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Region Cham
Sonntag, 22. Juli 2018 22° 6

Bildung

Was ist das Beste für mein Kind?

Die Beratungsstelle Inklusion hilft Eltern bei der Förderung ihrer Kinder. Die Förderschule ist nur ein Angebot von mehreren.
Von Hans Schmelber

Aktiv am Unterricht teilnehmen und den Lernstoff beherrschen – Eltern individuell die besten Bildungschancen für ihre Kinder zu finden, helfen die Beraterinnen der Willmeringer Fachstelle. Foto: dpa
Aktiv am Unterricht teilnehmen und den Lernstoff beherrschen – Eltern individuell die besten Bildungschancen für ihre Kinder zu finden, helfen die Beraterinnen der Willmeringer Fachstelle. Foto: dpa

Willmering.Soll mein Kind auf eine Regel- oder Förderschule gehen? Um diese Frage zu klären, gibt es die Beratungsstelle Inklusion, über die die dortigen Mitarbeiterinnen Anna Denk und Theresia Krumpp, mit stellvertretendem Schulamtsdirektor Rudolf Hofmann und Willmerings Vizebürgermeister Alfons Klostermeier informierten. Die Beratungsstelle befindet sich im Haus der Musik und Begegnung in Willmering neben dem Rathaus. Die Gemeinde hat dort 2016 Räume für die neue Einrichtung des Landkreises zur Verfügung gestellt.

In diesem Gemeindehaus halten die Studienrätinnen Anna Denk, Lehrkraft aus dem Förderschulbereich sowie Theresia Krumpp, Beratungsfachkraft an Grund- und Mittelschulen, mittwochs Sprechstunden ab.

Ihr Beratungsangebot zeichnet sich auch dadurch aus, dass es mit der Schulberatung, der Jugendhilfe, den Schulaufwandsträgern und den örtlichen Fachdiensten vernetzt ist und mit diesen zusammenarbeitet. So soll eine Förderung erarbeitet werden, die den besonderen Bedürfnissen des Kindes gerecht wird.

Manchmal fehlt der Durchblick

Für Eltern ist es manchmal sehr schwierig, bei allen Angeboten und Möglichkeiten den Durchblick zu bewahren. „Es ist auch in einer Schule nur begrenzt Gesprächszeit. Hier in unserer Beratungsstelle können wir auch mehrere Stunden reden“, versichert Anna Denk.

Eltern ein individuelles Beratungsangebot machen Rudolf Hofmann (v.l.), Veronika Nerud, Theresia Krumpp, Anna Denk und Alfons Klostermeier Foto: fsh
Eltern ein individuelles Beratungsangebot machen Rudolf Hofmann (v.l.), Veronika Nerud, Theresia Krumpp, Anna Denk und Alfons Klostermeier Foto: fsh

Anna Denk und Theresia Krumpp betonen, dass die Beratungsstelle in Willmering unabhängig ist, ebenso die Ratschläge der beiden Fachfrauen. Die Inklusions-Beratungsstelle ist nicht im schulischen Kontext zu sehen. Träger der Beratungsstelle ist der Landkreis Cham.

„Die Schulen im Landkreis können nicht alle gleich ausgestattet sein“, sagt Rudolf Hofmann, seines Zeichens stellvertretender Schulamtsdirektor. Im Landkreis Cham gibt es deshalb mit Bad Kötzting und Mitterdorf zwei Integrationsschulen, die sowohl im personellen, als auch im technischen Bereich besonders ausgestattet sind.

„Für das Sonderpädagogische Förderzentrum Bad Kötzting heißt Lehren mehr als bloße Vermittlung von Wissen.“

Schulleiterin Veronika Nerud

Die Beratungsstelle im Überblick

  • Themen:

    Die Beratungsstelle Inklusion unterstützt seit 2016 Eltern beim Entscheidungsprozess, für ihre Kinder die beste schulische Laufbahn zu finden. Die Beratungsstelle informiert über schulische Angebote, zeigt mögliche Wege der Schullaufbahn auf wie beim Übergang vom Kindergarten in die Schule, sie informiert über personelle und sachliche Ressourcen und sie gibt Auskunft über das regionale Angebot an schulinternen und externen Partnern.

  • Netzwerk:

    Die Beraterinnen helfen bei der Kontaktaufnahme zu entsprechenden Partnern und wirken mit bei der Weiterentwicklung des Netzwerkes Inklusion im regionalen Zuständigkeitsbereich.

  • Erfahrung:

    Anne Denk, Studienrätin Förderschule, und Theresia Krumpp, Studienrätin Mittelschule, sind erfahrene, langjährige Beratungslehrerinnen.

  • Angebote:

    Schulamtsdirektorin Gerda Bräuer betonte bei der Eröffnung der Einrichtung die Wichtigkeit der Vernetzung aller Angebote, die Niederschwelligkeit des Zugangs sowie die Verschwiegenheit und Kostenfreiheit bei jeder Beratung.

  • Kontakt:

    Die Beratungsstelle Inklusion ist mittwochs von 8 Uhr bis 15 Uhr im Haus der Begegnung und Musik in Willmering, Rathausplatz 3, geöffnet. Telefonische Vereinbarung von Beratungsterminen sind unter den Telefonnummern 09971 / 200 90 55 oder 0151 10423047 möglich. (fsh)

„Für das Sonderpädagogische Förderzentrum Bad Kötzting heißt Lehren mehr als bloße Vermittlung von Wissen“, sagt Schulleiterin Veronika Nerud. In diesem Förderzentrum sollen Kindern und Jugendlichen mit besonderen Förderbedürfnissen in den Bereichen Lernen, Sprache und sozial-emotionale Erziehung Freude und Erfolg am Lernen vermittelt werden. Sie werden entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten gefördert und gezielt auf ein möglichst selbstbestimmtes Leben in Familie, Gesellschaft und Beruf vorbereitet. Individuelle Entwicklung, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl sollen gefördert werden und Sachwissen zur Bewältigung des Alltags und beruflicher Situationen vermittelt werden.

Im Förderzentrum gibt es dazu noch den MSD. Die Mobilen Sonderpädagogischen Dienste beraten Lehrkräfte, Erziehungsberechtigte sowie Schüler. Sie diagnostizieren Lernvoraussetzungen und Entwicklungsstand bei vorliegendem oder vermutetem sonderpädagogischem Förderbedarf und empfehlen sonderpädagogische Fördermaßnahmen und führen diese auch durch.

Ohne die Eltern geht nichts

„Grundsätzlich hat jedes Kind ein Recht auf eine Regelschule. Bestimmen tun allerdings die Eltern. Gegen den Willen der Eltern geht gar nichts“, bemerkt der stellvertretende Schulamtsleiter.

Für Kinder von Förderschulen hat die Beratung dann schon stattgefunden. So kommen auch keine Eltern mehr, die fordern, dass ihr Kind in eine Regelschule muss. Die Begutachtung hat ebenfalls schon stattgefunden. „Wir sind eine Angebotsschule“, sagte dazu Veronika Nerud. Es habe ein Paradigmenwechsel stattgefunden, so Nerud: Gutachten stellen fest, dass das Kind einen Förderbedarf hat, der die Inanspruchnahme eines Förderzentrums rechtfertigt.

Ein Kind „muss“ also nicht in eine Förderschule, es „kann“. Die Bad Kötztinger Schulleiterin: „Wir sind eine teure Schule. Wir müssen begründen, dass das Kind zu uns gehen darf. Wir teilen das den Eltern mit und die entscheiden dann.“

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