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Verkehr

Weißes Reh stirbt bei Verkehrsunfall

Das seltene Tier wurde bei Obernried von einem Autofahrer erfasst. Der Unfall macht Jagdpächter und Unfallfahrer betroffen.
Von Tanja Fenzl

Die Zahl der Wildunfälle im Landkreis Cham scheint gerade wieder zu steigen. Foto: Marcus Führer, dpa
Die Zahl der Wildunfälle im Landkreis Cham scheint gerade wieder zu steigen. Foto: Marcus Führer, dpa

Cham.So ungewöhnlich und besonders sie aussehen – sie gelten unter Jägern als Unglücksboten: weiße Rehe. Wer sie schießt, bringt dem Aberglauben zufolge den Tod in seine engste Familie. Vielleicht deshalb hat Jagdpächter Rückerl das weiße Reh in seinem Wald gehegt und gepflegt. Am Dienstagmorgen starb es bei einem Verkehrsunfall.

Wie die Polizei mitteilte, hatte der Fahrer eines Kia am frühen Morgen auf dem Weg zu einem privaten Termin an seinem freien Tag bei Obernried das außergewöhnliche Tier erfasst und überfahren. Und er staunte ebenso wie die hinzugerufene Polizeibeamten, als er das getötete Tier liegen sah: Das Fell war fast so hell wie der Schnee, auf dem es regungslos lag.

1500 Wildunfälle im Jahr

Bis zu dem tragischen Unfall wurde das seltene Reh gehegt und gepflegt. Foto: Polizei Cham/Pfeilschifter
Bis zu dem tragischen Unfall wurde das seltene Reh gehegt und gepflegt. Foto: Polizei Cham/Pfeilschifter

„Bei über 1500 Wildunfällen im Jahr sind die Polizeibeamten doch erfahren im Anblick entsprechend nach einem Unfall aussehender Autos.“ Doch diesmal bot sich ihnen ein anderer Anblick: „Das Fahrzeug war mit Haaren des getöteten Tieres übersät, diese leuchteten aber in weiß.“ Der Fahrer, der vor fünf Jahren bereits einmal ein einen Wildunfall verwickelt war –damals hatte das Tier aber überlebt – bedaure den Tod des weißen Rehs außerordentlich, sagte ein Polizeisprecher.

Wildunfälle

  • Landkreis

    Rund 1500 Wildunfälle ereignen sich jedes Jahr im Landkreis Cham. Die Zahl ist nach Angaben der Polizei seit rund drei Jahren konstant.

  • Unfälle

    Die Gesamtunfallzahl im Landkreis liegt bei jährlich rund 4000.

  • Heuer

    In diesem Jahr ereigneten sich bisher bereits 115 Unfälle, bei denen ein Wild beteiligt war.

Und auch Rückerl drückte im Gespräch mit unserem Medienhaus sein Bedauern über den Vorfall aus. Zumal er bereis einmal ein verwaistes Kitz verloren habe. Das hatte er seinerzeit zum Tierarzt gebracht, der es zur Pflege gegeben habe. Allerdings sei das Kitz dann gestorben. Das junge weiße Reh habe er über die Wintermonate gefüttert, es sei immer rund um den Kuglhof zu sehen gewesen. Es sei etwa zwei Jahre alt gewesen.

Die Polizei teilte mit, die Zahl der Wildunfälle sei die letzten Jahre kontinuierlich angestiegen. In den letzten drei Jahren ereigneten sich den Angaben zufolge jeweils knapp 1500 Wildunfälle im gesamten Landkreis Cham. Bereits mehr als 115 Unfälle seien heuer bereits aufgenommen worden. Somit zeichne sich erneut ein leichter Anstieg um circa drei Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Die Gesamtunfallzahl beträgt etwa 4000 jährlich.

Albino-Rehe sind selten

Übrigens: Manchen galten die weißen Rehe früher nicht als Unglücksboten, sondern sogar als heilig. Das Vorkommen von Albino-Rehen ist selten. Sie gelten als Laune der Natur. Erst 2015 war bei Biberbach bei Treffelstein ein weißes Reh regelmäßig gesichtet worden. Revierinhaber Herbert Lechner sagte damals, er hoffe, das Tier , ein dreijähriger Rehbock, pflanze sich fort und gebe seine Besonderheit weiter.

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