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Insekten

Was Imker-Neulinge beachten sollten

Der Chamer Bienenexperte Matthias Gebhard erklärt im Interview, wie es im Landkreis um die Amerikanische Faulbrut steht.
Von Gregor Raab

Die Amerikanische Faulbrut macht auch den Chamer Imkern zu schaffen. Foto: Caroline Seidel dpa
Die Amerikanische Faulbrut macht auch den Chamer Imkern zu schaffen. Foto: Caroline Seidel dpa

Cham.Kaum eine Tierseuche bewegt die Imker so stark wie die Amerikanische Faulbrut. Im Landkreis kam es zuletzt immer wieder zu Ausbrüchen. Im Spätsommer schlossen sich viele Imker für ein landkreisweites Monitoring Programm zusammen, um die Sporenbelastung in den Völkern zu ermitteln. Wir haben uns mit Matthias Gebhard, LVBI-Kreisvorsitzender in Cham, über die Auswertung und weitere Aspekte unterhalten:

Wie verlief die diesjährige Imkersaison? Sind Sie zufrieden?

Die Saison war relativ durchwachsen. In einigen Bereichen des Landkreises war die Honigernte gut, in anderen Bereichen war sie eher unterdurchschnittlich.

Der Kreisverband hat ein umfangreiches Monitoring gegen Amerikanische Faulbrut gestartet. Gibt es schon Erkenntnisse?

Aus dem ganzen Landkreis wurden mehr als 200 Proben eingeschickt. Von diesen Proben waren in rund 11 Prozent Sporen der amerikanischen Faulbrut nachweisbar. Dieser Wert liegt deutlich über den bayerischen Durchschnitt. Bei den befallenen Völkern wird nun eine Sanierung versucht, um sie sporenfrei zu bekommen.

Bieneninstitute warnen davor, Bienen über das Web zu bestellen. Warum ist Vorsicht geboten?

Bienenexperte Matthias Gebhard bei der Bekanntgabe der Ergebnisse des Monitorings im Landkreis zur Amerikanischen Faulbrut. Foto: Gregor Raab
Bienenexperte Matthias Gebhard bei der Bekanntgabe der Ergebnisse des Monitorings im Landkreis zur Amerikanischen Faulbrut. Foto: Gregor Raab

Bienenvölker sollen nur mit einem aktuellen Gesundheitszeugnis verkauft werden. Nur so kann eine Verbreitung der amerikanischen Faulbrut verhindert werden. Erst vor kurzen wurde von der bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau bekannt gegeben, dass über 130 Bienenvölker aus fragwürdigen Quellen nach ganz Deutschland verschickt wurde. Einige der Völker waren mit der amerikanischen Faulbrut infiziert.

Wie kann ein Imker sicherstellen, dass er gesunde Bienenvölker bekommt?

Der Imker sollte beim Kauf des Bienenvolkes auf ein aktuelles Gesundheitszeugnis durch das Veterinäramt des Verkäufers achten. Noch besser ist es, wenn er eine aktuelle Futterkranzprobe vorweisen kann.

Warnung

Amerikanische Faulbrut bedroht Bienen

An mehreren Orten im Landkreis Cham ist die Bienen-Krankheit ausgebrochen. Nicht-registrierte Imker sollen sich nun melden.

Der Artenschwund bei den Insekten ist derzeit in aller Munde. Was raten Sie Menschen, die sich Bienenvölker zulegen wollen?

Sie sollen sich zuerst an den Imkerverein in Ihrer Nähe wenden. Hier werden Kurse angeboten, die sie im Umgang mit den Bienen schulen. Es wird Ihnen auch ein Pate zur Seite gestellt, der sie bei allen Fragen unterstützt. Über diesen Imkerverein bekommen sie in der Regel auch Ihr erstes Bienenvolk, teilweise sogar kostenfrei. Eine Liste der Vereine finden Sie auf der Homepage unter www.Imker-Kreisverband-Cham.de. (cga)

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