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Warzenrieder Orgel zieht nach Polen

Weil der Ort ein neues Instrument erhält, wird die alte Orgel nun in Dobrynia aufgebaut.

Guido Langer, Pater Placyd und Franz Schießl haben die Orgel zusammen ausgebaut und verpackt. Foto: Schamberger
Guido Langer, Pater Placyd und Franz Schießl haben die Orgel zusammen ausgebaut und verpackt. Foto: Schamberger

Eschlkam.Am letzten Samstag trat die Warzenrieder Kirchenorgel ihre Reise nach Polen an. Geplant war aber alles ganz anders: Nachdem feststand, dass die Warzenrieder eine neue Orgel erhalten würden, hat dies auch Guido Langer aus Hameln mitbekommen. Er bekundete sofortiges Kaufinteresse, da er die Orgel und ihren Klang schon seit 15 Jahren aufgrund von zahlreichen Urlauben in Warzenried kennenlernen konnte. Der Kirchenorganist sei schon lange von der Orgel begeistert gewesen. Doch dann sei sie leider zu groß fürs Wohnzimmer gewesen, sagte er. Darum musste ein neues Zuhause für die Orgel her. Da kommt Pater Placyd aus Kloster Neukirchen beim heiligen Blut ins Spiel: Mitte März sei er zufällig als Aushilfe in Warzenried gewesen. Dabei habe er die Umstände zufällig mitbekommen und vorgeschlagen, sie in der polnischen Kirche in Dobrynia zu installieren. Andere nähere Interessenten aus Hammern und Lamberg seien durch Corona behindert worden oder hätten einen zu hohen Wartungsaufwand der Orgel befürchtet. So war es beschlossene Sache: Guido Langer aus Hameln bot Pfarrer Ries an, die Orgel auszubauen und zu verpacken. Er holte sich tatkräftige Hilfe von Franz Schießl, einem befreundeten Kirchenorganisten und Ingenieur. So konnten Ausbau und Verpackung der Orgel innerhalb von drei Tagen Anfang März erfolgen. Am 9. Mai wurde sie dann schließlich auf den Weg nach Polen geschickt. Der Wiederaufbau der Orgel ist nun für August und September geplant und soll zehn bis 13 Tage dauern.

Pneumatische Orgeln seien mittlerweile selten geworden und schon von daher erhaltenswert. Das Übertragungssystem von den Tasten zum Ventilsystem in der Windlade bezeichne man bei Orgeln als Traktur. Es gebe verschiedene Ausführungen: mechanisch, elektrisch, pneumatisch oder auch Mischformen. Die Orgel selbst stamme aus den 60er-Jahren, habe sieben Register, eine Kegellade mit pneumatischer Spiel- und Registertraktur und 435 Pfeifen. (kjs)

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