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Eschlkam

Wallfahrt ist ein Kleinod des Brauchtums

Am Sonntag machten sich traditionell die Sebastiani-Wallfahrer aus der Altgemeinde Stachesried- Seugenhof, denen sich auch Wallfahrer aus den umliegenden Ortschaften angeschlossen hatten, einen Tag vor dem Gedenktag des hl. Sebastian am 20. Januar wieder betend zum Marienheiligtum in Neukirchen beim Hl. Blut auf, um ihr Versprechen aus der Pestzeit einzulösen.

Die Stachesrieder trugen die Fahne und Heilige. Foto: Marianne Schillbach
Die Stachesrieder trugen die Fahne und Heilige. Foto: Marianne Schillbach

Eschlkam.

Die Wallfahrt geht auf ein Versprechen im 16. Jahrhundert zurück. Es herrschte damals eine große Not, die Pest wütete, raffte die Menschen dahin. Die Menschen versprachen damals, wenn die Pest versiege, dann wollen sie jährlich an Sebastiani zur Muttergottes nach Neukirchen b. Hl. Blut pilgern, was auch geschah. Das Versprechen, das von Generation zu Generation immer wieder weitergegeben wird, hat all die Jahrhunderte überdauert.

Beim Gasthof Leonhard versammelten sich die Fußwallfahrer, wo ihnen Pfarrer Engelbert Ries, den Pilgersegen spendete. Seit Jahrzehnten wechseln sich die Vereine der Altgemeinde Stachesried/Seugenhof mit der Organisation ab. Ausrichter der traditionellen Wallfahrt war heuer der Stachesrieder Sportverein. Jung-Sportler trugen somit heuer die Fahne, die Stangenheiligen und die Sänfte, die, je näher die Wallfahrtskirche kommt, immer schwerer werden, voran.

So mussten sich die Jugendlichen schon gehörig „ins Zeug“ legen. Die „Wallfahrer“ beteten, abgeschirmt von den Feuerwehrkameraden vom Verkehr, nach Neukirchen b. Hl. Blut. Durch das Mittragen der Stangenheiligen und der Sänfte mit den Hausheiligen ist die Sebastiani-Wallfahrt ein Kleinod im großen Schatz des religiösen Brauchtums in der gesamten Region. Die jungen Menschen trugen die Fahne mit dem Bild der Pietà, der Muttergottes aus der Klausenkirche, das Kreuz, die Neukirchner Madonna, den hl. Josef, die Altöttinger Schwarze Madonna, den hl. Antonius, den hl. Aloisius, den hl. Johannes Nepomuk, die hl. Mutter Anna und die hl. Theresia voran. Es folgten vier junge Burschen mit der geschmückten Sänfte mit den drei Hausheiligen – hl. Sebastian, hl. Florian und hl. Rochus.

Viele Gläubige kamen aus der Pfarrei mit dem Auto nach. Wallfahrts- Pfarrer Georg Englmeier erwartete mit Ministranten beim Ortsschild die Pilger, holte sie, begleitet von Glockengeläut, in die Wallfahrtskirche ein.

Der Ortsgeistliche hieß die ersten Wallfahrer mit Pfarrer Engelbert Ries, die jedes Jahr den Zug der Wallfahrer eröffnen, in der Wallfahrtskirche willkommen. Die Wallfahrt füge sich wunderbar in 600 Jahre Gnadenbild und 300 Jahre Pfarrkirche ein, so der Priester. Bei den Fürbitten wurde allen verstorbenen Sebastiani-Wallfahrern ein Gebetsgedenken gewidmet.

Nach dem Segen wünschte Englmeier allen, dass sie wieder gut nach Hause kommen mögen, dann erklang das Marienlied „Meerstern, ich dich grüße, O Maria hilf ...“. Nach einer Pause beteten die Wallfahrer zurück nach Stachesried. (kbi)

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