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Schule

Wann haben 14 000 Kinder schulfrei?

Chams Landrat und Schulamt präsentieren eine perfektionierte Meldekette für Unterrichtsausfall bei Blitzeis und Schnee-Chaos.
Von Johannes Schiedermeier

Bei solchen Verhältnissen wie dem Blitzeis im November 2018 wünscht sich niemand auch noch einen Schulbetrieb, zumal wenn sich auf dem Schulberg etliche Unfälle ereignen, wie hier im Bild.
Bei solchen Verhältnissen wie dem Blitzeis im November 2018 wünscht sich niemand auch noch einen Schulbetrieb, zumal wenn sich auf dem Schulberg etliche Unfälle ereignen, wie hier im Bild.

Cham.Diesen Tag wird eine Lehrerin aus einer kleinen Grundschule im Landkreis Cham nie vergessen: „Warum haben wir Dich zum Studieren geschickt?“, blaffte sie der Busfahrer an, als sie ihm eröffnete, dass er die Kinder wieder mit nach Hause nehmen müsse, weil der Unterricht ausfällt wegen Schneeglätte. Dabei konnte die gute Frau gar nichts dafür: Die Meldekette für solche Fälle war gerissen.

Nun hat Landrat Franz Löffler am Mittwochabend mit dem fachlichen Leiter des Schulamtes, Karl Utz, und dessen Vertreter Rudi Hofmann eine perfektionierte Meldekette präsentiert, die genau solche Fälle verhindern soll. Kurz gesagt: In Zukunft haben entweder alle frei, oder keiner. Dann könnte es zwar sein, dass gerade hinter Cham alles versinkt, aber Roding nicht betroffen ist. Die neue Meldekette stellt aber sicher, dass es keinen trifft. Außerdem lässt sie eine frühzeitige Absage zu und stützt sich auch auf eine App. Wenn die Eltern sie herunterladen, bekommen sie eine Push-Nachricht auf ihr Handy, sobald schulfrei angeordnet wird.

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Die Hintergründe

In einer Pressemitteilung informiert Friedrich Schuhbauer, der Sprecher des Landrates, über die genauen Hintergründe der neuen Regelung: Die Entscheidung, ob der Schulunterricht in einem Flächenlandkreis mit vielschichtigen geographischen und klimatischen Verhältnissen wegen ungünstiger Wetterbedingungen ausfallen solle, sei ein sehr komplexer Vorgang mit weitreichenden Folgen für rund 14 000 Schülerinnen und Schüler, aber auch für deren Eltern, für Schulen und Arbeitgeber, für Verkehrsunternehmer und viele andere Beteiligte. Landrat Franz Löffler habe deshalb zusammen mit Schulamtsdirektor Karl Utz und seinem Stellvertreter Rudolf Hofmann in einem Pressegespräch über die geltenden Reglungen informiert.

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Der Landrat betonte dabei, dass ein „möglichst sicherer Schulweg von der Haustüre bis zum Schulhaus“ das Ziel aller Beteiligten sei: „Ich danke allen, die sich hier in hoher Verantwortung einbringen, den Straßenmeistereien und Bauhöfen, der Polizei und den Hilfsorganisationen bis hin zu den Verkehrsunternehmen und den Wetterbeobachtern, aber auch den Eltern, auf die hier letztlich ein hohes Maß an Eigenverantwortung zukommt.“

Schulamtsdirektor Karl Utz (l.), sein Vertreter Rudi Hofmann und Landrat Franz Löffler präsentierten die neue Meldekette bei Schulausfall aufgrund ungünstiger Witterung.
Schulamtsdirektor Karl Utz (l.), sein Vertreter Rudi Hofmann und Landrat Franz Löffler präsentierten die neue Meldekette bei Schulausfall aufgrund ungünstiger Witterung.

Die Entscheidung über einen Unterrichtsausfall treffe das Staatliche Schulamt für alle staatlichen Schulen im Landkreis Cham. Es arbeite dabei eng mit dem Landratsamt zusammen: „Wichtig ist, dass ein angeordneter Unterrichtsausfall für die Schulen im gesamten Landkreis gilt. Ein regionaler Teilausfall ist aufgrund weiträumiger Einzugsbereiche der Schulen sowie der Verflechtung der Schülerbeförderung nicht sinnvoll. Kinder, die trotz Unterrichtsausfall zur Schule kommen oder gebracht werden, werden in der Schule beaufsichtigt“, so Löffler.

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Die Verantwortung der Eltern

Dabei werde bewusst in Kauf genommen, dass es Regionen im Landkreis Cham gibt, wo die Wetterlage den Schülerverkehr zulassen würde. Umgekehrt könne in Teilbereichen zum Beispiel Glatteis vor Ort das Vorankommen unmöglich machen, ohne dass ein genereller Unterrichtsausfall angeordnet wurde. Das Schulamt weist darauf hin, dass Eltern in solchen Fällen die Möglichkeit haben, ihr Kind an der Schule zu entschuldigen.

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Die Entscheidung über Unterrichtsausfall werde nach Möglichkeit am Vortag bis 22 Uhr getroffen, bei akuter Wetterverschlechterung über Nacht jedoch spätestens bis 5.30 Uhr. Damit können sich möglichst alle Betroffenen vor Verlassen der Wohnung über den Unterrichtsausfall informieren.

Die öffentliche Bekanntgabe erfolgt über die Radiosender, über die Internetseiten des Schulamtes (http://www.scha-cham.de) und des Landratsamtes (www.landkreis-cham.de) sowie – und das ist neu - per Push-Nachricht über die Fahrplan-App „Wohin-du-willst“ für den Landkreis Cham (erhältlich über die jeweiligen Stores) direkt aufs Smartphone.

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