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Diskussion

Wie begeistere ich Jugendliche?

Freizeitgestaltung und Jugendarbeit waren Thema eines Vortrags von Ekin Deligöz (Bündnis 90/Die Grünen) in Waldmünchen.

Ekin Deligöz (Bündnis 90/Die Grünen) referierte im Mehrgenerationenhaus. Foto: wim
Ekin Deligöz (Bündnis 90/Die Grünen) referierte im Mehrgenerationenhaus. Foto: wim

Waldmünchen.Zu einem Vortrag hatte der neue Ortsverband Waldmünchen von Bündnis 90/Die Grünen in das Mehrgenerationenhaus eingeladen. Andrea Leitermann, Vorsitzende des Ortsverbandes, und Kreisvorsitzende Andrea Leitermann begrüßten hierzu Ekin Deligöz, die nicht nur als Mitglied des Bundestages reiche Erfahrungen auf diesem Gebiet vorweisen kann. Als Mutter von zwei Teenagern hat sie auch „Insider-Erfahrung“.

In der gut besuchten Veranstaltung kam die Politikerin in einem Impulsreferat schnell auf den Punkt, auf den es ihr ankommt: Wie tickt die Jugend heute? Was muss die Gesellschaft den Jugendlichen bieten? Was tun die Grünen in diesem Bereich? Anhand der Ergebnisse der letzten Shell-Jugend listete sie Punkte auf, die zum Nachdenken anregen. So sei zum Beispiel für 71 Prozent der Jugendlichen der Klimawandel das brennendste Problem, 24 Prozent beziehen ihre Informationen überwiegend aus sozialen Medien (wobei Fakten und Nichtfakten oft nicht gut zu unterscheiden seien), 71 Prozent seien der Meinung, dass sich die Politiker nicht für sie interessiere. Daraus gelte es, Konsequenzen zu ziehen.

Demokratische und soziale Teilhabe nannte Deligöz als Schlagworte. Dahinter steckten praktische Punkte wie: Räume für Treffen der Jugendlichen schaffen, das Wahlalter (zumindest für Kommunalwahlen) auf 16 Jahre senken, Einrichtung eines Jugendbeirats oder auch die Möglichkeit, dass jeder Jugendliche, der dies wolle, die Möglichkeit erhalte, sich in einem Freiwilligendienst zu engagieren.

Man müsse auf die Jugendlichen zugehen, sagte sie weiter, sie fragen „Was hättest du gerne?“. Man müsse die Jugend aktiv einbinden – dann bekomme man auch entsprechende Ideen. Auch das Thema „Soziale Sanktionen“ sprach Deligöz an. Es könne nicht angehen, dass ein Jugendlicher, der Hartz IV beziehe und einen Termin beim Jobcenter versäume oder zu spät komme, mit Abzug bestraft werde. Ebenso sei es kontraproduktiv, wenn ein Jugendlicher durch eigene Arbeit hinzuverdiene und hiervon Beträge abgezogen bekomme.

In der anschließenden Diskussion wurden weitere Themen aufgegriffen. Dabei ging es unter anderem um die Schaffung von Arbeitsplätzen (speziell auch für Jugendliche) und Fragen wie „Wie kann ich Jugendliche motivieren?“ oder „Wie richte ich ein Jugendparlament ein?“.

Deligöz ist seit 1998 Mitglied des Bundestages. Ihr Arbeitsgebiet ist die Kinder- und Jugendpolitik. Sie ist Mitglied im Haushaltsausschuss. Als Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes, Mitglied des Komitees bei Unicef Deutschland und als Vorstandsmitglied bei „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ engagiert sie sich ehrenamtlich. (wim)

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