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Projekt

Waldmünchens „Oberstübchen“, ein Juwel

Fassade, Treppenhaus, Seminarraum, alles neu. Die Freude über die Sanierung ist so wie die Verneigung vor dem Ehepaar Wagner.
Von Petra Schoplocher

Nachdem es gute Tradition ist, dass die Räume im MGH Namen tragen, sollte auch das „Oberstübchen“ in nichts nachstehen. Martina Mathes enthüllte die Widmungstafel: Brandner Bod’n.  Foto: Schoplocher
Nachdem es gute Tradition ist, dass die Räume im MGH Namen tragen, sollte auch das „Oberstübchen“ in nichts nachstehen. Martina Mathes enthüllte die Widmungstafel: Brandner Bod’n. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Diese Überraschung ist fabelhaft gelungen. Siegfried Wagner war sichtlich gerührt, als „sein“ neuester Raum im Mehrgenerationenhaus (MGH) auf den Namen „Brandner Bod’n“ getauft wurde – der Hausname der Wagners.

Die feierliche Enthüllung der Widmungstafel durch Martina Mathes von der Steuerungsgruppe war Höhepunkt des Abends, an dem der Sanierungsabschluss gefeiert wurde und an dem vor allem eines deutlich wurde: Welch unglaubliches Engagement die Besitzer Siegfried und Erika Wagner (mal wieder) an den Tag gelegt hatten.

Die Anspielung auf den Brandner Kasper musste sein. Folglich war „Kerschgeist“ mit im Geschenkkorb. „Den Film hab ich schon ein paar Mal gesehen, ich weiß, wie ich mich verhalten muss“, konterte Siegfried Wagner. Foto: ps
Die Anspielung auf den Brandner Kasper musste sein. Folglich war „Kerschgeist“ mit im Geschenkkorb. „Den Film hab ich schon ein paar Mal gesehen, ich weiß, wie ich mich verhalten muss“, konterte Siegfried Wagner. Foto: ps

Es war bereits der vierte Bauabschnitt, mit dem der frühere Bauunternehmer und Ehrenbürger das ehemalige Café Feichtmayr nun auf Top-Zustand gebracht hat. Und das bis in den letzten Winkel und bis unter’s Dach. Dessen Sanierung, angefangen von neuem Dachstuhl samt neuer Eindeckung, war neben neuem Treppenhaus und neuer Fassade das Herzstück der Maßnahme.

Sehen aus wie Fenster, sind aber keine: Der neue Seminarraum ist lichtdurchflutet und erstrahlt in warmem Glanz. Foto: ps
Sehen aus wie Fenster, sind aber keine: Der neue Seminarraum ist lichtdurchflutet und erstrahlt in warmem Glanz. Foto: ps

Weil das Haus aus zwei Gebäudeteilen besteht und die Innenwände nur zum Teil übereinanderstehen, sei die Statik im 74 Quadratmeter großen Dachraum eine Herausforderung gewesen, erläuterte Wagner. Die Dachstuhllast musste technisch auf die Außenwände übertragen werden. Das neue Treppenhaus spielt auch im Brandschutzkonzept eine wichtige Rolle, strich der Hauseigentümer heraus.

Wagner machte keinen Hehl daraus, dass die Sanierung auch eine wirtschaftliche Anstrengung waren. „Aber darüber spricht man nicht“. Viel lieber wollte der 82-Jährige reden über die tollen Leistungen der Handwerker.

Die Handwerker durften sich über viel Lob freuen und fühlten sich im neuen Raum sichtlich wohl. Foto: ps
Die Handwerker durften sich über viel Lob freuen und fühlten sich im neuen Raum sichtlich wohl. Foto: ps

14 Firmen hätten den sehr sportlichen Bauzeitenplan von Mitte Juli bis Mitte September eingehalten. Folglich konnte er allen „nur großes Lob“ zollen. Ganz bescheiden wünschte er, dass – nachdem das Feichtmayr-Haus Geschichte geschrieben habe –dies auch für das sanierte Gebäude gelten möge.

Vormals das erste Haus am Platz

Wagner erinnerte an die vorangegangenen Maßnahmen an dem 1989 damaligen „ersten Haus am Platze“. Bis 2000 sei es gastronomisch genutzt worden – den Waldmünchnern ist der Name „Tenne“ noch ein Begriff –, danach gab es verschiedene Ideen und Konzepte, ehe 2005/06 der Gedanke Mehrgenerationenhaus geboren wurde.

Auch Musik war geboten: Martin, Christian, Johannes und Jakob (im Bild) Liegl sorgten mit Gesang, Gitarre und Ziehharmonika für stimmungsvolles Ambiente. Foto: ps
Auch Musik war geboten: Martin, Christian, Johannes und Jakob (im Bild) Liegl sorgten mit Gesang, Gitarre und Ziehharmonika für stimmungsvolles Ambiente. Foto: ps

Es folgten Entrümpelungsaktionen und erste Investitionen von neuer Entwässerung bis zum Raum Combourg, für den Zimmer und Kammern zusammengelegt wurden. 2016 dann der nächste Quantensprung: Die Verlegung des Eingangs und weitestmögliche Barrierefreiheit. Und nun ein Erstrahlen im neuen Glanz, wie es MGH-Projektmanagerin formulierte, mit neuer Fassade und besagtem schmucken „Oberstübchen“.

Dank

Mehr Pep und praktischer dazu

Ein Helferfest setzte den Schlusspunkt unter umfassende Baumaßnahmen im Waldmünchner Mehrgenerationenhaus.

Dieses sei nicht nur aus Platzgründen ein Gewinn, schließlich gebe es Abende, an denen „wir aus allen Nähten platzen“. Der Seminarraum im ausgebauten Dach soll seinem warmen Charakter gemäß vor allem für ruhigere Angebote genutzt werden, erläuterte sie. Die optimalen Rahmenbedingungen (weiter) mit Leben zu erfüllen, sah sie als Verpflichtung. „Es nutzt das schönste Haus nichts, wenn Menschen sich in ihm nicht wohlfühlen.“ Ihr Dank ging folglich an alle, die sich engagieren würden.

Einen Blick ins Innere werfen

Damit sich neben den Gästen der offiziellen Einweihung – Stadtverantwortliche, Vertreter von Beleggruppen und Kooperationspartner, Helfer und Handwerker – alle Waldmünchner ein Bild machenkönnen, startet der Begehbare Adventskalender am 1. Dezember mit einer (Feier)Stunde im MGH.

Jubiläum

Das Mehrgenerationen-Haus für alle

Ein MGH wie in Waldmünchen ist genau das, was die Gesellschaft brauche. Da sind sich die Politiker beim Zehnjährigen einig.

Bürgermeister Markus Ackermann wurde nicht müde, das mustergültige bürgerschaftliche Engagement der Familie Wagner herauszustellen. Ehrenbürger Siegfried Wagner sei ein wahres Vorbild. Vom Ergebnis seien alle begeistert, das Haus sei nun optisch und technisch bestens hergerichtet und noch funktionaler.

MGH: Ein Leuchtturm für die Region

Ackermann lobte das niederschwellige und extrem breite Angebot für die Bürger, nicht nur der Gemeinde. Längst sei das MGH als bestens funktionierender Leuchtturm über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt.

Altstadt ist das Tafelsilber

Johannes Haslsteiner, Architekt und städtebaulicher Berater, sprach von einer sehr gelungenen Sanierung. Er nutzte sein Grußwort, die Waldmünchener auf den Wert ihrer Altstadt hinzuweisen. „Das ist Ihr Tafelsilber, kümmern Sie sich darum!“ Dies sei eine bürgerschaftliche Aufgabe, als deren Lohn Gemeinschaft winke.

Martina Mathes dankte Erika Wagner mit einem Blumenstrauß für Engagement und Verständnis. Foto: ps
Martina Mathes dankte Erika Wagner mit einem Blumenstrauß für Engagement und Verständnis. Foto: ps

Siegfried Wagner erinnerte an seinen Großvater, der auf den Nachnamen geringen Wert gelegt hatte und stattdessen betonte: „Der Brandner bin I!“. Das Schöne an den Hausnamen sei, dass diejenigen, die die Gebäude bewohnen, durch sie nicht vergessen würden. Zwar haben Erika und Siegfried Wagner im Anwesen Marktplatz 18 nie gewohnt, ihr (Haus)Name wir aber unauslöschlich mit dem MGH verbunden sein und einem Engagement, das einzigartig ist.

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