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Rechtslage

Wenn ein Angehöriger stirbt...

Wie geht es weiter? – Das muss man über Sterbeurkunde, Erbschein und Co. wissen. Rechte und Pflichten des Verstorbenen gehen auf Erben über.
Von Elke Kestler

Landkreis. Wenn ein naher Angehöriger stirbt, überwiegen die Gefühle. Der Schmerz des Verlustes will verarbeitet und verkraftet sein. Dazu kommt oft Verunsicherung. Je weniger der Verstorbene zu Lebzeiten geregelt hat, desto öfter lauten die Fragen: Wie geht es weiter? Was muss ich tun? Was kommt auf mich zu?

Unmittelbar nach dem Todesfall ist der Haus- oder Notarzt zu benachrichtigen, der den Totenschein ausstellt. Mit diesem hat man am nächsten Werktag dem örtlichen Standesamt den Todesfall unter Vorlage auch der Geburts- und Heiratsurkunde des Verstorbenen anzuzeigen.

Der Standesbeamte stellt daraufhin eine Sterbeurkunde aus und informiert das Nachlassgericht. Oft beauftragen die Angehörigen ein Bestattungsinstitut, das sich nicht nur um die Ausstellung der Sterbeurkunde kümmert, sondern die gesamte Organisation der Beerdigung übernimmt sowie notwendige verwaltungsrechtliche Formalitäten erledigt.

Die Sterbeurkunde ist ein wichtiges Dokument, denn sie wird vielseitig benötigt. So sind etwa Lebens- und Unfallversicherungen durch Zusendung der Sterbeurkunde und eines Zeugnisses über die Todesursache zu benachrichtigen, ebenso die Berufsgenossenschaft nach einem Arbeitsunfall. Die hierfür zumeist vertraglich vereinbarte Frist von zwei oder drei Tagen nach Bekanntwerden des Todesfalls ist knapp bemessen, aber unbedingt einzuhalten.

Weniger wegen eines Sterbegeldes, auf das heutzutage nur noch in Ausnahmefällen Anspruch besteht, als vielmehr zum Schutz der Familienmitglieder, die beim Verstorbenen mitversichert waren, ist der Todesfall auch der Krankenkasse anzuzeigen. Denn die mitversicherten Angehörigen müssen sich jetzt selbst krankenversichern.

Auch die Bank, bei der der Verstorbene Konten oder Depots unterhalten hat, sollte unter Vorlage einer Sterbeurkunde möglichst umgehend benachrichtigt werden. Viele Kontovollmachten erlöschen mit dem Tod des Kontoinhabers. Nur durch rasche Information der Bank kann sichergestellt werden, dass Vollmachten nicht nach dem Tod des Kontoinhabers rechtsmissbräuchlich etwa für Abhebungen verwendet werden.

Stirbt ein Mensch, so treten wie von selbst dessen Erben an seine Stelle. Rechte und Pflichten des Verstorbenen gehen auf sie über. Wer Erbe ist, richtet sich nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches. In einem Testament kann jeder seine Erbfolge abweichend von den gesetzlichen Vorschriften selbst regeln. Auf mögliche Pflichtteilsrechte enterbter Angehöriger ist dabei zu achten. Die Erbfolge, also wer Erbe wird, ermittelt das Nachlassgericht.

Wer das Testament eines Verstorbenen findet oder dieses im Besitz hat, ist deswegen gesetzlich verpflichtet, es unverzüglich an das Nachlassgericht herauszugeben, nachdem er vom Tod Kenntnis erlangt hat. Dieses informiert die ermittelten Erben, die die Wahl haben, die Erbschaft anzunehmen oder auszuschlagen.

Oft findet eine Anhörung der Erben durch den zuständigen Rechtspfleger erst Wochen nach dem Todeszeitpunkt statt. Der Erbschein, mit dem sich der Erbe als solcher legitimiert, wird erst erteilt, wenn die Erbfolge sicher feststeht. Schlagen zunächst ermittelte Erben die Erbschaft aus, muss das Nachlassgericht weiter forschen. Die Erteilung eines Erbscheins, die übrigens nur auf Antrag eines Erben erfolgt, kann sich weiter verzögern.

Um in derartigen Fällen die ordnungsgemäße Verwaltung des Nachlasses sicher zu stellen, benennt das Nachlassgericht einen Nachlasspfleger. Dessen Aufgabe ist es, die Hinterlassenschaft für die unter Umständen noch unbekannten Erben zu verwalten und zu erhalten, beispielsweise durch Kündigung nicht mehr benötigter Verträge. Wer Derartiges nach seinem Tod vermeiden möchte, erteilt schon zu Lebzeiten einer Person seines Vertrauens eine Vollmacht für diese Übergangszeit.

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