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Stadtrat

Waldmünchner Sonderweg für die Vhs

Die Erwachsenenbildung wird unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses weitergeführt. Der Senioren-Wohnpark nimmt Formen an.
Von Petra Schoplocher

Die Erwachsenenbildung– hier ein Tschechischkurs – wird großgeschrieben in Waldmünchen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, wird die Volkshochschule nach dem Willen des Stadtrats unter dem Dach des MGH weitergeführt werden. Foto: Susi Nock
Die Erwachsenenbildung– hier ein Tschechischkurs – wird großgeschrieben in Waldmünchen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, wird die Volkshochschule nach dem Willen des Stadtrats unter dem Dach des MGH weitergeführt werden. Foto: Susi Nock

Waldmünchen.Wenn man zwei hervorragend laufende Dinge zusammenspannt, kann nur etwas Vorzügliches dabei herauskommen. Davon jedenfalls ist Bürgermeister Markus Ackermann überzeugt und schlug deshalb dem Stadtrat vor, die Erwachsenenbildung unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses (MGH) weiterzuführen. Dieser schloss sich einstimmig dieser Lösung an, die auch die Steuerungsgruppe des MGH favorisiert.

Die gravierendsten Gründe für diesen Weg und gegen einen Anschluss an die Landkreis-VHS fasste der Rathauschef mit fünf Attributen zusammen, die die bisherige VHS Waldmünchen-Rötz seiner Meinung nach charakterisieren: bürger- und ortsnah, bedarfsorientiert, flexibel, niederschwellig. Stärken, die man nicht aufgeben wolle.

„Nicht(s) gegen Cham“

Ackermann bemühte sich, den Waldmünchner Sonderweg nicht als Maßnahme gegen Cham aussehen zu lassen. Dafür seien die Gespräche mit den VHS-Verantwortlichen dort viel zu konstruktiv verlaufen. Für die Stadt und ihre Bürger gehe es schlicht darum, ein über Jahre bewährtes System und damit ein Stück Lebensqualität zu bewahren. Zudem kann die Eigenständigkeit Konkurrenzsituationen zur Jugendbildungsstätte vermeiden und den neuen „Bürgertreff am Böhmertor“ ergänzen.

Wie berichtet, kann die „kleine“ VHS Waldmünchen-Rötz die Mindestvorgaben des VHS-Landesverbandes nicht mehr erfüllen, die bei 30 000 Teilnehmerdoppelstunden liegt. „Darüber stolpern wir, alles andere ließe sich regeln“, betonte VHS-Vorsitzende und zugleich MGH-Projektleiterin Susi Nock. Selbst in Spitzenzeiten, in denen viele zusätzliche Deutschkurse für Geflüchtete angeboten wurden, gingen die Zahlen nur gegen 15 000. „Zu mehr führt kein Weg hin“, betonte sie.

Lesen Sie hier: Das letzte Vhs-Programm für Waldmünchen

Weil im Mehrgenerationenhaus sowohl Räume inklusive Büro als auch technische Ausstattung zur Verfügung stünden und die Zielgruppe bereits „da“ ist, habe sich eine MGH-Trägerschaft angeboten. Dass diese auch rechtlich möglich ist, hat die Verwaltung abgeklärt, ergänzte sie.

Klar machte Nock, dass die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel geringer seien. Dennoch soll ab Januar eine pädagogische Mitarbeiterin auf 450 Euro-Basis eingestellt werden, um Qualität und Quantität der Angebote beizubehalten. Angebote, die Teilnehmer aus zahlreichen Landkreiskommunen bis Lam und Lohberg wahrgenommen haben, was den Wert der Kurse und Programmpunkte verdeutliche, wie Markus Ackermann ergänzte. Wie die Projektleiterin verwies er zudem auf das ausgearbeitete Konzept, das eine Verteilung der Bereiche vorsieht. Er nannte die sich jetzt bietende Gelegenheit eine „einmalige Chance“.

Weitere Themen

  • Gute Luft:

    Sichtlich erfreut gab Bürgermeister Markus Ackermann bekannt, dass die Stadt als eine der wenigen Kommunen erneut die Vorgaben für das Prädikat Luftkurort erfüllt hat. In dem Gutachten wurde zudem hervorgehoben, dass die Luft-Qualität sogar besonders gut sei. Seit 1968 darf sich die Stadt ununterbrochen Luftkurort, ein Jahr lang wurde die Qualität an zwei Stellen (Marktplatz/AquaFit) gemessen.

  • Gute Aussichten:

    Dieter Müller hatte in der vorangegangenen Sitzung um eine Übersicht der Geburten- und Schülerzahlen gebeten, um Auslastung und Bedarf für Krippe, Kindergarten und Schule zu ermitteln. „Ein Mehrbedarf an Räumen zeichnet sich nicht ab“, kommentierte das Stadtoberhaupt die Zahlen. Zudem deute alles darauf hin, dass „wir unter dem Strich unsere Stärke mit zwei Klassen halten.“

Manfred Ruhland kritisierte die Entwicklung, die „die kleinen Volkshochschulen tötet“ und tadelte die damit eingehende, gewollte Zentralisierung. „Wir hier haben aber eine Win-win-Situation für die Menschen“, die in bewährter Weise die guten Angebote wahrnehmen könnten. Ausdrücklich dankte er MGH-Eigentümer Siegfried Wagner für sein großes Engagement. Dieser habe „ein Juwel geschaffen“.

Auf den Weg gebracht hat der Stadtrat die Bauleitplanung für den Seniorenwohnpark in der Schächtlstraße. Ob diese ausgebaut wird, soll später geklärt werden. Anwohner hatten bei einem Ortstermin mit dem Bauausschuss (Bild) und an einem Runden Tisch Bedenken vorgebracht. Foto: Schoplocher
Auf den Weg gebracht hat der Stadtrat die Bauleitplanung für den Seniorenwohnpark in der Schächtlstraße. Ob diese ausgebaut wird, soll später geklärt werden. Anwohner hatten bei einem Ortstermin mit dem Bauausschuss (Bild) und an einem Runden Tisch Bedenken vorgebracht. Foto: Schoplocher

Richtungsweisend war eine zweite (einstimmige) Entscheidung an diesem Abend. Der Stadtrat brachte eine neue Bauleitplanung für den Senioren-Wohnpark an der Schächtlstraße auf den Weg, vormals September-City. Nachdem sich das so betitelte und 2009 begonnene Vorhaben zerschlagen hatte, hat einer der damaligen Investoren eine abgeänderte Version mit elf Wohneinheiten und einem Gemeinschaftshaus im Sinn.

Nachwachsende Rohstoffe

Diese umfasst nunmehr nur noch ein Grundstück, erschlossen werden sollen die Häuser aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen mit Mindeststandard KfW 55 über zwei Stichstraßen von der Schächtlstraße aus, die wie die Grünanlagen in Gemeinschaftsbesitz der Eigentümer bleiben sollen. Vorgeschrieben wird, nachdem unterliegende Anwohner Starkregenschäden befürchtet hatten, ein Rückhaltebecken pro Parzelle. Gebaut werden soll grundsätzlich eingeschossig, die Wohngebäude sollen versetzte Pultdächer bekommen.

Die Stadt wird einen Gehweg an der Schächtlstraße anlegen, ob die Straße ausgebaut wird, soll zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen werden, informierte Markus Ackermann. Manfred Ruhland äußerte die „berechtigte Sorge“, dass mit dem Ja zum Bebauungsplan der Ausbau mitbeschlossen werde. „Das klingt so“, meinte er. Dagegen verwahrte sich der Bürgermeister, der zusicherte, dass es „eine Lösung zur Zufriedenheit aller“ geben werde.

Jetzt sei der Zeitpunkt, das Projekt auf den Weg zu bringen. Das sei eine erfreuliche Sache, „die Entwicklung nimmt klare Konturen an“.

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