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Einzelhandel

Geht Kötztings Handel online?

Anbieter stellt Bad Kötztinger Einzelhändlern gemeinsame Internet-Plattform vor. Stadt würde Administrator zahlen.
Von Roman Hiendlmaier

Ob Wuppertal oder Bad Kötzting – die Online-Plattform „atalanda“ vernetzt lokale Einzelhändler und ermöglicht so ein Stöbern durchs örtliche Angebot wie auch den Verkauf von Waren bundesweit. Fänden sich in oder um Bad Kötzting rund 20 Händler, würde atalanda ihnen eine Plattform aufbauen. Fotos: rh
Ob Wuppertal oder Bad Kötzting – die Online-Plattform „atalanda“ vernetzt lokale Einzelhändler und ermöglicht so ein Stöbern durchs örtliche Angebot wie auch den Verkauf von Waren bundesweit. Fänden sich in oder um Bad Kötzting rund 20 Händler, würde atalanda ihnen eine Plattform aufbauen. Fotos: rh

Bad Kötzting.Im Bemühen um den Erhalt des Einzelhandels hat die Stadt ein Unternehmen aus Traunstein ausgemacht, dass die Vorteile des stationären mit den Möglichkeiten des Online-Handels kombiniert. „atalanda“ heiß die digitale Plattform des gleichnamigen Unternehmens von Roman Heimbold, auf der sich Kunden über das Angebot der heischen Händler und Dienstleister informieren – und auch gleich Waren bestellen können.

Der Gründer von atalanda, Roman Heimbold, präsentierte sein Unternehmen und dessen Philosophie am Donnerstagabend im Sinocur rund 40 Vertreten der Bad Kötztinger Handels- und Dienstleistungswelt. Das Konzept des studierten Betriebswirt ist dabei das gleiche, das auch die Branchengrößen von Amazon bis Zalando anbieten: Der Kunde kann aus einem Warensortiment bequem per Mausklick einkaufen und bekommt die Ware zügig geliefert. Nur, dass das Sortiment eben aus Angeboten der lokalen Händler besteht, und der Kurierdienst ein lokaler Taxi- oder Fahrdienst ist.

Unternehmen verspricht Kunden mehr Reichweite

Atalanda baut dabei auf den Wunsch vieler Kunden die durchaus gerne lokal einkaufen würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Daraus wuchs bei Heimbold 2012 die Erkenntnis, dass die allermeisten Waren in einer Stadt oder der Region schon verfügbar sind – man müsse sie „nur“ noch online sichtbar, bestellbar und lieferbar machen.

Heimbold machte den Zuhörern klar, dass es seinem Unternehmen weder darum gehe, Kunden zu gewinnen, die aus Mitleid mit dem stationären handel dort einkauften. Genauso wenig wolle – und könne – man auch nicht die Branchengrößen herausfordern. Dazu sei deren Marktmacht bereits zu weit vorangeschritten.

„Aber wir können eine Alternative anbieten, für ein bestimmtes Kundenpublikum. Und wir können Händlern helfen, ihre Kundenreichweite zu erhöhen,“ so Heimbold. Es gehe weder um das Hervorheben des Plattform-Namens, noch um ein Angebotsspektrum, das beliebig austauschbar oder preislich deutlich billiger erhältlich sei. „Wir wollen nicht nur das Geschäft stärken, sondern auch das Profil der Stadt. Es geht uns um Kontakt, Begegnung, Identität“.


Wille zum Wandel ist Voraussetzung

Rund 40 Vertreter von lokalen Händlern und Dienstleistern informierten sich am Donnerstagabend über die Offerte von atalanda und der Stadt. Foto: rh
Rund 40 Vertreter von lokalen Händlern und Dienstleistern informierten sich am Donnerstagabend über die Offerte von atalanda und der Stadt. Foto: rh

Heimbolds Darstellung hat das nach einer griechischen Sportlerin der Antike benannte Unternehmen mittlerweile rund 1000 Händler in 19 Städten und Regionen auf seinem Marktplatz versammelt, darunter die Herkunftsregion Freilassing sowie das benachbarte Simbach-Braunau. Bad Kötzting wäre von seiner Größe die bisher kleinste Einzelhandels-Agglomeration, weswegen der Unternehmer an die Zuhörer auch Bedingungen formulierte: „Ein solches Projekt hat unserer Erfahrung nach nur dann Erfolg, wenn die Beteiligten vor Ort von sich aus an der Materie interessiert und in der Sache motiviert sind. Wir beginnen nur dann, wenn sehr engagierte Einzelhändler das wollen und ein Projektleiter vor Ort sich um die Organisation kümmert.“

Hier war das Stichwort für Bürgermeister Markus Hofmann gekommen, der ankündigte, dass im Fall eines Zustandekommens des Projekts, die Stadt eine(n) Kümmerer(in) anstellen würde. Für den Fall, dass sich in Kötzting zu wenig interessierte Händler finden würden, wäre eine Expansion denkbar, so Hofmann. In Furth im Wald hatte sich Heimbold schon vorgestellt, von Händlerseite hat die Glasmanufaktur Weinfurtner schon im Vorfeld Interesse bekundet.

In Kötzting stieß Heimbolds Vortrag auf ein fachlich sehr inhomogenes Publikum: Einige Händler bekundeten, sich mit der Thematik Onlinehandel noch nie auseinandergesetzt zu haben. Auf der Gegenseite des Fachwissens standen die bundesweit mit führenden „Hemdenmeister“ Peter Schödlbauer und Sohn Max, die Heimbold mit Fachfragen auf den Zahn fühlten. Am Ende gab der Bürgermeister die Devise aus, das Gehörte sacken zu lassen – und Anfang 2019 eine Info-Runde über die Bereitschaft zur Teilnahme an einer digitalen Einkaufsstadt Bad Kötzting zu starten.

Die Bedingungen

  • Finanzen

    : Bezahlt wird das System von Händlern mit einer gestaffelten Umsatzprovision, plus eine Grundgebühr von 30 Euro monatlich. Für Kunden betragen die Versandkosten maximal 5,95 Euro.

  • Nutzungsdauer

    : Sollte atalanda einen Marktplatz in oder mit Bad Kötzting aufbauen, wäre das der Start eines Prozesses, der auf mindestens zwei Jahre angelegt ist. So lange dauert auch die Mindest-Mitgliedschaft.

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