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Justiz

Wegen 106 Gramm Marihuana vor Gericht

Der Angeklagte gab vor dem Richter an, er hätte die Drogen für sich selbst dabei gehabt, als er verhaftet wurde.

Eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten mit einer Bewährungszeit von drei Jahren, lautete der Richterspruch. Foto: Armin Weigel dpa/lby
Eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten mit einer Bewährungszeit von drei Jahren, lautete der Richterspruch. Foto: Armin Weigel dpa/lby

Furth im Wald.Nicht alltäglich war ein Fund der Polizei im Rahmen einer Kontrolle eines Tschechen bei der Einreise ins Bundesgebiet. Der Mann fuhr in einem Taxi über die Grenze bei und musste sich den Überprüfungen der Schleierfahnder unterziehen. Diese wurden schnell fündig: Der Tscheche hatte 106 Gramm Marihuana sowie eine geringe Menge Crystal mitgebracht. Der Anzeige folgte nun die Gerichtsverhandlung am Amtsgericht Cham.

Der Koch aus dem Raum Domazlice erklärte, er habe das Marihuana zum Eigenkonsum mit sich geführt. Die große Menge sei eine Ausnahme, solche Größenordnungen seien sonst nie der Fall gewesen. Er konsumiere nur zur Entspannung nach einem harten Arbeitstag. Mittlerweile habe er den Konsum jedoch fast gänzlich eingestellt. Der ermittelnde Beamte lobte die Kooperation mit den Kollegen in Domazlice. Die Zusammenarbeit mit der tschechischen Polizei sei generell hervorragend. In Bezug auf den Angeklagten erklärte der Beamte, dass der Mann nach dem Auffinden der Drogen einen reuigen Eindruck machte. Er sei klar bei Sinnen gewesen, und man hatte nicht den Eindruck, dass er unter Drogen stand.

Diese These bestätigte der Angeklagte, als er erläuterte, dass er lediglich am Vortag Marihuana geraucht hatte. Der Verdacht, dass er in gewerbsmäßiger Verkaufsabsicht handelte, entstand durch den Fund einer Grammwaage. Die weiteren Ermittlungen konnten diesen Verdacht jedoch nicht erhärten, so dass es bei der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln als Anklagepunkt blieb.

Ein minderschwerer Fall lag nach Meinung der Staatsanwaltschaft vor, da es sich um eine weiche Droge handelte, und der Angeklagte geständig und kooperativ war. Zudem sei die nicht geringe Menge nur knapp überschritten worden. Eine Freiheitsstrafe sei dennoch unabdingbar, wenngleich eine Bewährungschance eingeräumt werden könne. Der Angeklagte ist nicht vorbestraft, darüber hinaus sei eine positive Sozialprognose zu stellen: „18 Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung sowie 1000 Euro Geldstrafe“, so die Staatsanwaltschaft.

Rechtsanwalt Heimerl gab zu bedenken, dass die nicht geringe Menge bei genauer Analyse noch nicht überschritten war. Eine Freiheitsstrafe dürfe die Länge von zwölf Monaten nicht überschreiten. Zudem regte der Verteidiger an, von einer Geldauflage abzusehen. Letzteres tat Richter Andreas Lecker in der Urteilsverkündung zwar nicht, halbierte die Auflage jedoch auf 500 Euro. Eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten mit einer Bewährungszeit von drei Jahren sei tat- und schuldangemessen. (cya)

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