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Bildung

„Was gut ist, sollte man erhalten“

Bei der Jahresversammlung der VHS Waldmünchen-Rötz war auch der Fortbestand Thema. Die Wahlen liefen in Rekordzeit ab.
Von Petra Schoplocher

Die Volkshochschule Waldmünchen-Rötz ist nicht nur im „klassischen“ Bildungssektor unterwegs, sondern setzt bewusst auf unkonventionelle Angebote. Eines davon war im vergangenen Jahr eine englischsprachige Führung in Schloss Bischofteinitz, sagte Susanne Nock in ihrem Rückblick. Foto: Schoplocher
Die Volkshochschule Waldmünchen-Rötz ist nicht nur im „klassischen“ Bildungssektor unterwegs, sondern setzt bewusst auf unkonventionelle Angebote. Eines davon war im vergangenen Jahr eine englischsprachige Führung in Schloss Bischofteinitz, sagte Susanne Nock in ihrem Rückblick. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Es könnte alles so schön sein: Die Volkshochschule Waldmünchen-Rötz hat wieder ein Jahr hinter sich, in dem sie mit vielen Angeboten gepunktet hat, beeindruckende Zahlen erarbeitet und die beiden Bürgermeister „sehr, sehr stolz“ gemacht. Dennoch wird es die VHS in ihrer jetzigen Form bald nicht mehr geben – „schuld“ ist eine Reform, die der Landesverband der Volkshochschulen im April 2016 beschlossen hat. Und die 30 000 Teilnehmerdoppelstunden für „ihre“ Einrichtungen fordert. Derzeit sind es 10 000, eine Zahl, die die kleine VHS Waldmünchen-Rötz stets locker schaffte.

Auch, wenn das Referenzjahr 2019 noch entfernt ist, war die Frage nach dem Fortbestand bei der Jahresversammlung am Mittwoch Abend Thema. Das lag auch daran, dass die die Mitglieder des eingetragenen Vereins „Volkshochschule Waldmünchen-Rötz“ ihre Vorsitzenden Susanne Nock und Elisabeth Seebauer im Amt bestätigt haben – Es werden entscheidende sein. Daher nutzte Bürgermeister Markus Ackermann die Gelegenheit, einen Sachstand zu geben.

Informationen sammeln

Ob nun aber ein Anschluss an die Landkreis-VHS oder eine wie auch immer geartete Eigenständigkeit der Weg der Zukunft ist, werde erst entschieden, wenn „wir alle Facetten beleuchten können“. Derzeit sei man in einer Art Abklärungsphase. Ackermann sicherte zu, dass „wir nicht hektisch und übereilt reagieren werden“ und keine leichtfertige Entscheidung getroffen werde. Wenn alle Informationen vorlägen, werde man Folgen und Schwierigkeiten vortragen. „Bis dahin stochern wir zuviel im Nebel“, meinte er. Dass „wir alle die Vorzüge einer regionalen VHS zu schätzen wissen, steht außer Frage.“

Sein Bürgermeisterkollege Ludwig Reger aus Rötz, der ebenso in den höchsten Tönen von der VHS geschwärmt hatte – er sprach von Erwachsenenbildung auf höchstem Niveau – zeigte sich sichtlich unzufrieden: „Alles, was gut ist, sollte man erhalten“, drückte er sein Unverständnis aus und bedauerte, dass „wir das wohl nicht in der Hand haben werden“. Eine Fusion dürfte sich einfach werden, deutete er an, sicherte aber zugleich zu, dass „wir alles dafür tun werden, die richtige Entscheidung zu treffen.“

Die weibliche Führung der Volkshochschule vorne: (von rechts) Vorsitzende Susanne Nock, Vize-Vorsitzende Elisabeth Seebauer und Geschäftsführerin Petra Spachtholz mit den Bürgermeistern Ludwig Reger (rechts), Markus Ackermann sowie den Kassenprüfern Hans Ruhland und Josef Kulzer (v.l.). Foto: Schoplocher
Die weibliche Führung der Volkshochschule vorne: (von rechts) Vorsitzende Susanne Nock, Vize-Vorsitzende Elisabeth Seebauer und Geschäftsführerin Petra Spachtholz mit den Bürgermeistern Ludwig Reger (rechts), Markus Ackermann sowie den Kassenprüfern Hans Ruhland und Josef Kulzer (v.l.). Foto: Schoplocher

Dies werden nicht die Bürgermeister tun, wie Reger unterstrich. „Alles, was die Mitglieder wollen, werden wir mittragen“, stellte er in Aussicht. Die beiden Bürgermeister waren unisono der Meinung, dass die VHS beste Arbeit leiste und den Menschen in der Region ein qualitätvolles, maßgeschneidertes Angebot biete. Ackermann wies auf das interkommunale Miteinander hin, das besonders erfreulich sei. „Hier gibt es kein Kirchturmdenken, hier werden sich Bälle zugespielt“. Er könne nur ein Füllhorn des Lobes ausschütten.

Zu dieser Einschätzung trug maßgeblich der Rechenschaftsbericht von Susi Nock bei, aber auch die in Rekordzeit abgehaltenen Wahlen, die er als Indiz wertete, „dass hier alles bestens stimmt“. Nock hatte auf viele (neue) Angebote verwiesen und an die veränderte Programmgestaltung; Seit Frühjahr gibt es ein handliches Flyerformat statt einer Broschüre. Dem Teilnehmer sei es letztlich egal, ob VHS, Kneippverein oder TV – die Kooperationspartner – den Kurs organisieren, erklärte Nock. Deswegen habe man den Schwerpunkt auf den Inhalt gelegt.

Ganz nah am Kunden

Nach drei Mal Absagen mangels Anmeldungen und im Jahr darauf ein Zusatzkurs – diese „Phänomene“ seien immer wieder zu beobachten, aktuell beim Weidenflechten oder Küchlbacken. Diese Bedarfsorientierung sei klar eine Stärke der „kleinen“ VHS. Nock zählte Sprachkurse auf und verwies auf Workshops wie „leichter lernen“ oder Augen-Yoga.

Elisabeth Seebauer berichtete für Rötz, dass dort vor allem „die Klassiker“ sehr gut laufen und nannte exemplarisch Wirbelsäulengymnastik, Aqua-Sport und Yoga. „Wir haben ein anderes Publikum als in Waldmünchen“, erklärte sie, warum sie sich mit Einzelabenden schwer tue. Ausnahme seien die Vorträge von Rechtsanwältin Elke Kestler. Auch sie berichtete von positiven Rückmeldungen zu den neune Flyern.

Beim Ausblick schloss sich Susanne Nock ihrer alten und neuen Stellvertreterin an, die ankündigte, „alles daran zu setzen, dass es weiter so läuft“. Angeboten würden wieder Prüfungsvorbereitungskurse für Schüler, Höhepunkte werden eine Fahrt zur Theaterpremiere von „Lola Montez“ Ende Juni nach Vilseck sowie das Finale von Otfried Preußlers Weihnachtsgeschichte sein. Für die Lesung „’s Läjcht’l brennt“ werde es ab 2019 ein neues Format geben, kündigte sie an.

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