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Wildgarten

Wenn aus dem Frosch ein Prinz wird

Uli Stöckerl hat sich mit dem Further Wildgarten seinen Lebenstraum erfüllt. Zu Ostern startet die Saison – mit viel Arbeit und einigen Neuerungen.
Von Evi Paleczek

  • Die Schilder sollen künftig in drei Sprachen informieren. Am Eingang ist das bereits der Fall.
  • Dieses Vogelnest aus sieben Kubikmeter Weidenruten ist kürzlich fertig geworden. Drinnen liegt Rosshaar, von dem sich auch die Vögel bedienen.
  • Wer sich traut, den Frosch zu küssen, ist mutig – wird vielleicht aber auch belohnt... Fotos: Paleczek
  • Hier soll ein Baumhaus entstehen. Die Brücke dazu wird gerade gebaut.
  • Furth ist eine Drachenstadt. Deshalb darf auch im Wildgarten ein Drache nicht fehlen. Das „Skelett“ wurde in China angefertigt und dem eines echten Tyrannosaurus rex nachgebaut.

Furth im Wald.Wer sich traut, der darf bei einer Führung im Wildgarten einen Frosch küssen. Vielleicht erfüllt sich demjenigen ja ein Traum, wer weiß. Uli Stöckerl hat sich seinen vor etwa 25 Jahren erfüllt, als sich der Sprengtechniker entschied, aus seinem Beruf auszusteigen und etwas ganz Anderes zu machen. Er wollte mit der Natur und mit Menschen zu tun haben – und sein eigener Chef sein. 1990 öffnete der Wildgarten seine Pforten, mittlerweile umfasst das Gelände eine Fläche von etwa zehn Hektar. Und es gibt immer wieder Neues zu entdecken, so auch in diesem Jahr.

Informationen auch in Tschechisch

Am Eingang stehen seit Kurzem große Baumstämme. Einer ist hohl – die Besucher können sich hineinstellen und fotografieren lassen. Zwei andere Stämme halten eine große Tafel, auf der Informationen zum Wildgarten stehen. Und zwar nicht nur auf Deutsch, sondern auch in Englisch und Tschechisch. „Das ist heuer unser großes Thema“, sagt Stöckerl. Nach und nach sollen alle Hinweistafeln auf dem Gelände in drei Sprachen informieren. Seit zwei Jahren wird für den Wildgarten verstärkt auch in Tschechien geworben – mit Erfolg. Dem will der 58-Jährige nun gerecht werden.

Neu im Wildgarten ist zudem ein Riesenvogelnest. Stöckerl und seine beiden Mitarbeiter haben es aus sieben Kubikmeter Weidenruten gebaut. Im Nest liegt Rosshaar, von dem sich die Vögel für ihre kleinen Nester gern bedienen.

Im November wurde außerdem damit begonnen, ein Drachenskelett zu installieren. „Nun sind wir fast fertig“, freut sich Stöckerl. Und er freut sich auch darüber, dass der Dino so gut ankommt bei den Besuchern.

Aktuell – und auch noch in den kommenden ein/zwei Jahren – bauen der 58-Jährige und seine Mitarbeiter an einem Luftschloss. Auf einem großen Baum soll ein riesiges Baumhaus entstehen, kündigt Stöckerl an. Gerade wird eine Brücke hin zu dem Baum gebaut, und diese Arbeiten dürfen die Wildgarten-Gäste auch gerne sehen. Vor allem die Männer interessiert es, was und wie gebaut wird, weiß Stöckerl. Das Luftschloss ist deshalb erst mal absichtlich eine Dauerbaustelle.

Allein durch die Natur

Abgesehen von den Projekten stehen im Wildgarten gerade, zu Saisonbeginn, Arbeiten wie das Weidenschneiden und das Ausputzen der Tümpel an. Jeden Tag ist er auf dem Gelände, erzählt Stöckerl. Und obwohl die Arbeit, wie jede andere, nicht immer nur Sonnenschein mit sich bringt, ist der Wildgarten doch sein Lebenstraum, den er sich erfüllt hat. „Man wird nicht reich, aber ich kann davon leben“, sagt der 58-Jährige. Das reicht ihm, weil er froh ist, dass es überhaupt geklappt hat, komplett aus dem Beruf auszusteigen und noch etwas ganz Anderes, Besonderes zu machen.

Dass der Wildgarten nicht nur für Stöckerl etwas Besonderes ist, beweisen die Besucherzahlen. Viele Tausend Gäste gehen jedes Jahr durch die Anlage und erleben im Wildgarten Überraschendes, Humorvolles, Lehrreiches und Abenteuerliches aus der Natur.

Der Andrang freut Stöckerl natürlich, doch am meisten genießt er jeden Tag die Zeit zwischen 17 und 18 Uhr, wenn er am Ende des Arbeitstages noch einmal allein und in Ruhe durch das Gelände geht, Müll aufsammelt und nachschaut, was repariert werden muss. Einen Winter wie den diesjährigen kann er sich übrigens nur wünschen, sagt der 58-Jährige. Dank des milden Wetters waren durchgehend Besucher da.

In den Wildgarten kommen viele Tagesgäste bis aus Regensburg, aber auch immer wieder die Einheimischen. Und für die Urlauber – vor allem für Familien mit Kindern – ist das Gelände ein beliebtes Ziel.

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