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Bürgerdialog

Was Runding unter den Nägeln brennt

Beim Diskussionsabend „Jetz red’s ihr“ diskutierten Bürger mit CSU-Politikern über Mobilfunk, Verkehr, Migration und mehr.
Von Holder Hierl

Eine breite Palette an Themen wurde den CSU-Politikern beim Diskussionsabend in Runding vorgetragen. Foto: Holder Hierl
Eine breite Palette an Themen wurde den CSU-Politikern beim Diskussionsabend in Runding vorgetragen. Foto: Holder Hierl

Runding.„Die Geschwindigkeitskontrolle is a unpopuläre Entscheidung, aber i steh dazu.“ Chameraus Bürgermeister Stefan Baumgartner zeigte das Dilemma der Politiker heutzutage bei einer Diskussionsveranstaltung der CSU-Mandatsträger im Landkreis unter dem Motto „Jetzt red’s ihr, wir hör’n zu“ im Gasthaus Kopp in Runding auf: Sie sollen Entscheidungen treffen, die Kommunen weiterbringen, doch es gibt immer Widerstände dagegen.

Deshalb versuchten an diesem Abend MdB Karl Holmeier, MdL Gerhard Hopp, Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Rundings Bürgermeister Franz Piendl, sein Stellvertreter Markus Griesbeck, Stefan Baumgartner und der stv. Bürgermeister Arnschwangs, Matthias Weiß, Hintergründe, Entscheidungen und Visionen zu den von den Bürgern angesprochenen Themen zu liefern.


Ausbau des Mobilfunknetzes

Rund 50 Bürger Rundings hatten sich dazu eingefunden. „Der Abend gehört euch, fangt’s einfach o“, ermunterte Bürgermeister Piendl. Einer wagte sich mit dem „einfachsten Thema“ vor, dem Straßenbau. Der Gemeinderat habe die Gemeindeverbindungsstraße Langwitz-Chamerau wegen des vielen Verkehrs zu einer Kreisstraße aufwerten lassen wollen, doch sei das abgelehnt worden. Landrat Löffler erklärte, die Kriterien dafür seien vorgeschrieben. Er lasse diese aber noch mal überprüfen. Eine ungerechtfertigte Ausweisung als Kreisstraße könne man sich im Landkreis nicht leisten.

„Es dauert lang, aber wir kommen Schritt für Schritt voran“, antwortete Karl Holmeier auf die Frage nach dem Ausbau des Mobilfunknetzes in der Gegend. Franz Piendl wusste, dass die Firma Vodafone am Blauberg ein Grundstück für einen Masten gekauft hat, aber nicht sagen konnte, wann der Sender fertig sein wird.

5G braucht auch Masten

Für solche Technologien sei aber ein flächendeckendes Glasfasernetz nötig. Darum habe der Landkreis „die Zusammenarbeit mit den Zockerfirmen“ aufgekündigt, den Ausbau selber in die Hand genommen und eine Infrastrukturgesellschaft gegründet. Wenn die 5G-Technik in zwei Jahren in Deutschland so weit etabliert ist, dann sei man im Landkreis dafür bereit. Das koste dem Landkreis einiges, das müsse man den Bürgern sagen.

Es dauert lang, aber wir kommen Schritt für Schritt voran

CSU-Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier über den Ausbau des Mobilfunknetzes im Landkreis

Für den Bereich Runding/Chamerau hatte Stefan Baumgartner eine gute Nachricht: Dank der Vermittlung durch Karl Holmeier sei es möglich, bei der Firma Uvex in Lederdorn einen Funkmast zu errichten, bei dem die drei Anbieter Vodafone, Telekom und O2 ihre Sender einrichten werden. Doch es gebe auch hier Widerstände seitens der Anwohner.

Digitales

Brunnerhof versinkt im Breitband-Loch

Das Hotel in Arnschwang kämpft mit schlechtem Handy-und Internetempfang. Die Telekom sagt, der Ausbau sei unwirtschaftlich.

„Hat Sana koa Geld oder zahlt der Landkreis zu wenig?“, wollte ein Frager wissen, nachdem 16 examinierte Krankenpflegerinnen nicht von Sana übernommen worden sind. Löffler antwortete, dass die Beschäftigten in den Krankenhäusern letztlich von den Krankenkassen bezahlt werden. Diese geben einen Schlüssel für die Pflegekräfte vor und nach dem seien offenbar alle Stellen bei Sana derzeit besetzt.

Flächenverbrauch im Landkreis

Ein weiteres Thema war der Flächenverbrauch im Landkreis. Wenn die Entwicklung so weitergehe, dann sei der Landkreis bald ganz asphaltiert, befürchtete der Redner. Karl Holmeier entgegnete, dass der Landkreis bei der Verkehrsinfrastruktur Nachholbedarf habe, der Straßenausbau sei in den meisten Fällen ein Segen. Und überhaupt müsse man überlegen, ob der Natur mehr gedient sei, wenn auf der Fläche ein Maisfeld steht, das mit schweren Maschinen bewirtschaftet wird, oder eine Straße mit Graben und Böschungen, wo die Natur sich fast ungehindert ausbreiten könne.

Infrastruktur

Die Quadratur des Kreises beim Mobilfunk

Was tun gegen die Funklöcher in Cham? Bürgermeister diskutierten mit der Telekom über Strategien beim LTE-Ausbau.

Löffler gab zu bedenken, dass die Region im Wettbewerb stehe und daher eine gute Infrastruktur brauche. „Wenn alle zusammen sagen, des mach ma net, dann mach ma’s eben net.“ Und noch was meinte der Landrat: „Wir samma gewohnt, dass ma in na aufgeräumten Landschaft wohnen. Trau ma uns des, dass ma mir amal der Natur mehr überlassen? Trau ma uns des, in den Bebauungsplänen mehr Druck auszuüben?“

„Was is mit de Flüchtling?“

„Was is mit de Flüchtling?“, wollte ein Redner wissen. „De wern weniger“, antwortete Karl Holmeier. Doch müsse man die Ursachen der Fluchten angehen, damit die Menschen keinen Grund zum Weggehen haben. Der Landrat ergänzte, dass es im Landkreis derzeit 1600 Flüchtlinge gebe. In Arbeit oder Ausbildung seien davon insgesamt 605, wenn man deren Kinder mit einrechnet, dann seien es etwa 800 der 1600: „Eine unwahrscheinlich hohe Integrationsleistung“.

Weitere Themen an diesem Abend waren beispielsweise „saisonbedingte Arbeiten“ und durch gesetzliche Vorschriften nicht synchronisierbare Arbeitszeiten etwa am Bau, die Besteuerung von Einkünften bei ehrenamtlicher Tätigkeit, die hohe Anzahl der Abgeordneten in den Parlamenten ... (chi)

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