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Was bei der Erbschaft zu beachten ist

Was ist ein Vermächtnis und wie berechnet sich der Pflichtteil? Unsere Expertin erklärt die wichtigsten Regeln im Erbrecht.
Von Elke Kestler

Nach deutschem Recht kann nur der gesamte Nachlass eines Verstorbenen vererbt werden. Wer einer Person einzelne Gegenstände vererben möchte, muss ein so genanntes Vermächtnis hinterlassen. Foto: dpa-tmn
Nach deutschem Recht kann nur der gesamte Nachlass eines Verstorbenen vererbt werden. Wer einer Person einzelne Gegenstände vererben möchte, muss ein so genanntes Vermächtnis hinterlassen. Foto: dpa-tmn

Cham.Nicht selten kommt es vor, dass juristische Begriffe im allgemeinen Sprachgebrauch eine andere Bedeutung haben als in der juristischen Fachsprache. Deswegen möchte ich an dieser Stelle den Sinn wichtiger erbrechtlicher Begriffe leicht verständlich und doch juristisch korrekt erklären.

Das Vermögen des Erblassers an seinem Todestag bezeichnet man als „Erbschaft“ oder „Nachlass“. Es geht als Ganzes und von Gesetzes wegen auf den oder die Erben über. Das nennt sich „Universalsukzession“. Das deutsche Recht kennt somit nicht die Vererbung einzelner Gegenstände, sondern nur des gesamten Nachlasses. Für die Übertragung einzelner Gegenstände auf andere Personen als Erben muss der Erblasser ein Vermächtnis anordnen.

Die Rolle des Vermächtnisses

Durch ein „Vermächtnis“ kann der Erblasser Personen mit bestimmten Geldbeträgen oder einzelnen Nachlassgegenständen bedenken. Der Vermächtnisanspruch ist vom Vermächtnisnehmer gegenüber dem oder den Erben geltend zu machen.

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Alleinerbe wird der überlebende Ehegatte nur dann, wenn er entweder in einer letztwilligen Verfügung bedacht wurde oder keine Abkömmlinge sowie keine weiteren Verwandten vorhanden sind. Andernfalls beschränkt sich das Erbrecht des Ehegatten auf eine gewisse Quote am Nachlass, die sich danach bestimmt, welche und wie viele Verwandte des Erblassers im Zeitpunkt des Erbfalls noch vorhanden sind.

Was bei verheirateten Paaren gilt

Nur verheiratete Paare egal welchen Geschlechts haben die Möglichkeit, durch Abfassen eines „Gemeinschaftlichen Testaments“ in einem Testament beide Todesfälle aufeinander abgestimmt zu regeln. Eine Änderung kann zu Lebzeiten auch wieder nur gemeinsam erfolgen.

Autorin Elke Nicole Kestler
Autorin Elke Nicole Kestler

Ist einer der Eheleute bereits verstorben, kann der Überlebende die Regelungen für den zweiten Todesfall nur dann noch abändern, wenn ihm dies im Testament ausdrücklich gestattet ist. Eine Sonderform des Ehegattentestaments ist das „Berliner Testament“. Das „Berliner Testament“ ist ein gemeinschaftliches Testament von Ehegatten mit einem besonderen Inhalt. Die Ehegatten setzen sich zunächst beim Tod des zuerst Versterbenden zu Alleinerben ein. Für den Tod des länger Lebenden bestimmen sie, ebenfalls einvernehmlich, wer erbt. Meist werden hier die gemeinsamen Kinder als Erben eingesetzt.

Unser Experte

  • Autor: Unsere Autorin Elke Nicole Kestler ist Rechtsanwältin und Fachanwältin für Erbrecht in Waldmünchen. Die Kanzlei ist kompetenter Ansprechpartner in allen Fragen zum Thema Erbrecht, Vorsorgevollmacht, Behindertentestament sowie für Nachfolgeplanungen von Privatpersonen und Unternehmen.

  • Kontakt: Kanzlei für Erbrecht Kestler, Obere Bräuhausstraße 1, 93449 Waldmünchen, Tel. (0 99 72) 30 03 69 0, Fax (0 99 72) 30 03 69 50 0, E-Mail buero@anwalt-kestler.de, Internet www.anwalt-kestler.de

Wie der Pflichtteil zustande kommt

Der „Pflichtteil“ ist der gesetzlich vorgesehene Mindestanteil bestimmter Personengruppen am Nachlass. Hierzu gehören Abkömmlinge (Kinder, Enkelkinder usw.) des Erblassers, sein Ehegatte und seine Eltern nur dann, wenn er selbst keine Kinder hatte. Für die Höhe des Pflichtteils ist der Wert des Nachlasses am Todestag maßgebend. Zur Ermittlung der Pflichtteilsquote wird zunächst festgestellt, wie hoch die gesetzliche Erbquote des Berechtigten wäre. Diese wird halbiert.

Mit dem „Pflichtteilsergänzungsanspruch“ soll verhindert werden, dass der Erblasser den Nachlass durch Schenkungen zu Lebzeiten zum Nachteil des Pflichtteilsberechtigten schmälert. Der Wert der Schenkung wird dem Nachlass hinzugerechnet und der Pflichtteil aus dem auf diese Weise erhöhten Nachlasswert berechnet.

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