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Wahlen

Wer folgt in Roding auf Franz Reichold?

Rodings Bürgermeister tritt 2020 ab. Über Kandidaten wird schon viel spekuliert, aus der Deckung wagt sich noch keine Partei.
Von Bastian Schreiner

Wer bringt sich für die Kommunalwahlen 2020 in Stellung? Bürgermeister-Kandidaten müssen nicht unbedingt aus dem Stadtrats-Gremium hervorgehen, sind sich die Vertreter der vier Parteien einig. Fotos: Schreiner (3)/Privat (3)
Wer bringt sich für die Kommunalwahlen 2020 in Stellung? Bürgermeister-Kandidaten müssen nicht unbedingt aus dem Stadtrats-Gremium hervorgehen, sind sich die Vertreter der vier Parteien einig. Fotos: Schreiner (3)/Privat (3)

Roding.Wenn Bürgermeister Franz Reichold (CSU) im Frühjahr 2020 nach 24 Jahren im Amt abtritt, wird die Stadt eine Zäsur erleben. Der Abschied birgt aber auch einen Neuanfang in sich. Dabei sind die Parteien gefordert, geeignete Kandidaten zu nominieren. Die Gerüchteküche brodelt, bei den Stammtischen wird spekuliert, wer nach den Kommunalwahlen ins Rathaus einziehen könnte. Während sich SPD und Freie Wähler auf Nachfrage unseres Medienhauses noch bedeckt halten, schließen FDP-Stadtrat Alfred Stuiber und sein CSU-Kollege Dr. Michael Jobst eine eigene Kandidatur nicht aus.

„Die Fußstapfen sind groß. Wir stellen die Weichen Ende 2018.“ Dr. Michael Jobst, CSU-Ortsvorsitzender
„Die Fußstapfen sind groß. Wir stellen die Weichen Ende 2018.“ Dr. Michael Jobst, CSU-Ortsvorsitzender

„Wir werden uns Ende 2018 zusammensetzen und erste Gespräche führen“, teilt Jobst mit. Die CSU werde die Weichen – wie in der Vergangenheit – im Einvernehmen mit der Landunion und der Jungen Liste stellen. „Wir haben noch viel Zeit, um die Listen in Ruhe vorbereiten zu können“, meint Dr. Jobst, der sich seit 20 Jahren auf lokaler Ebene engagiert. Angesprochen auf seine Pläne sagt er: „Klar, ich interessiere mich für Politik, habe mich aber noch nicht entschieden.“ Er müsse sich eine Kandidatur genau überlegen, ist der Bürgermeister-Job doch ein Amt auf Zeit – und ihm seine Kanzlei sehr ans Herz gewachsen.

Gespräche starten im Herbst

„Unser Ziel ist es, einen Kandidaten ins Rennen zu schicken.“ Sebastian Meier, SPD-Ortsvorsitzender
„Unser Ziel ist es, einen Kandidaten ins Rennen zu schicken.“ Sebastian Meier, SPD-Ortsvorsitzender

Auch die SPD will im Herbst – nach der Landtagswahl – die Terminschiene festlegen und Personen für die Liste akquirieren, wie Rodings Ortsvorsitzender Sebastian Meier wissen lässt. Für die Sozialdemokraten, die es in Bayern traditionell schwer haben, werde dies wieder eine Herausforderung. Aber Meier ist optimistisch und hofft, dass auch die SPD einen Bürgermeister-Kandidaten stellen wird. Ob er seinen Hut in den Ring wirft, ist noch offen. „Das werden wir im Ortsverein entscheiden.“ Generell geht er davon aus, dass jede Partei – allein schon aus wahltaktischen Gründen – einen Kandidaten präsentieren wird.

„Bei uns ist noch alles offen. 2020 wird es bestimmt spannend.“ Alexandra Pongratz, Ortsvorsitzende der Freien Wähler
„Bei uns ist noch alles offen. 2020 wird es bestimmt spannend.“ Alexandra Pongratz, Ortsvorsitzende der Freien Wähler

Die Freien Wähler haben sich nach dem Tod von Hans Stangl neu aufgestellt. Während Dr. Reinhold Schoierer Fraktionschef im Stadtrat ist, hat Alexandra Pongratz den Ortsvorsitz übernommen. „Ich denke schon, dass wir einen Kandidaten ins Rennen schicken werden“, sagt sie. Wenngleich die Planungen nach der erst vor wenigen Wochen abgehaltenen Jahresversammlung noch nicht so weit fortgeschritten seien. „Im Jahr 2020 geht es in Rodings Kommunalpolitik wieder von Null los“, ist sie überzeugt. Auch bei den Freien Wählern wird es laut Pongratz Veränderungen geben, da mit Alfred Wittmann und Jupp Brantl zwei langjährige Räte nicht mehr antreten. Eine eigene Bewerbung für das Bürgermeisteramt will sie aktuell nicht abgeben: „Bei uns ist noch alles offen.“

Zum Wohle der Demokratie

„Roding wird nach der Ära Reichold anders laufen.“ Alfred Stuiber, FDP-Stadtrat
„Roding wird nach der Ära Reichold anders laufen.“ Alfred Stuiber, FDP-Stadtrat

Dass die FDP einen Kandidaten aufstellen wird, gilt laut Alfred Stuiber als sicher. Ob er nach 2014 erneut antritt, wisse er noch nicht. Bei der letzten Wahl hat Stuiber 12,6 Prozent gegen Reichold geholt. Er habe damals nur um des Demokratie-Willens kandidiert. „Das Ergebnis war akzeptabel“, blickt der Gärtnermeister zurück. Hört Reichold 2020 auf, „kann es dann im schlimmsten Fall passieren, dass man auch gewählt wird“, sagt Stuiber und grinst. Primäres Ziel bei den Kommunalwahlen sei es, einen Liberalen in den Kreistag zu bekommen. Cool wäre es aber auch, so Stuiber, wenn mehr FDPler den Sprung in den Stadtrat schaffen würden.

Dass Franz Reichold große Fußstapfen hinterlassen wird, darüber sind sich die Parteien unterschiedlicher Couleur einig. Während Dr. Jobst Seiteneinsteigern Startschwierigkeiten prophezeit, findet Meier, dass Neulinge eine andere Herangehensweise an den Tag legen. Erfahrung in Politik und Verwaltung sei von Vorteil, jedoch nicht unbedingt Voraussetzung für den Job im Rathaus, glaubt Stuiber.

Lesen Sie hier ein Interview mit Franz Reichold

Herr Reichold, wer soll 2020 in ihre Fußstapfen treten?

Den Fußstapfen-Vergleich mag ich nicht so gerne, da jeder seinen eigenen Weg finden muss. Und Kandidaten-Vorschläge zu machen steht mir nicht zu, ich will mich nicht einmischen.

Vorher arbeiteten Sie als Verwaltungsamtsrat. Ein Vorteil für den Job als Bürgermeister?

Geholfen hat mir auch, dass ich in einer politischen Familie aufgewachsen bin. Der Job in der Verwaltung war sicherlich kein Nachteil.

Welche Eigenschaften braucht man als Bürgermeister?

Es gibt verschiedene Typen. Wichtig sind aber die Freude an den Aufgaben und ein offenes Ohr für die Bürger.

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