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Kirche

Weltpriester ist Freund der Waidler

Dr. Peter Chettaniyil ist Pfarrvikar für Rimbach-Grafenwiesen-Zenching. Zuletzt wagte er sich sogar ans Gleitschirmfliegen.
Von Heinz Pletl

Hoch zu Ross nach Steinbühl – Pfarrer Peter war heuer mit einer Grafenwiesener Gruppe zum ersten Mal beim Pfingstritt dabei. Foto: Simon Tschannerl
Hoch zu Ross nach Steinbühl – Pfarrer Peter war heuer mit einer Grafenwiesener Gruppe zum ersten Mal beim Pfingstritt dabei. Foto: Simon Tschannerl

Rimbach.Seit 2012 ist Dr. Peter Chettaniyil in der Pfarreiengemeinschaft Rimbach-Grafenwiesen-Zenching als Pfarrvikar tätig. Der 53-jährige ist der einzige Priester aus der zentralindischen Missionsdiözese Ujjainen, der in Europa wirkt. Der Weltpriester wohnt in Grafenwiesen. Am 22. September feiert er sein 25-jähriges Priesterjubiläum.

Pfarrer Peter wurde in Mutholapuram als drittes Kind von Rosakutty und Vakkachan Chettaniyil geboren. Seine Geschwister sind Elize Mary und Mammachan Chettaniyil. Nach der Studienzeit besuchte er die Mission in der Diözese von Ujjain (Südindien), die Priesterweihe empfing er am 29. Dezember 1994. Nach dem Master in Theologie schrieb er seine Doktorarbeit in der Päpstlichen Gregorianischen Universität in Rom. Er arbeitete in verschiedenen Bereichen der Mission und war Gastprofessor in verschiedenen Bildungszentren.

Der Chef von Pfarrer Peter, Bischof Dr. Sebastian Vadakel aus Ujjain, stattete am Hochfest Maria Verkündigung Grafenwiesen einen Privatbesuch aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Missionsdiözese (Heimatdiözese in Indien) ab. Einige Tage zuvor weilte er in Rom und nahm an der Heiligsprechung eines Priesters und einer Nonne aus Indien teil und nutzte die Gelegenheit seines Aufenthaltes in Europa zum Besuch in Grafenwiesen.

Im Mai war Pfarrer Peter bei Papst Franziskus in Rom.  Foto: Chettaniyil
Im Mai war Pfarrer Peter bei Papst Franziskus in Rom. Foto: Chettaniyil

Viele Gläubige nahmen die Gelegenheit wahr, den Bischof zu treffen. In seinem Grußwort sagte Grafenwiesens zweiter Bürgermeister Norbert Greisinger: „Ich darf nun zum zweiten Besuch wiederum sagen, dass Sie uns mit Pfarrer Peter ihren besten Mann geschickt haben“. Auch ein Cousin von Pfarrer Dr. Peter Chettaniyil, Bischof Dr. Josef Kodakallil beehrte Grafenwiesen im Jahre 2016 mit seinem Besuch. Er stammt – wie auch Pfarrer Peter – aus Kerala. Pfarrer Karl-Heinz Seidl sagte, es sei für die deutsche Kirche anregend und interessant, die spiritualisierende indische Kirche zu erleben. Während die deutschen Seelsorger oftmals Einzelkämpfer seien, käme die brüderliche Verbundenheit in Indien wesentlich stärker zum Ausdruck. In diesem Jahr ging der langgehegte Wunsch von Pfarrer Peter, zusammen mit Papst Franziskus in Rom eine Messe feiern zu dürfen, in Erfüllung. Am 17. Mai war es soweit. Die Freude bei Pfarrer Peter war überwältigend, schließlich promovierte er von 2003 bis 2006 an der Päpstlichen Universität Gregoriana zum Thema „Dogmatik“. Schon damals hatte er Begegnungen mit Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Die Messfeier mit Papst Franziskus in dessen Privatkapelle mit sechs weiteren Priestern und einigen Gläubigen war für Pfarrer Peter ein unvergessliches und bewegendes Erlebnis, wie er sagte. Im Anschluss nahm sich der Papst Zeit für ein kurzes Gespräch mit dem Pfarrer aus Grafenwiesen.

Das erste Mal beim Pfingstritt

Pfarrer Peter und Ludwig Lohner sind für den Tandemflug gerüst. Foto: Pletl
Pfarrer Peter und Ludwig Lohner sind für den Tandemflug gerüst. Foto: Pletl

Doch auch ein zweites Ereignis in diesem Jahr brachte ein ganz neue Erfahrung. Auf Anregung eines Pfingstreiters aus Grafenwiesen nahm Pfarrer Peter am Pfingstritt teil. Erfahrung auf dem Pferd und im Reiten holte er sich vom Reit- und Ferienhof Seidl in Unterzettling. Es bereitete ihm viel Freude, in Steinbühl die Pfingstreitermesse mitzufeiern. Auch sportlich hat der Seelsorger Ambitionen. Einen Tandemflug mit dem Gleitschirm wollte Pfarrer Peter – aufgeschlossen für alles Neue – einmal ausprobieren. Ein erfahrener Flieger und durch die Familie mit dem Pfarrer gut bekannt, gab dem Piloten aus dem Verein den Auftrag, mit Pfarrer Peter bei passender Gelegenheit durch die Lüfte zu schweben. Termine und die oft nicht passenden Thermik-Verhältnisse machten den Flug erst jetzt möglich. Unser Umschau-Mitarbeiter aus Grafenwiesen leitete mit seiner Schwester die notwendigen Schritte in die Wege. Die Organisation stand und so steuerte Pfarrer Peter den Startplatz, die Osserwiese, voller Erwartung an. Angst schien er keine zu haben. Nach der Einweisung des Piloten Ludwig Lohner und den Anfeuerungsrufen einiger Fliegerkameraden „Rennen, rennen, rennen“ schwebten Pilot und Pfarrer mit dem Gleitschirm in die Lüfte. Für Pfarrer Peter war das Gleiten im Tandem mit dem Gefühl der Schwerelosigkeit und der Betrachtung der weit unten entfernt liegenden Ortschaften eine weitere schöne Erfahrung und ein einmaliges Erlebnis, das er vom Missionsland Deutschland mit nach Hause nehmen wird.

Zuhause in Grafenwiesen

Pfarrer Peter kennt Grafenwiesen besser als manch Einheimischer. Er ist in seiner Freizeit viel unterwegs und erforscht Klöster, Kirchen und Wissenswertes in ganz Bayern und darüber hinaus. Er unternimmt teils Wanderungen allein oder in der Gruppe und scheut auch keine weiter entfernt liegenden Strecken und Ziele. Man kann ihn zu Fuß, mit dem Radl oder dem Auto antreffen.

Pfarrer Peter (li.) mit seiner Familie Foto: P. Chettaniyil
Pfarrer Peter (li.) mit seiner Familie Foto: P. Chettaniyil

Bei den Einheimischen, die besonders seine Aufgeschlossenheit schätzen, erfreut sich der Seelsorger großer Beliebtheit. Soweit es seine Zeit erlaubt, kartelt er zwischendurch mit Freunden und besucht Feste und Veranstaltungen im Dorf. Zur Freude der Männerwelt hat Pfarrer Peter in Grafenwiesen den sogenannten Männergottesdienst ins Leben gerufen, der einmal im Monat stattfindet und gut angenommen wird. So ist es auch zu erklären, dass der Geistliche aus Indien für die Gläubigen aus Grafenwiesen nicht nur Weltpriester ist, sondern zur Dorfgemeinschaft zählt.

Im Jahre 2016 zeigte der Geistliche den Pfarrangehörigen seine Heimat. Mit einer 19-köpfigen Gruppe ging er Entdeckungsreise durch Indien und erwies sich als guter Reiseleiter. Die Route führte zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Städte Delhi, Jaipur oder Amber. Am 22. September feiert der Seelsorger mit der ganzen Pfarrfamilie in Grafenwiesen sein 25-jähriges Priesterjubiläum.

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