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Natur

Weg vom Eck „in den Himmel“ eröffnet

Die Bürgermeister von gleich vier Gemeinden aus zwei Regierungsbezirken haben gemeinsam den ersten „Skywalk“ im Bayerischen Wald eröffnet.
Von Stefan Weber

  • Stephan Frisch (TI Arrach), Sepp Schmid (Arrach), Hermann Brandl (Arnbruck), Johann Weininger (Drachselsried) und Xaver Gmach (Hohenwarth), Matthias Altmann, der „Wander-Sepp“ und Matthias Liebl aus Lohberg (v.l.)
  • Blick von der Oberpfalz nach Niederbayern: Der Skywalk verbindet auch zwei Regierungsbezirke.
  • Eine massive Konstruktion aus Holz und Stahl sorgt für einen sicheren Schritt über den Abhang hinaus und für eine schöne Aussicht. Fotos: S. Weber
  • Wer an der Landkreisgrenze parkt, kann schon zum Steg blicken.

Arrach.Nach dem Regen des Vorabends reißt der Himmel langsam auf, der Nebel beginnt sich zu lichten – langsam nur, aber immerhin. Arrachs Bürgermeister Sepp Schmid glaubt sogar, in der Ferne die Alpen erkennen zu können. Dafür stehen er und seine Bürgermeisterkollegen Xaver Gmach aus Hohenwarth sowie aus Niederbayern Hermann Brandl aus Arnbruck und Johann Weininger aus Drachselsried am Wanderweg 7, der von Arnbruck aus auf den Goldsteig zum Eck führt. „Skywalk“ heißt die Konstruktion aus verzinktem Stahl und Holz, auf dem sich die Bürgermeister zusammen mit Planungsbüro und Baufirma am Donnerstagvormittag treffen, es geht um die offizielle Bauabnahme und Eröffnung.

Bayerwald-Skywalk hat Vorbilder

Angelehnt ist der Name an ähnliche Konstruktionen auf der Welt, wie den wohl berühmtesten Namensvetter, der sich – allerdings als Glas-Konstruktion – über den Grand Canyon in den Vereinigten Staaten erhebt. Eine ähnliche Bauweise schied für das Vorhaben im Bayerischen Wald allerdings von vornherein aus, wie Bürgermeister Schmid vor Ort erklärt. „Ein Glasboden wäre hier im Wald zu schnell verdreckt und außerdem zu rutschig“, begründet er die Entscheidung – die an diesem Tag umso nachvollziehbarer ist, während er auf den vom Regenwasser glänzenden Holzbohlen steht.

Während die rund zehnköpfige Abnahme-Kommission ganz auf den Rand hinaustritt, um einen Blick in das Zellertal zu werfen, schwankt die Konstruktion leicht nach links und rechts. Die Kammarafrau vom Lokalfernsehen wirft einen schnellen Blick in Richtung der Bürgermeister. „Keine Gefahr“, winken die ab: Der Bayerwald-Skywalk muss in der Region übliche Schneelasten aushalten, und das sind nicht weniger als 600 Kilogramm pro Quadratmeter.

Englischer Name, bairisches Feeling

Dem „Wanderer-Sepp“ Hofmann aus Arnbruck gefällt der englische Name für den Steg zwar nicht besonders, aber als versierter Wanderführer bringt er schon am Freitag die erste Gruppe hier hinauf. Ihm sei es wichtig gewesen, diesen Weg wieder etwas populärer zu machen, „und der Blick aus der Oberpfalz von hier oben nach Niederbayern ist einfach fantastisch“, lautet sein Urteil. Den Anglizismus der Namensgebung begründet Sepp Schmid mit demselben Argument: „Ist es im Bayerischen Wald nicht wirklich wie im Himmel? Der Name passt doch hervorragend.“

Der rund 40 000 Euro teure „Skywalk“ sei allerdings nur eine „Teileröffnung“ einer insgesamt rund 300000 Euro teuren Maßnahme, die Eck-Riedelstein und Auerhahn-Höhenloipe touristisch noch besser zu erschließen. Neben dem „Skywalk“ als Alleinstellungsmerkmal werden weitere und kunstvoll gestaltete Info-Tafeln, Sitzgelegenheiten und Unterstände diese Loipen im kommenden Jahr noch weiter aufwerten, versichert Arrachs Bürgermeister. Arnbrucks Bürgermeister Hermann Brandl lobt den schwebenden Steg über dem Zellertal als „Highlight“, für Johann Weininger aus Drachselsried ist die Eröffnung „zukunftsträchtig und mustermäßig“. Xaver Gmach aus Hohenwarth – die Gemeinde, die als letzte zum Projekt hinzugestoßen ist – verspricht sich „nach anfänglicher Skepsis“ eine bessere Nutzung des Loipen-Einstieges auf seinem Gemeindegebiet in Hudlach hinauf zur Kötztinger Hütte bis hinüber zum „Skywalk“.

Wer den Ausblick vom Bayerwald-Skywalk nach seiner offiziellen Eröffnung nun auskosten möchte, kann das ab sofort tun. Eine größere Wanderung ist dafür noch nicht einmal zwingend notwendig: Wer von der Gemeinde Arrach aus kommend auf das Eck fährt, vorbei am Skilift und weiterfährt Richtung Arnbruck bis zur Grenze der beiden Landkreise Cham und Regen, kann gleich unterhalb des Steges parken und den Skywalk in nicht einmal zehn Minuten leicht zu Fuß erreichen.

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