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Gesundheit

Wenn die Fantasie auf Reisen geht

Conny Dobmeier weiß, wie man sich entspannt und warum das immer wichtiger wird. Beim TV Schönthal kann man sie erleben.
Von Petra Schoplocher

Entspannung bis (fast) zum Einschlafen. Conny Dobmeier versteht es, ihre Schützlinge in einen wohligen Entspannungszustand zu versetzen. Da vergisst man/frau glatt, dass man auf dem Boden der Schulaula liegt.  Foto: Schoplocher:
Entspannung bis (fast) zum Einschlafen. Conny Dobmeier versteht es, ihre Schützlinge in einen wohligen Entspannungszustand zu versetzen. Da vergisst man/frau glatt, dass man auf dem Boden der Schulaula liegt. Foto: Schoplocher:

Schönthal.Wenn jemand in seinem beruflichen Alltag erfahren hat, wie wichtig Entspannung ist und wie wichtig Vorbeugen, dann Conny Dobmeier. 17 Jahre hat sie am psychiatrischen Zentrum gearbeitet, hatte viel mit Burnout-Patienten zu tun. „Wer sich in unseren unruhigen und gestressten Zeiten nicht entspannen kann, lebt gefährlich“, ist die frischgebackene Rentnerin überzeugt.

Damit auch andere etwas von dieser Erkenntnis haben, hat sie schon vor elf Jahren begonnen, ihr Wissen rund um „Entspannung“ weiterzugeben. Und zwar unter dem Dach des TV Schönthal, bei dem sie seit über 35 Jahren Mitglied ist. Im vergangenen Jahr musste sie aussetzen, umso freudiger sind Vereinsvorsitzende Hannelore Bauer und sie, dass es nun mit Autogenem Training und Klangschalenmeditation weiter geht.

„Eine Wohltat“

Froh sind auch „ihre“ Teilnehmerinnen die die Kurse schon lange besuchen. „Einfach eine Wohltat“, attestieren sie ihrer Lehrerin. Obwohl die „Stunden“ meist nur 20 bis 30 Minuten dauern, „fühlt man sich richtig erholt danach“, loben die Teilnehmerinnen.

Dieses Gefühl zu erzeugen, ist Dobmeier ganz wichtig. Denn die Teilnehmer sollen lernen, sich in stressigen Situationen durch entsprechende Übungen „runter zu holen“. Je öfter diese angewendet würden, desto mehr verselbstständige sich dies. Fernziel: Das Entspannungsritual ist automatisch abrufbar.

Conny Dobmeier zeigt, wie man die Schalen schlagen muss, um angenehme Töne zu erzeugen.  Foto: ps
Conny Dobmeier zeigt, wie man die Schalen schlagen muss, um angenehme Töne zu erzeugen. Foto: ps

Beispiel: Nach entsprechender Verknüpfung von Bewegung und Wohlfühl-Gefühl reiche es, an den rechten Arm zu denken, wenn es mit dem Ein- oder Weiterschlafen nicht klappen mag. Ganz praktisch angewandt können die Entspannungstechniken auch an der Supermarktkasse. „Man kann sich einreden, dass es da schön ist und die Zeit nutzen, sich nett zu unterhalten. Das ist das, was wir tun können.“ Schon hat der Stress keine Chance mehr.

Alle eineinhalb Stunden Pause

Geht es nach Conny Dobmeier, dürften die Frauen noch etwas verinnerlichen: Eine kurze Pause alle eineinhalb Stunden, dem inneren, ultradianen Rhythmus folgend. Und : „Immer in sich hineinfühlen!“ Oft liege das Hauptproblem ja schon darin, dass viele Menschen gar nicht erkennen würden, dass sie sich selbst nicht mehr regulieren könnten“.

In ihren Zeiten in der – so der alte Name – Tagesklinik habe sie ihren „Kunden“ oft schon an der Nasenspitze angesehen, „dass der oder die jetzt grad unter Strom steht“. Dieser genaue Blick ist in Schönthal nicht nötig, denn „hier sind ja Gottseidank alle gesund“. Eine Herausforderung sind die Donnerstags-Einheiten (Beginn 18.30 Uhr) für sie dennoch. „Ich will ja zusehen, dass ich alle krieg’“, formuliert sie ihr Stundenziel etwas locker.

Vereine

Schönthaler Sportlerinnen halten an ihrer Führung fest

Hannelore Bauer führt weiter den TV. Für die aktuell 113 Mitglieder wird ein breites Programm angeboten.

Was aber nun eigentlich, Autogenes Training oder Klangschalenmeditation? „Das wechselt“, verrät die Kursleiterin, die auch noch Progressive Muskelentspannung kann.

Männer, so lautet jedenfalls die Erfahrung der Schönthalerin, seien „ganz verrückt“ nach Klangschalen. „Nur leider trauen sie sich hier nicht her.“. So bleiben die zehn Frauen – mehr Platz ist auf dem Teppich in der Grundschulaula nicht – unter sich. Vorerst? Dass Klangschalen etwas für jedes Alter sind, sieht die Dozentin an ihrer Enkeltochter. Die tippe gerne im Vorbeigehen eine an „und hält dann einen Moment inne“. Alltagstauglichkeit quasi unter Beweis gestellt.

Rund um den TV Schönthal

  • Mitglieder:

    Mit den aktuell 145 Mitgliedern ist Vorsitzende Hannelore Bauer sehr zufrieden.

  • Kurse:

    Die Angebote des TV Schönthal werden nach wie vor gut besucht. Aktuell laufen „Bauch-Beine-Po“, Step-Aerobic und eben Klangschalenmeditation/Autogenes Training.

  • Start:

    Am heutigen Mittwoch beginnt um 19.30 Uhr der nächste Fünfer-Kurs Skigymnastik in der Turnhalle. Kurzentschlossene können sich zu Beginn der Stunde melden. Auch Nichtmitglieder sind gerne gesehen.

  • Geselligkeit:

    Neben dem Sport organisieren die Verantwortlichen regelmäßig eine Wochenendfahrt, in den vergangenen Jahren unter dem Titel „Wellness“. Ein großer Erfolg war die heuer erstmals durchgeführte Schlager- und Austropop-Party, eine Kooperation mit der SG Schönthal/Premeischl.

  • Miteinander:

    Bestens ist nicht nur das Verhältnis zum SV, auch zu den anderen Vereinen in Schönthal bestehen hervorragende Verbindungen. Beim Bau der Vereinshalle etwa oder dem Klostermarkt „helfen alle super zusammen“, betont Bauer.

Conny Dobmeier schlägt ein paar der handgefertigten Schalen an, um zu zeigen, wie so ein Klangteppich wirkt. „Mehr braucht der Mensch nicht“, ist sie überzeugt. Dann nimmt sie die Gruppe mit auf eine Fantasiereise. Ans Meer, in die Natur, an schöne Orte. Gerne greift die Lehrerin auf „Frauenmeditationen“ zurück – in den Bauch hineinhorchen ausdrücklich erwünscht. „Frauen sind oft für alle anderen da und bleiben dabei selbst auf der Strecke“, weiß sie.

Favorit: „Energie und Kraft“

Im Repertoire sind ebenso Texte zu Kirschblüten, zu „Klarheit und Entscheidung“, „Leichtigkeit und Entspannung“, „Spüre die Liebe“ oder „Ruhe und Harmonie“. Ihr persönlich ist „Energie und Kraft“ am liebsten.

Wenn ihre Schützlinge in sich versunken sind, bedient sie sich eines indischen Glockenspiels, um sie zurückzuholen. Einschlafen ist allerdings nicht gerne gesehen (wenn auch kein Problem, „wir lassen geschehen, was geschieht“), gelungen ist die Entspannung, „wenn man den Punkt kurz vor dem Einschlafen halten kann“.

Lob von und für beide Seiten

Die Kursleiterin ist so voll des Lobes für ihre Teilnehmerinnen wie diese für sie. „Die sind immer pünktlich und haben immer ihr Zeug dabei“, betont sie. Und wenn ihre Damen einmal nicht so stad sein sollten, wie von ihr geplant erweisen sich die Klangschalen auch als einmalige Hilfe: Dann hat Conny Dobmeier ein bisschen fester drauf.

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