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Rechtstipps

Welche Angaben müssen Handwerker machen?

Unser Rechtsexperte erklärt, welche Informationen eine Baubeschreibung für Kunden unbedingt enthalten muss.
Von Georg Kuchenreuter

Der beauftragte Unternehmer ist verpflichtet, wenn er die Planung erbringt, dem Verbraucher rechtzeitig vor Abgabe seiner Vertragserklärung eine Baubeschreibung in Textform zur Verfügung zu stellen. Foto: Arne Dedert/dpa
Der beauftragte Unternehmer ist verpflichtet, wenn er die Planung erbringt, dem Verbraucher rechtzeitig vor Abgabe seiner Vertragserklärung eine Baubeschreibung in Textform zur Verfügung zu stellen. Foto: Arne Dedert/dpa

Cham.Welche Angaben sind in einer Baubeschreibung Pflicht für den Handwerker? Beim Verbraucherbauvertrag ist die Ausgestaltung der Baubeschreibung gesetzlich vorgeschrieben. Der Unternehmer ist verpflichtet, wenn er die Planung erbringt, dem Verbraucher rechtzeitig vor Abgabe seiner Vertragserklärung eine Baubeschreibung in Textform zur Verfügung zu stellen.

In der Baubeschreibung sind die wesentlichen Eigenschaften des angebotenen Werks darzustellen. Sie muss mindestens folgende Informationen enthalten:

  • allgemeine Beschreibung des herzustellenden Gebäudes oder der vorzunehmenden Umbauten, gegebenenfalls Haustyp und Bauweise,
  • Art und Umfang der angebotenen Leistungen, gegebenenfalls der Planung und der Bauleitung, der Arbeiten am Grundstück und der Baustelleneinrichtung sowie der Ausbaustufe,
  • Gebäudedaten, Pläne mit Raum- und Flächenangaben sowie Ansichten, Grundrisse und Schnitte,
  • gegebenenfalls Angaben zum Energie, zum Brandschutz- und zum Schallschutzstandard sowie zur Bauphysik,
  • Angaben zur Beschreibung der Baukonstruktionen aller wesentlichen Gewerke,
  • gegebenenfalls Beschreibung des Innenausbaus,
  • gegebenenfalls Beschreibung der gebäudetechnischen Anlagen,
  • Angaben zu Qualitätsmerkmalen, denen das Gebäude oder der Umbau genügen muss,
  • gegebenenfalls Beschreibung der Sanitärobjekte, der Armaturen, der Elektroanlage, der Installation, der Informationstechnologie und der Außenanlagen.
  • Die Baubeschreibung wird Vertragsinhalt wenn die Parteien nichts anderes vereinbaren.
Georg Kuchenreuter
Georg Kuchenreuter

Zweifel bei der Auslegung des Vertrags insbesondere bei einer unvollständigen Baubeschreibung, gehen zu Lasten des Unternehmers. Falls die Baubeschreibung unklar oder unvollständig ist, ist der Vertrag unter Berücksichtigung sämtlicher vertragsbegleitender Umstände, insbesondere des Komfort- und Qualitätsstandards, nach den übrigen Leistungsbeschreibungen auszulegen. Bei der Auslegung können auch Prospektangaben, Exposés und Aussagen von Mitarbeitern des Unternehmers herangezogen werden.

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Merke: Verbrauchern ist zu empfehlen, sämtliche Unterlagen auch im Vorfeld des Vertragsabschlusses zu dokumentieren und aufzubewahren. Diese Informationen können später für die Auslegung des Vertrages erhebliche Bedeutung erlangen.

Der Vertrag muss zudem verbindliche Angaben zum Zeitpunkt der Fertigstellung enthalten. Kann ein solcher Termin bei Vertragsschluss noch nicht angegeben werden, ist zumindest die Dauer der Bauausführung in den Vertrag aufzunehmen.

Unser Experte

  • Autor:

    Georg Kuchenreuter ist Anwaltin der Chamer Kanzlei am Steinmarkt, Kuchenreuter, Dr. Stangl,Alt PartGmbB.

  • Fachgebiet:

    Kuchenreuter ist Fachanwalt für Familienrecht und Arbeitsrecht sowie Mediator. Vertiefende Informationen finden sich auf der Homepage der Kanzlei.

  • Kontakt:

    Kanzlei am Steinmarkt, 93413 Cham, Telefon (0 99 71) 8 54 00, E-Mail info@kanzlei-amsteinmarkt.de , Internetadresse www.kanzlei-am-steinmarkt.de

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