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Projekt

Was hat die Region vom Aktivzentrum?

Waldmünchens Bürgermeister erklärt, welchen Mehrwert das Ganzjahresaktivzentrum Althütte-Gibacht-Cerchov bringt.
Von Petra Schoplocher

Markus Ackermann vor dem Areal in Althütte, auf dem im Sommer der Bau des Funktionsgebäudes beginnt, das das Herz des Ganzjahresaktivzentrums werden soll. Der Bürgermeister ist von den Chancen überzeugt. Foto: Schoplocher
Markus Ackermann vor dem Areal in Althütte, auf dem im Sommer der Bau des Funktionsgebäudes beginnt, das das Herz des Ganzjahresaktivzentrums werden soll. Der Bürgermeister ist von den Chancen überzeugt. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Die Mannschaftsleistung wird über den Erfolg entscheiden, da ist sich Markus Ackermann ganz sicher. Deswegen ist ihm besonders viel daran gelegen, auf die Chancen, die das Ganzjahresaktivzentrum Althütte-Gibacht-Cerchov bietet, hinzuweisen. Von diesen ist er überzeugt: „Das ist ein wegweisendes Projekt, das zum Vorteil aller gereichen kann.“

Wenn, ja, wenn sich eben viele begeistern lassen und ihren Beitrag leisten: Vereine, Verbände, aber auch Vermieter, Gastronomen und Handel, „alle hängen mit dran“. Denn die Städte Furth im Wald und Waldmünchen, die auf deutscher Seite die „Hardware“ stellen, damit Langläufer, Schneeschuh- und Winterwanderer, Nordic Walker und Mountainbiker ideale Bedingungen vorfinden, „können das nicht alleine stemmen.“ Will heißen: Mit dem Bau von Funktionsgebäude und dem Unterhalten von Personal und Loipenspurgerät ist es nicht getan. Das Ganzjahresaktivzentrum muss mit Leben und Angeboten gefüllt werden, damit die Besucher dann auch wirklich kommen.

Grund genug dazu haben sie, ist Markus Ackermann überzeugt. Da ist nicht nur die deutschlandweit einmalige Situation eines grenzüberschreitenden, zertifizierten Gebiets, sondern da sind vor allem die wundervolle Natur und die vielseitigen Möglichkeiten. Nicht umsonst war der Arbeitstitel für die In-Wert-Setzung der Region eine Zeit lang „Bayerisch-böhmisch Kanada“.

Idee ist länger gereift

Die Idee, den Grenzkamm – die tschechische Seite ist vor allem mit den Städten Domažlice und Klencí sowie dem Bündnis Domažlicko eingebunden – ins Bewusstsein zu rücken, ist schon zu Zeiten der Mountainbikeoffensive entstanden, berichtet Markus Ackermann. Wie das Ganzjahresaktivzentrum mit seinem Herzstück „DSV Zertifizierung“ ohnehin Ergebnis eines Prozesses ist. Deswegen will es das Stadtoberhaupt auch nicht isoliert betrachtet sehen. Vielmehr sei es eingebunden in strategische Maßnahmen wie Qualitätssiegel (Luftkurort, Kinderland) und werde flankiert von Pluspunkten wie dem großen kulturellen Angebot oder auch schlicht Perl- und Silbersee.

Das Gebiet darf mit dem DSV-Logo werben. Auftauchen wird es zudem auf den Loipen-Portalen.  Eingeteilt sind die Loipen in drei Kategorie, denen deutschlandweit gleiche Kriterien zugrunde liegen. Foto: fkr
Das Gebiet darf mit dem DSV-Logo werben. Auftauchen wird es zudem auf den Loipen-Portalen. Eingeteilt sind die Loipen in drei Kategorie, denen deutschlandweit gleiche Kriterien zugrunde liegen. Foto: fkr

Die Region bekannt(er) zu machen, ist Dreh- und Angelpunkt der Bemühungen. Dafür ist die DSV-Zertifizierung ideal, unterstreicht Markus Ackermann. Vor allem von der Aufnahme des Gebiets in das Loipenportal des Skiverbands verspricht er sich einiges. Dann würden potenzielle (Tages)Touristen aus dem fokussierten Radius von 80 bis 100 Kilometern eben nicht nur auf St. Englmar oder Bretterschachten gestoßen, „sondern auch auf uns“. Die nachfolgende Rechnung ist einfach: Ist der Gast erst einmal da und sieht, welche Möglichkeiten ihm das ganze Jahr über geboten würden, kommt er wieder.

„Mit all den positiven Folgen für den Tourismus, die Gastronomie, aber auch den Handel“, erläutert der Bürgermeister, der in der angezogenen Kaufkraft einen wichtigen Synergieeffekt sieht. Doch auch die Vereine profitieren, ist er sicher. Zum einen ganz konkret durch bessere Trainingsmöglichkeiten, aber auch durch mögliche Kurseinnahmen oder neue Mitglieder.

Technik-Parcours in Althütte

Ackermann denkt an einen (Technik) Langlaufparcours auf dem idealen flachen Gelände in Althütte und hofft, dass im Laufe der nächsten Zeit – vor allem dann aus Reihen des zu gründenden Fördervereins – noch viele gute Ideen und Veranstaltungen entstehen werden. „Die Kompetenz haben wir ja“, sagt er mit dankbarem Blick auf viele Engagierte.

Wichtig für die Nutzung als Ganzjahresaktivzentrum ist das ebenso zertifizierte Nordic Walking. Foto: MZ-Archiv
Wichtig für die Nutzung als Ganzjahresaktivzentrum ist das ebenso zertifizierte Nordic Walking. Foto: MZ-Archiv

Die Region in Wert zu setzen und ihre Vorzüge weiter zu entwickeln, sei von Beginn an die Prämisse des Aktionsbündnisses Cerchov – seit dem Beitritts Furth im Walds Cerchov plus – gewesen. Immer voll mit dabei: die böhmischen Freunde; eine Herausstellung, die Markus Ackermann wichtig ist. Selbstverständlich würden auch die tschechischen Partner Aufgaben übernehmen. Praktisch durch das Loipenspuren ebenso wie mit einer Studie zur Gestaltung des Cerchovgipfels.

Das Ganze ist Ergebnis eines Prozesses, einer strategischen Ausrichtung.“

Markus Ackermann, Bürgermeister

Ziel sei es, in den Köpfen der Menschen zu verankern, dass man „hier super wandern, super mountainbiken und super langlaufen kann.“ Darauf werde die Marketingschiene ausgerichtet, in der „wir alle Register ziehen werden“, sichert Ackermann zu und verweist auf die eigene Homepage, die in Arbeit ist. Werben mit dem neuen Pfund dürften im Übrigen alle, die über Tourismus oder Handel eine Verbindung hätten.

Sorgen, überrannt zu werden, hat Markus Ackermann nicht. Zum einen habe die Konzentration auf Althütte als Einstiegspunkt den Vorteil der Besucherlenkung. Zum anderen werde man es halten wie beim AquaFit, bei dem sich die „konservative, wirtschaftliche Betrachtungsweise“ bewährt habe: Sollte der Zuspruch groß sein, könne man nachlegen, meint er. Klar sei aber auch, dass Natur und Landschaft geschützt würden, schließlich seien genau sie es, die das Kapital der Naturerlebnisregion sei. „Wir wollen sanften Tourismus und nicht Halligalli und Haudrauf“, unterstreicht er.

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