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Wenn „kostenfreie“ Spiele teuer werden

Was tun, damit Kinder nicht das Geld ihrer Eltern in Videogames ausgeben? Expertin Birgit Zwicknagel hat nützliche Tipps.
Von Birgit Zwicknagel

Auch wenn viele Games vermeintlich kostenfrei sind, können Kinder schnell viel Geld in Gamewährung ausgeben. Foto: dpa
Auch wenn viele Games vermeintlich kostenfrei sind, können Kinder schnell viel Geld in Gamewährung ausgeben. Foto: dpa

Cham.Mein Kind hat für 1300 Euro Spielwährungen gekauft. Was sollen wir jetzt tun?“. Keine Seltenheit. Immer wieder rufen verzweifelte Eltern an, wenn vom Elternkonto oder über das Handy hohe Summen abgebucht wurden. Die Spiele als solches sind meist kostenfrei, doch um im Spiel wirklich voranzukommen und besser zu sein als die Konkurrenten, kann man sich sogenannte „Spielwährungen“ kaufen. Diese finden sich in Form von Diamanten, Elixieren oder Gegenständen etc. in den Spielen wieder. Ab einem gewissen Level hat man ohne diese Währungen fast keine Chance weiterzukommen, weil die Zeit und die Geduld fehlen, sich diese Mittel zu „erspielen“. Die angebotenen Währungspakete können problemlos bis 99,99 Euro ausmachen. Da läppert sich schnell eine hohe Summe zusammen, die meist nicht sofort von den Eltern bemerkt wird.

Was kann man im Vorfeld tun, um solche „In-App-/oder In-Game-Käufe“ zu verhindern? Man kann beispielsweise eine Drittanbietersperre über den Vertragsanbieter veranlassen, damit Abbuchungen nicht über Drittanbieter beim Handy erfolgen können. Beim Google-Play-Store empfiehlt sich eine Passwortabfrage – was die ELTERN kennen. Auch Paypal-Passwörter oder Kreditkartendaten sollten den Kindern nicht zugänglich gemacht werden.

Die Computermäuse

  • Serie

    Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Internet aufmerksam. Sie schildert, wie sich Jugendliche und Eltern vor unerwünschten Zu- oder Übergriffen schützen können. Birgit Zwicknagel (46) hat selbst drei Kinder, die mittlerweile 19, 22 und 23 Jahre alt sind.

  • Technik

    Die Stamsriederin beschreibt sich selbst als stark technikaffin. „Ich hab mich schon immer für Technik begeistert und kenne alle gängigen Betriebssysteme seit dem C64.“ Wenn es um Handys oder die Anwendung von mp3 oder DAB ginge, sei sie immer bei den ersten Nutzern in der Region gewesen. Sie sei auch diejenige, die in der Familie die neuen Geräte in Betrieb nehme.

  • Erfahrung

    Ihre erste Anregung für die Gefahren mit neuen Medien erhielt Birgit Zwicknagel durch ihre Tochter, die damals die 5. Klasse besuchte. Ein Lehrer hatte damals Internetadressen für alle Schülerinnen angelegt. Das Muster lautete „Vorname.Name-Klasse @ gmx.de“.

  • Gefahr

    Dem Lehrer sei damals nicht bewusst gewesen, dass er so Geschlecht und Alter seiner Schülerinnen schon mit der Adresse preisgab und die Kinder selbstverständlich ihre neue Adresse nutzten, um sich auf allen möglichen Plattformen anzumelden.

  • Verein

    Aus dieser Anregung entstand später der Verein „Computermäuse“ und die Homepage „www.clever-ins-netz.de “.Hier werden Beratung und Vorträge angeboten, aber auch schon viele erste Vorschläge und Tipps gegeben.

  • Motivation

    „Meine Motivation ist es, Menschen mit meinem Wissen helfen zu können, die selber wenig oder keine Ahnung haben!“ (ik)

Doch was, wenn das Kind bereits eingekauft hat? Die Rechtslage ist hier nicht immer eindeutig und im Zweifel sollte man immer einen Rechtsbeistand befragen. Generell haben aber Eltern erst mal das Recht, diesen Kauf anzufechten, wenn der Käufer, also das Kind, minderjährig ist und die Eltern diesen Kauf nicht genehmigt haben. Da Kinder nur beschränkt geschäftsfähig sind, handelt es sich oft um einen nicht rechtsgültigen Vertrag. Oftmals lenken die Anbieter hier ein. Auch mithilfe spezieller Formulare kann man meist innerhalb einer bestimmten Frist den Einkauf rückgängig machen. Hilfreiche Links hierzu auch auf unserer Homepage unter „wo gibt’s Hilfe“.

Drohen bereits Mahnung und Inkassobüro empfiehlt es sich auf jeden Fall, einen Anwalt zu Rate zu ziehen, der den Fall prüft.

Noch besser ist aber: Reden Sie mit Ihren Kindern darüber, was es darf und was es nicht darf! Ihr Kind sollte niemals ohne Ihr Wissen und Einverständnis Apps laden oder Spielewährungen kaufen dürfen!

Zur Autorin:

Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam.
Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam. Foto: Computermäuse

Birgit Zwicknagel hält in Schulen regelmäßig Vorträge über Gefahren im Internet. Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel vom Verein die Computermäuse im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam und schildert, wie sich Jugendliche und Eltern vor unerwünschten Zu- oder Übergriffen schützen können. Eine Hilfe und eine Broschüre zum Thema gibt es unter www.clever-ins-netz.de

Hier lesen Sie weitere Teile unserer Serie „Probleme im Netz“

Hier lesen Sie weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham.

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