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Rettung

Was tun, wenn ein Jet abstürzt

Bei der grenzüberschreitenden Großübung auf dem Chamer Truppenübungsplatz arbeiteten 400 Teilnehmer zusammen.
Von Karl Pfeilschifter

Der Schutzanzug ist wichtig.Fotos: Karl Pfeilschifter
Der Schutzanzug ist wichtig.Fotos: Karl Pfeilschifter

Cham.Bei einer Großübung simulierten die Retter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) zusammen mit mehreren Freiwilligen Feuerwehren am Samstag im Truppenübungsplatz bei Cham ein größeres Unglück mit drei verschiedenen Schadensstellen. Erstmals beteiligten sich auch der Rettungsdienst aus Tschechien, denn bei dem Szenario galt es, über 100 verletzte Personen zu retten und zu bergen.

Was wurde angenommen? Im Zuge eines Flugtages berühren sich zwei Düsenjets, und es kommt zum Absturz. Ein Flugzeug kann sich noch von der Zuschauermenge wegbewegen. Ein Pilot kann kurz vor dem Absturz seine Außentanks abwerfen und sich mit dem Notsitz retten. Die Tanks schlagen im Bereich eines Zeltlagers mit 50 Personen ein, die teilweise schwer verletzt werden. Der Treibstoff sowie das Hydrazin kontaminieren den gesamten Zeltplatz. Das Flugzeug selbst schlägt im Bereich eines Waldstückes ein, wo eine Veranstaltung mit einem Bierzelt läuft. Dort entsteht unter den 50 Besuchern Panik. 20 Personen werden verletzt. Der Pilot hat sich mit seinem Fallschirm in den Bäumen verfangen.

Zusammenarbeit mit tschechischen Kollegen

Wichtig: die Registrierung und die Klassifizierung der „Verletzten“
Wichtig: die Registrierung und die Klassifizierung der „Verletzten“

Die ersten Einsatzkräfte ließen sofort die CBRN(E) des BRK alarmieren. Diese richteten einen Dekonplatz ein. Gemeinsam mit dem ABC-Zug der FFW Cham wurde die Bergung und die Dekontamination der Verletzten begonnen. Auch beim „Bierzelt“ wurden die Verletzten versorgt und abtransportiert. Zur Suche nach dem Piloten wurden Drohnen der Bergwachten Furth, Tirschenreuth und der SEG GILT eingesetzt. Der Pilot wurde von der Chamer Bergwacht von einem etwa 25 Meter hohen Baum gerettet.

Bespielhaft arbeiteten die BRK-Retter mit ihren Kollegen aus Tschechien zusammen, ebenso die Feuerwehrler. Es zeigte sich, dass man nicht unbedingt die gleiche Sprache sprechen muss, um gemeinsam helfen zu können. Rettungsdienstleiter Michael Daiminger überbrachte auch den Dank des Landrats Franz Löffler und des BRK-Präsidenten Theo Zellner. Vor allem für die 100 Einsatzkräfte aus dem Bereich Cham sei diese Übung nicht einfach gewesen, hatten die meisten doch viele Nachtstunden beim Großbrand in Roding verbracht. Lob zollte Daiminger den 102 Mimen von der Uni Pilsen und den Schminkteams aus Cham und Weiden. Aus Tschechien war 15 Einsatzteams, aus Bayern 65 Teams dabei. Insgesamt waren es 400 Teilnehmer. Daiminger würdigte die Leistungen von Einsatzleiter Dominik Lommer und des Leitenden Notarztes Dr. Andreas Harjung, ebenso die Abschnittsleiter Tobias Muhr und Michael Amann.

Zahlreiche Retter waren im Einsatz

Abtransport mit dem tschechischen Rettungswagen
Abtransport mit dem tschechischen Rettungswagen

Teilnehmer: BRK Cham mit allen Untergliederungen; Bergwacht Cham und Furth; BRK SEG Betreuung Regen; BRK Bogen; BRK Oberviechtach; BRK Burglengenfeld; BRK Freyung; CBRN€ Tirschenreuth; SEG Betreuung Gossersdorf; G.I.L.T, Schnell-Einsatzgruppe für Naturkatastrophen aus Rhön-Grabfeld. Feuerwehren: ABC-Zug Cham mit Dekon P, Dekon V; FFW Pemfling; FFW Waffenbrunn; FFW Willmering; FFW Loibling-Katzbach; FFW Grafenkirchen; FFW Balbersdorf; BRK Obernried.

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