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Was bei einer Bestattung zu beachten ist

Spätestens vier Tage nach dem Tod ist die Bestattung Pflicht. In unserer Rechtsserie erklärt die Expertin die Details.
Von Elke Kestler

Hinterbliebene am Grab eines verstorbenen Angehörigen Foto: Schulz
Hinterbliebene am Grab eines verstorbenen Angehörigen Foto: Schulz

Cham.Der Tod eines nahen Angehörigen ist immer eine schwere Belastung für die betroffene Familie. Überlegtes Handeln – zu wissen, was zu tun ist – ist gerade in den ersten Stunden und Tagen nach dem Todesfall erforderlich. Nicht zuletzt sind einige wichtige gesetzliche Verpflichtungen zu erfüllen und Versicherungsmeldungen abzugeben, um keine finanziellen Nachteile zu erleiden.

In Deutschland gilt die sogenannte Bestattungspflicht. Diese besagt, dass alle menschlichen Verstorbenen auf einem Friedhof bestattet werden müssen. Die Urne mit der Asche eines verstorbenen Angehörigen zu Hause aufzubewahren, ist damit nicht zulässig. Wer dies dennoch tut, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert eine Zwangsbestattung durch die Behörden.

Bestattungspflicht nicht vererbbar

Die nächsten Familienangehörigen in der Reihenfolge Ehegatte, Kinder und Eltern des Verstorbenen sind verpflichtet, für dessen Bestattung zu sorgen. Der Erbe als solcher ist zwar nicht zur Bestattung verpflichtet, trägt jedoch deren Kosten. Die Bestattungspflicht ist also kein vererbliches Recht, sondern die Konsequenz aus dem Verwandtschaftsverhältnis zum Verstorbenen. Denn der Bestattungspflichtige muss zum Zeitpunkt des Erbfalls von den Behörden schnell und zweifelsfrei ermittelt werden können.

Nach dem Bayerischen Bestattungsgesetz müssen Verstorbene spätestens 96 Stunden, also vier Tage nach Eintritt des Todes, bestattet sein, Sonn- und Feiertage nicht mitgerechnet. Damit bleibt keine Zeit langwierige Erbenermittlungen abzuwarten. Nicht aus der Pflicht zur Bestattung, sondern aus dem Recht der Totenfürsorge ergibt sich, wie die Beisetzung durchgeführt wird. Bestattungspflicht und Totenfürsorge liegen bei den nächsten Angehörigen. Diese wählen die Art der Bestattung aus, wenn nicht der Verstorbene selbst noch zu Lebzeiten festgelegt hatte, wie und wo er beigesetzt werden möchte. In diesem Fall sind die Angehörigen an den Willen des Verstorbenen gebunden.

MZ-Serie

  • Unsere Serie

    „Alles, was Recht ist“ haben wir 2017 wieder aufleben lassen – mit altbekannten und neuen Autoren. Sie erscheint samstags im Landkreis-Teil unserer Lokalzeitungen. In einer Woche – in der Ausgabe vom 15. September – schreibt Rechtsanwalt Christoph Treml seinen nächsten Beitrag in unserer Reihe zum Thema: Widerruf von Autokredit- und Leasingverträgen. Ein lukrativer Ausweg aus Verträgen?

  • Elke Nicole Kestler:

    Unsere Autorin ist Rechtsanwältin und Fachanwältin für Erbrecht.

  • Kontakt:

    Kanzlei Waldmünchen, Obere Bräuhausstraße 1, 93449 Waldmünchen, Telefonnummer (0 99 72) 30 03 69 0, Faxnummer (0 99 72) 30 03 69 50 0, E-Mail-Adresse buero@anwalt-kestler.de. Die Internetseite ist unter www.anwalt-kestler.de zu finden.

  • Telefonische Erreichbarkeit:

    Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie von 13 bis 16 Uhr

Bestattungswünsche keinesfalls ins Testament

Ob Bestattungsarten unter Umgehung des Friedhofszwangs, wie etwa das Pressen der Asche zu einem Diamanten, zulässig sind, ist fraglich. Jedenfalls sollte der Verstorbene eine derartige Verwertung seiner Asche ernstlich gewünscht haben. Überhaupt erfreuen sich alternative Bestattungsarten, wie Friedwald- oder Baumbestattung, immer größerer Beliebtheit.

Keinesfalls sollte man seine Bestattungswünsche im Testament anordnen. Denn bis dieses vom Nachlassgericht eröffnet wird, ist die Bestattung schon längst durchgeführt. Regeln Sie dieses Thema in einer Vorsorgevollmacht, die über den Tod hinaus gilt, oder schließen Sie noch zu Lebzeiten einen Bestattungsvorsorgevertrag mit einem Beerdigungsinstitut ab.

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Spätestens zwei Tage nach dem Tod, sollte es sich um einen Unfall handeln, muss dieser Umstand einer möglicherweise bestehenden Unfallversicherung gemeldet werden. Spätestens drei Tage nach Eintritt des Todesfalles müssen Meldungen an möglicherweise bestehende Pflegeversicherung, Lebensversicherung, Erbschaftspolice und jede andere Versicherung mit einem Bezugsrecht im Todesfall ergehen.

Ist ein naher Angehöriger verstorben, so müssen die Hinterbliebenen viele Aufgaben erledigen, für die bei aller Trauer nur wenig Zeit ist. Insbesondere sollten, um finanzielle Nachteile zu vermeiden, die sehr knappen Meldefristen bei bestehenden Versicherungen beachtet werden.

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