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Projekt

Wer strafft die Straßen-Schlangenlinie?

Die marode Staatsstraße zwischen Miltach und Konzell sollte 2017 saniert werden. Zu hohe Kosten sorgen für eine Verspätung.
Von Stefan Weber und Roman Hiendlmaier

Kein Alkohol, keine kaputte Brille – die Mittelstreifen der St. 2140 sind tatsächlich buchstäblich Schlangenlinien... Fotos: rh
Kein Alkohol, keine kaputte Brille – die Mittelstreifen der St. 2140 sind tatsächlich buchstäblich Schlangenlinien... Fotos: rh

Zandt.Wenn Baudirektor Dr. Richard Bosl, beim Bauamt in Regensburg für die Straßenprojekte im Landkreis Cham zuständig, auf Landrat, Bürgermeister und Abgeordnete trifft, dann gibt es meistens etwas Positives zu verkünden. Im Mai vergangenen Jahres war der Anlass der noch für das vergangene Jahr geplante Ausbau der Staatsstraße 2140.

Die „alte Strecke“ zwischen dem Altlandkreis Kötzting und dem Landkreis Straubing befindet sich aber auch Anfang 2018 noch im selben desolaten Zustand wie Mitte 2017. „Die Sanierung ist uns im vergangenen Jahr nicht mehr gelungen,“ sagt Richard Bosl. Grund seien zu erwartende Baukosten-Steigerungen gewesen, weswegen man die Sanierung der Holperstrecke auf 2018 verschieben musste.

Zwei Abschnitte sanieren

 Dr. Richard Bosl
Dr. Richard Bosl

Zwei Teilstücke von je etwa 500 Metern Länge auf Höhe von Kothrettenbach und bei Wolfersdorf sollten saniert und – wo kein Grundstückserwerb notwendig ist – auf sechs oder 6,5Meter verbreitert werden. Rund 500 000 Euro hatte die Regensburger Behörde dafür eingeplant.

Gefährlich: Breite Fahrzeuge wie Lkw oder Ernte-Fahrzeuge sind an unübersichtlichen Stellen eine massive Gefahr – aufgrund der Enge der Strecke benötigen sie nahezu beide Fahrbahnseiten.
Gefährlich: Breite Fahrzeuge wie Lkw oder Ernte-Fahrzeuge sind an unübersichtlichen Stellen eine massive Gefahr – aufgrund der Enge der Strecke benötigen sie nahezu beide Fahrbahnseiten.

Mit der Verzögerung befinden sich die Pendler zwischen den (Alt-)Landkreisen laut Dr. Bosl in guter Gesellschaft: „Zu steigenden Preise in Zeiten hoher Auslastung bei den Firmen kommt hinzu, dass mehr Geld für solche Projekte schon wünschenswert wäre.“ Beide Parameter führten dazu, dass sich die Straßenprofis auf weniger Projekte fokussieren müssten und der allgemeine Investitionsstau bei den Straßen noch länger würde.

Die Bedeutung der Straße zwischen Oberndorf und Konzell als wichtige Verkehrsader nicht nur für die Gemeinden Miltach und Zandt, sondern für den gesamten Altlandkreis Kötzting, hatten die Bürgermeister der Regental-Gemeinden unter anderem auch bei ihren Forderungen in der Staßenausbau-Resolution der Bereichs-CSU betont.

Ausbau ist ohnehin nicht drin

Glätte: Bei Regen besteht an vielen Stellen Aquaplaninggefahr, die sich bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in massive Glättegefahr wandelt. Vor allem für Zweiräder ist die Strecke bei Nässe gefährlich.
Glätte: Bei Regen besteht an vielen Stellen Aquaplaninggefahr, die sich bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in massive Glättegefahr wandelt. Vor allem für Zweiräder ist die Strecke bei Nässe gefährlich.

Miltachs Bürgermeister Johann Aumeier sagte im Mai dazu: „Das ist nicht nur für die Bewohner der Orte, sondern auch für die Firma Zollner und das gesamte Zellertal eine wichtige Verbindungsstraße, die immer mehr einer Buckelpiste ähnelt“. Der Landrat nannte die Kurverl-Strecke, die auf Straubinger Seite nach der Landkreisgrenze und der Ortschaft Kasparzell zumindest auf einigen Kilometern Länge bis Konzell auf ein zeitgemäßes Niveau ausgebaut ist, einen „wichtigen Zubringer für den überregionalen Verkehr“ in einem Landkreis ohne Autobahn und dem Gebiet eines Altlandkreises fast ohne Bundesstraße. Allerdings hatte Dr. Bosl schon beim Ortstermin erklärt, dass ein Ausbau der Staatsstraße auf besagtes, zeitgemäßes Niveau kein Thema sei, auch wenn man die Anregung aus der Resolution aufnehme. Müsste die rund acht Kilometer lange Trasse zwischen Kasparszell und dem Miltacher Ortsteil Oberndorf komplett neu geplant und Grundstücke erworben werden, könnte sich das über Jahrzehnte hinziehen, so der Regensburger Straßenbauexperte, der in den kommenden Wochen den Neuanlauf für zumindest die Beseitigung der gröbsten Verwerfungen starten will.

Geschwindigkeit runter: Der kurvige Streckenverlauf ist für Ortsunkundige Fahrer und nicht geländegängige Fahrzeuge schon eine Herausforderung – der marode Straßenzustand tut ein Übriges. Fotos: rh
Geschwindigkeit runter: Der kurvige Streckenverlauf ist für Ortsunkundige Fahrer und nicht geländegängige Fahrzeuge schon eine Herausforderung – der marode Straßenzustand tut ein Übriges. Fotos: rh

Dass es dann besser als Ende vergangenen Jahres laufen wird, ist Dr.Bosl zumindest optimistisch: „Witterungsbedingt konnten die Straßenbauer in diesem Winter vergleichsweise lange arbeiten. Das bedeutet, dass sich die im vergangenen Jahr vollen Auftragsbücher schon ein wenig geleert haben. Wir hoffen also auf vernünftige Angebote auf unsere Ausschreibung.“ Ansonsten wären wohl die Abgeordneten gefragt, die beim Ortstermin im Mai den Freistaat zur Sanierung seiner Straßen in die Pflicht nahmen. MdL Dr. Gerhard Hopp etwa versicherte, „dass das Straßennetz im ländlichen Raum genauso wichtig sei wie eine zweite S-Bahn-Stammstrecke für München“. Im Fall der St. 2140 erfolgt der Abschluss der Arbeiten hoffentlich auch etwas früher...

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