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Weidings Wehr hat nun ein Festgefolge

Die Honoratioren für das Fest im Juni gaben ihre Zusage – nachdem die Bittsteller bestimmte Aufgaben erfüllt hatten.

Die Ehrenämter sind vergeben, das Fest kann beginnen. Fotos: fsc
Die Ehrenämter sind vergeben, das Fest kann beginnen. Fotos: fsc

Weiding.Ein großes Fest steht für die Feuerwehr im kommenden Jahr im Kalender: 125 Jahre wollen gefeiert werden, und das tun die Feuerwehrler vom 28. Juni bis 1. Juli. Die Vorbereitungen dazu biegen schon in die Zielgerade ein und fanden am Wochenende einen Höhepunkt mit dem Bitten des Festgefolges.

Mit großem Aufgebot rückte die Weidinger Wehr zum Ehrenämterbitten aus und unterstrich damit die Bedeutung für ihr Jubiläum. Eine große Schar Feuerwehrleute marschierte vom Feuerwehrhaus unter den Klängen der Ränkamer Feuerwehrkapelle ins Industriegebiet in die Halle von Walter Höpfl.

Eine harte Geduldsprobe

Nach einem Sektempfang war es für den Feuerwehrvorsitzenden Christian Peinkofer eine große Freude, die vielen Kameraden und zahlreiche Ehrengäste zu begrüßen. Dann aber war es Festleiter Matthias Preischl vorbehalten, zusammen mit den beiden Vorsitzenden Christian Peinkofer und Christian Kolbeck sowie den Kommandanten Alwin Schlamminger und Christian Hastreiter die Kandidaten für die Ehrenämter in die Pflicht zu nehmen. Dies war dann buchstäblich für die Bittsteller eine harte Geduldsprobe auf den kantigen Holzbalken. In geschliffenen Reimen trug Preischl im Namen des Jubelvereins dieses Anliegen gekonnt vor, um sich bei den jeweiligen Amtsträgern Gehör zu verschaffen. Die Honoratioren ließen sich natürlich erwartungsgemäß einige Hürden einfallen, von deren Bewältigung sie ihre Zustimmung abhängig machten.

Krawattenbinden war für sie gar nicht so einfach. Fotos: fsc
Krawattenbinden war für sie gar nicht so einfach. Fotos: fsc

Als erstes galt es natürlich, das „Ja“ des Schirmherrn zu holen. Die Feuerwehrler haben dafür Walter Höpfl auserkoren. Seit Jahren ist Höpfl eng mit der Feuerwehr verbunden und ein großer Gönner. Stellt er doch immer wieder bei vielen Übungen seine Örtlichkeiten kostenlos zur Verfügung. „Fia di ham mia an ganz an wichtign Posten, der wird di owa a a bissl wos kostn. Drum Walter sama heit als Gemeinschaft zamakemma und wolln di frong, ob du des Amt des Schirmherrn dast onemma. Du erfüllst all unsere Kriterien einwandfrei, deshalb sag Ja und sei als Schirmherr bei unserem Fest dabei.“ So einfach, wie es sich die Verantwortlichen vorgestellt haben, ging das Bittgesuch nicht über die Bühne. In seiner Schirmherrnzeit braucht er als Lackiermeister natürlich eine fachkundige Vertretung. So mussten die Bittsteller ihr Talent bei dieser Arbeit auch beweisen. Und nach dem auch das Baumstammsägen und die Trinkfestigkeit getestet worden waren, kam der treue Feuerwehrkamerad der Bitte gerne nach und versprach, mit seiner Ehefrau Christiane an der Seite, sein Bestes zu geben.

Nun wandte sich Matthias Preischl an Monika Holmeier. „Wia a Mutter des Herz vo da Familie is, is d’Festmuada die Seel vom Fest, ganz gwiß. Mir brauch ma a Frau mit Herz und Verstand, die guad ausschaut, wia Du, im Festtagsgwand.“ Aber auch sie verband ihre Zusage mit zwei Aufgaben. So musste der Vorstand seine Fitness und Arbeitskraft beim Zeltaufbau beweisen. Geschicklichkeit beim Pumpen war dann bei der zweiten Aufgabe gefragt. Überzeugt von der Ausdauer und Heiterkeit nach diesen mit Bravour bestandenen Aufgaben war die Festmutter für ein Ja bereit. Sie versprach, mit Herz und Schwung ihr Bestes zu geben, denn das Fest soll ein Erlebnis für Jung und Alt werden.

Zur „Buße“ musste zunächst ein Stamm durchsägt werden. Fotos: fsc
Zur „Buße“ musste zunächst ein Stamm durchsägt werden. Fotos: fsc

Das Bittgesuch ging aber noch weiter, denn auch eine fesche Festbraut musste noch her. „A jungs Deandl, lustig und charmant, de uns de junga Burschn olocka kannt“, so der Festleiter. Dafür ließ sich Julia Preischl gerne in die Pflicht nehmen. Doch die aktive Feuerwehrlerin forderte natürlich auch eine Gegenleistung. Für die Festtage müssen die Feuerwehrler natürlich auch chic sein, und dazu gehört die Krawatte. Diese aber korrekt zu binden, war für die Bittsteller kein Leichtes. Und weil auch sie als Festbraut täglich ein neues Kleid brauche, sei eine genaue Maßtabelle wichtig. Mit viel Heiterkeit wurde diese Messaufgabe natürlich gerne erfüllt.

Zünftige Feier

  • Festbier

    Der designierte Schirmherr durfte das erste Fass der Festbrauerei Dimpfl aus Furth im Wald anzapfen – und diese Generalprobe ist auch bestens gelungen.

  • Musik

    Bei Speis und Trank und mit den Klängen der Ränkamer Feuerwehr wurde in der schön geschmückten Höpflhalle noch lange in Vorfreude auf das Fest gefeiert.

Herzliche Zusage

Eine herzliche Zusage holten sich die Verantwortlichen dann noch von Anni Feil ein. Beim 100-jährigen Gründungsfest 1994 war die Anni schon Festmutter und soll nun beim 125- jährigen Jubiläum Ehrenfestmutter sein. Wie das Inventar zu einer Firma, so gehört auch ein Ehrenschirmherr zu einem Jubelverein. Da hat sich die Weidinger Wehr gleich zwei auserwählt. MdB Karl Holmeier und Bürgermeister Daniel Paul fragte der Festleiter ebenfalls in Versform, ob sie dieses Ehrenamt übernehmen würden. Nach so schönen Reimen kam von beiden ein spontanes und lautes „Ja!“.

Nach gut zweistündiger Prozedur waren alle brenzligen Aufgaben mit Bravour gemeistert, und alle Honoratioren gaben ihr „Ja“. Mit der Übergabe der obligatorischen Schirme sowie Blumensträuße für die Damen wurden die Ehrenämter besiegelt. (fsc)

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