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Region Cham
Montag, 23. April 2018 21° 8

Musik

Weihnachtskonzert mit Eva Urbanova

Die Opern- und Konzertfreunde luden zu einem Abend mit Gesang und dem Mährischen Klaviertrio ein.

  • Das Mährische Klaviertrio mit Jiri Jagoda, Jana Rysankova und Miroslav Zicha (von links) Fotos: cjr
  • Eva Urbanova

Furth im Wald.Mit Blumen förmlich überschüttet verabschiedete sich die Spitzensopranistin und treue Weggefährtin der Opern- und Konzertfreunde, Eva Urbanova, nach einem für sie wohl anstrengenden Konzert für dieses Jahr von ihren Freunden in Furth im Wald. Ihr zur Seite – als ihre Begleiter und hervorragendes Konzerttrio – fungierte das „Mährische Klaviertrio“,Jana Rysankova, Klavier, Geiger Jiri Jagoda und Miroslav Zicha, Violoncello.

Schön rustikal herbstlich-winterlich war die Bühne im ATT dekoriert, als der Vorsitzende des Vereins, Dr. Norbert Biermann, mit einem Bonmot die Gäste begrüßte: „Musik sagt das, was nicht gesagt werden kann.“ Sprich, sie lebt in den Emotionen der Menschen.

Der Slawische Tanz

Das erste Mal auf einer Further Bühne stellte sich das Mährische Klaviertrio zunächst mit dem Slawischen Tanz Nr. 1 von Antonin Dvorak vor – ein temperamentvoller Auftritt, dem einige weitere instrumentale Leckerbissen folgen sollten – eine zauberhafte „Humoreske“, die federleicht und verträumt daherkam und, noch im ersten Teil, der berühmte „Säbeltanz“ von Chatschaturian, den das Trio in einer sensiblen Bearbeitung des Cellisten Miroslav Zicha als das zelebrierte, für das man ihn so schätzt – ein virtuoses Meisterstück par excellence.

Im Übrigen waren sämtliche Stücke, sowohl die Instrumentalwerke wie auch die Begleitung von Urbanova, von Zicha gezielt auf das Trio hin arrangiert. Das kann manchmal etwas irritieren, die großen Arien wirken halt einfach besser, und man hat sie auch so im Ohr, wenn sie in einen satten Orchesterklang eingebettet sind. Was aber der künstlerisch-musikalischen Leistung der drei Ausnahmeinstrumentalisten in keiner Weise Abbruch tat.

Das empfand das Publikum wohl auch so, quittierte es die Vorträge denn auch nicht selten mit begeistertem Applaus, und sogar ein paar „Bravos“ waren zu hören. So lag das Trio goldrichtig mit besagtem Säbeltanz (im Original ein Piano-Bravourstück, aber auch in allen möglichen Bearbeitungen bekannt). So ist auch die „Fantasie“ aus La Boheme zu sehen, die dem Geiger Jiri Jahoda zu einem virtuosen Prachtstück nach Zigeunerart gelang. Vollends beeindruckte er seine Zuhörer mit der „Meditation“ aus der Oper Thais – großer, fast schmerzhaft intensiver Ton, tolle Partner am Flügel und Cello.

Elf Prachtarien

Elf Prachtarien, die noch dazu ohne großes Orchester viel anfordernder sind – der Fokus des Publikums richtete sich bei ihnen verständlicherweise hauptsächlich auf die Sängerin – das ist schon Schwerstarbeit. Jede Nuance ihres Vortrags, jedes kleinste Gestaltungsmoment ist wichtig. Aber Urbanova mit ihrer langjährigen Erfahrung führte ihren über weite Strecken wohldosierten Sopran und ihre gewaltige Bühnenpräsenz sicher durchs Repertoire.

Ihre starke Ausstrahlung ist das, was man in Furth so schätzt. Mit sparsamen Gesten und erprobter Mimik unterstreicht sie das Wesen der Frauengestalten, die sie sängerisch darstellt. Angenehm nimmt sie ihren leicht metallischen Sopran zurück, wenn’s die Arie verlangt („Lascia ch`io pianga“ oder Schuberts „Ave Maria“). Dagegen dreht sie, wie gewohnt, mächtig auf („Stride la vampa“ oder in der Schlusspassage in „Silberner Mond du am Himmelszelt“ aus Dvoraks „Rusalka“). Wenn man meint, die Sängerin mit der gewaltigen Stimme zu kennen, überrascht sie Einen mit einer von ihr so nicht erwarteten „italienischen“ Tongebung in Albinonis „Adagio“.

Dann schwelgte sie in weihnachtlicher Festlichkeit mit „Panis angelicus – Brot der Engel“ und erst recht abschließend in „Adeste Fideles“. Zuvor jedoch überraschte sie mit der Zugabe und einem „Wiegenlied“ von Brahms („Guten Abend, gut Nacht“) und, wie könnte es anders sein, mit „Stille Nacht – Ticha noc“ für den Heimweg der Zuhörer, die das Weihnachtskonzert mit stehenden Ovationen quittierten. (cjr)

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