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Umwelt

Weiterbildung hört nie auf

Das Betriebspersonal der Kläranlagen erweitert seinen Wissensstand. Es geht auch darum, die Anlagen wirtschaftlich zu betreiben.

Die Klärwärter des Nachbarschaftsbezirkes – hier mit Bürgermeister Alois Hamperl (l.), Diplom-Ingenieur (FH) Johann Nuber, dessen Nachfolger Dominik Gigl, Rudi Kormann vom WWA Regensburg und Lothar Fuchs, Klärwärter der Gemeinde – haben sich weitergebildet.FOTO: RTO

RETTENBACH.Kläranlagen und Kanalisation sind teuer, im Bau und im Betrieb. Und die Einrichtungen können nur dann gut funktionieren, wenn qualifiziertes Personal eingesetzt wird, das für einen optimalen Betrieb sorgt. Deshalb ist eine ständige Weiterbildung des Betriebspersonals wichtig. Dazu hat der DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.) Landesverband Bayern im Jahre 1973 Nachbarschaften eingerichtet. In Bayern bestehen bereits 98 solcher Nachbarschaften.

Das Betriebspersonal trifft sich etwa dreimal jährlich jeweils auf einer anderen Anlage im Nachbarschaftsbezirk, um über praxisnahe Probleme zu diskutieren. Bei diesem Erfahrungsaustausch werden die Klärwärter durch den Nachbarschaftslehrer betreut und geschult. Als Lehrer sind dabei betriebserfahrene Abwasserfachleute tätig, die bei der Durchführung des Nachbarschaftstages durch Rudi Kormann vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg und einen Obmann, der aus dem Teilnehmerkreis stammt, unterstützt. Für die Nachbarschaft Cham-West ist dies der Abwassermeister der Kläranlage Cham, Josef Mühlbauer. Zur Nachbarschaft Cham-West gehören 17 Unternehmensträger (Gemeinden) und eine Betriebs-GmbH mit insgesamt 39 Kläranlagen.

Bestmögliche Wirkung erzielen

Ziele eines Nachbarschaftstages sind unter anderem, den Wissensstand zu erweitern, die neuesten Informationen zu vermitteln und das Anstreben der bestmöglichen Wirkung der Kläranlagen. Das Betriebspersonal lernt auch, die Abwasseranlage wirtschaftlich zu betreiben und wird befähigt, die vorgeschriebene Eigenüberwachung selbständig durchzuführen. Im Hinblick auf das Abwasserabgabengesetz wird der Gemeinde zudem zu einer niedrigen Abgabe verholfen.

Zum ersten Nachbarschaftstag dieses Jahres, der am Dienstag in der Gemeinde Rettenbach stattfand, trafen sich die Klärwärter, Dipl.-Ing. (FH) Johann Nuber, dessen Nachfolger Dominik Gigl und Rudi Kormann vom WWA Regensburg zunächst bei der Kläranlage Haag. Nachdem Bürgermeister Alois Hamperl dann die Gemeinde und die vier Kläranlagen in Zahlen vorgestellt hatte, wurde der Nachbarschaftstag im Gasthaus Wagner „Zum Alten Wirt“ fortgesetzt. Dort erfuhren die Anwesenden „Neues vom Klärschlamm“ und alles Wesentliche zur „Arbeitssicherheit“. Während 2016 in Bayern nur noch zirka 15 Prozent des Klärschlammes in der Landwirtschaft verwertet wurden, nahm die thermische Verwertung auf über 60 Prozent zu. Seit dem 3. Oktober letzten Jahres ist auch eine neue Klärschlammverordnung, mit der die Anwendung des Klärschlammes auf landwirtschaftlichen Flächen geregelt ist, in Kraft getreten. Hier gelten noch zusätzliche Anforderungen und Beschränkungen bei der Verwendung von Klärschlamm als Dünger. Das bedeutet, dass es immer schwieriger wird, Landwirte zur Abnahme von Klärschlamm zu gewinnen.

Anforderungen aus Verordnung

Dieser Trend wird sich auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen, da die einzuhaltenden Anforderungen aus der Düngemittelverordnung eine landwirtschaftliche Verwertung auch für kleinere Kläranlagen immer schwieriger macht. Für viele Kläranlagen bleibt damit nur noch der Weg der Mitverbrennung des Schlammes in dafür geeigneten Verbrennungsanlagen. Damit verbunden ist zum Teil auch eine erhebliche Kostensteigerung bei der Entsorgung des anfallenden Klärschlammes. (rto)

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