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Gefeuert

Wegen Nazi-Tattoo: Schüler fliegt raus

Das Robert-Schuman-Gymnasium Cham entlässt 16-Jährigen wegen „Störung des Schulfriedens“. Wegen seines Nazi-Tattoos muss er nun vor den Jugendrichter.
Von Johannes Schiedermeier

Das Robert Schuman-Gymnasium bietet Neonazis kein Forum.

Cham.Das Robert-Schuman-Gymnasium Cham hat einen nun 16-Jährigen Schüler wegen massiver Störung des Schulfriedens der Schule verwiesen. Dies bestätigte Direktor Günter Habel am Mittwoch auf Nachfrage des „Bayerwald-Echos“. Aus Gründen des Jugendschutzes wollte Habel nicht näher auf die genauen Umstände eingehen. Die Schule habe versucht, klare Grenzen zu setzen und mit mehreren Aktionen und Ausstellungen gegen Rechts klar Stellung bezogen, so der Schulleiter. Als der Schüler jedoch an seinem Verhalten nichts geändert habe, sei er entlassen worden.

Eltern von Schülern aus der ehemals 9. Jahrgangsstufe berichten, dass der Bursche sich den SS-Wahlspruch „Meine Ehre heißt Treue“ kombiniert mit dem Eisernen Kreuz groß in Nazirunen auf den Unterarm habe tätowieren lassen. Die Schule habe ihn deswegen aufgefordert, nur noch in langärmeliger Kleidung zu erscheinen und das Tragen von T-Shirts untersagt.

Der heute 16-Jährige habe jedoch weiterhin seine Mitschüler mit ausländerfeindlichen Parolen beeinflusst und beim Verlassen des Schulgeländes provokativ die Ärmel zurückgekrempelt. Auch auf dem Chamer Volksfest sei er provozierend an einem Tisch mit Lehrern vorbeigegangen und habe das Tattoo öffentlich gezeigt. Sein Verhalten werde ganz offensichtlich vom Elternhaus gefördert. Das Landratsamt Cham bestätigt, dass das Jugendamt um eine Stellungnahme im Rahmen der Jugendgerichtshilfe gebeten worden ist.

Inzwischen posiert der junge Mann mit entblößtem Unterarm auf Facebook. Sein Lieblingszitat: „Ehre-Freiheit-Vaterland“, seine politische Einstellung outet er als „Nationalist“. Das hat ihm inzwischen Ermittlungen der Kripo eingetragen.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat den Fall übernommen und an den Jugendrichter am Chamer Amtsgericht weitergeleitet. Dort stellte sie Antrag auf ein vereinfachtes Verfahren nach dem Jugendstrafrecht. Die propagandistische Verwendung des SS-Wahlspruches steht in Deutschland unter Strafe und kann mit Jugendarrest geahndet werden. Das nichtöffentliche Verfahren findet am 18. September statt.

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