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Wenn der Saft ausgeht, helfen die Ladesäulen

Ladestationen für E-Bikes und Smartphones sind nun flächendeckend.
Von Alois Dachs

Direkt beim Eingang der Tourist-Information können E-Biker nun ihre Akkus aufladen. Ingrid Holzapfel (Tourist-Information), Katja Fischer (Landratsamt), Bürgermeister Markus Hofmann und Herbert Heindl (v.r.n.l.) freuten sich mit Alois Dachs, der die Aufstellung der Ladesäule angeregt hatte.  Foto: Christa Rabl-Dachs
Direkt beim Eingang der Tourist-Information können E-Biker nun ihre Akkus aufladen. Ingrid Holzapfel (Tourist-Information), Katja Fischer (Landratsamt), Bürgermeister Markus Hofmann und Herbert Heindl (v.r.n.l.) freuten sich mit Alois Dachs, der die Aufstellung der Ladesäule angeregt hatte. Foto: Christa Rabl-Dachs

Landkreis.Der Albtraum vieler E-Biker ist im Landkreis Cham ab sofort nicht mehr nötig: Mit der Beschaffung von 18 neuen Ladestationen zum Stückpreis von über 2500 Euro stellen Landkreis, Städte und Gemeinden sicher, dass niemand mehr auf einer Radtour „stromlos“ werden muss. Bad Kötztings Bürgermeister Markus Hofmann nahm am Mittwochabend eine dieser Ladestationen offiziell in Betrieb, die direkt vor dem Eingang der Tourist-Information aufgestellt wurde. Die von den Lechwerken Augsburg gelieferten Ladesäulen wurden von Kerstin Fuchs mit Folien beklebt, die grafische Gestaltung hatte Christian Vill übernommen.

Standort am Radweg

Diskutiert wurde schon seit Monaten über die Einrichtung einer solchen Ladesäule bei der Tourist-Info, die von Alois Dachs angeregt worden war, nachdem sich die Ladestationen für Campingfahrzeuge beim AQACUR nicht für E-Bikes eignen. Dort wären sie auch eher deplatziert, stellt Kurdirektor Sepp Barth fest, weil nach Aussage von AQACUR-Geschäftsführer Karl-Heinz Lummer nur wenige Badbesucher mit dem Rad und praktisch keine mit dem E-Bike kommen. Die Kurverwaltung hatte seit 2017 die aktuellen Trends, Ladegeräte, die technischen und preislichen Entwicklungen bei Stromladestationen beobachtet.

Parallel dazu wurden Gespräche mit E-Bike-Nutzern und -Verleihern, Gastwirten und sonstigen Beteiligten geführt. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die meisten E-Biker sehr genau die Leistungsfähigkeit ihres Akkus kennen und ihre Touren so planen, dass sie die geplante Strecke ohne Ladevorgang bewältigen können. Allerdings verändert sich im Laufe von vielen Ladezyklen die Speicherkapazität von Fahrrad-Akkus. Reichte am Anfang eine volle Ladung für bis zu 80 Kilometer, so kann es im bergigen Gelände passieren, dass nach einigen Jahren gerade noch 40 Kilometer mit einer Akkuladung zu schaffen sind.

Reicht „der Saft“ nicht mehr aus, sind die bis zu 25 Kilogramm schweren Pedelecs oder E-Bikes nur noch mit Mühe über einen Berg zu bringen, weil neben der Bewältigung der Steigung auch das Getriebe des Motors mit Muskelkraft bewegt werden muss. Bisher haben sich viele E-Biker beholfen, indem sie bei einer Brotzeitpause in einem Lokal „um eine Stromspende baten“. Die Gäste können dabei auch ihr E-Bike im Auge behalten. Das ist auch mit der neuen Ladesäule möglich, weil eine Aussparung an den vier Türen die Chance bietet, das Ladekabel direkt an den Akku am Rad anzuschließen. Ist dieser Anschluss nicht möglich, so muss der Akku entsperrt und in der Ladesäule deponiert werden, die durch Einwurf von einem Euro abgesperrt werden kann. Den Strom stellen die Stadt Bad Kötzting und die an der Sammelbestellung beteiligten Gemeinden kostenlos zur Verfügung.

Kostengünstig beschafft

Katja Fischer vom Referat „Tourismus und Naturpark“ am Landratsamt Cham hatte eine Sammelbestellung für 18 solcher Ladestationen auf den Weg gebracht, die einen für die Gemeinden günstigen Preis ermöglichte. Zuvor waren bereits 28 Ladestation für die Radlerregion „Der Bayerische Wald ganz oben“ beschafft worden, so dass mit 46 kommunalen Stationen und vielen privaten Angeboten von Gastwirten eine flächendeckende Versorgung im Landkreis besteht. Der Bauausschuss hatte am 19. März die Aufstellung beim Kur- und Gästeservice beschlossen, weil dorthin auch der neu ausgebaute Radweg führt. Bürgermeister Markus Hofmann war zufrieden, dass nun dieser Service geboten werden kann. Katja Fischer bedauerte, dass die beim Bund aus zwei Fördertöpfen beantragten Zuschüsse für die Ladesäulen nicht gewährt wurden.

Sammelbestellung

  • Neubeschaffung:

    18 Ladesäulen wurden in einer Sammelbestellung des Landratsamtes beschafft, informierte Katja Fischer. Damit ist der Landkreis Cham nun flächendeckend mit 46 Servicekästen für Radler ausgestattet.

  • Kosten:

    2411,94 Euro netto kostet eine solche Ladesäule. Sie ist mit vier Fächern ausgestattet, in denen Akkus, Helm und Rucksack deponiert werden können. Neben Steckdosen gehören drei Ladekabel für Smartphones zur Ausstattung.

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