erreichen.

Dann wird im April noch einmal gefräst, nach den Eisheiligen kann dann mit der Aussaat begonnen werden – per Hand. Das entsprechende Gut hat sich Monika Klein über das Landratsamt schon gesichert. Ein Gramm pro Quadratmeter, da muss mit Sand verdünnt werden, sonst klappt das nicht, weiß Günther Mittelmaier und regt an, das Auswerfen (von Sand) auf dem Asphalt zu üben. Christine und Monika Klein kennen den Armschwung noch aus Kinderzeiten, sind also zuversichtlich, das hinzubekommen.

Diese Mischung empfiehlt der Profi

Wenn überhaupt, müssen die Lichtkeimer minimal eingewalzt werden, das wird aber von der Bodenbeschaffenheit im Frühjahr abhängen. „Wenn vier Wochen die Sonne ’runterbrennt, freuen sich vor allem die Vögel.“

Mittelmaier empfiehlt eine Mischung aus einjährigen (Korn- und Mohnblumen beispielsweise) zwei- (Gänseblümchen, Fingerhut oder Königskerzen) und mehrjährigen Pflanzen wie Salbei. Diese „Veitshöchheimer Mischung“ muss zwar zweimal im Jahr gemäht werden (frühestens Mitte August und im Spätherbst), ist aber im Vergleich zu anderen für den Siedlungsbereich optisch wesentlich geeigneter. „Viele andere sehen struppig aus“, warnt er, dass Engagement nicht gleich Engagement ist.

´Premiere

Grün schlägt in Waldmünchen Wurzeln

Am Montag gründete sich der erste Ortsverband im Landkreis. Die „Motoren“ Doris Hillebrand und Sepp Karl sind die Sprecher.

Jetzt ist zwar nicht mehr allzu viel Zeit für Umwälzaktionen, an den nächsten Wochenenden „könnte aber schon noch was gehen“, meint Ortsvereins-Sprecher Sepp Karl optimistisch. Wenn der Boden aber erst einmal gefroren ist, liegt der Einsatz von ihm und seinen Mitstreitern dann im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal auf Eis. Die Werbetrommel rühren wollen die Grünen dennoch. Und gleichzeitig dafür sorgen dass das Thema in den Köpfen bleibt.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht