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Gesang

Wie das Heilbrünnl-Lied entstand

Das erste Heilbrünnl-Lied ist im Jahr 1953 vom „Kleas Onkel“ entdeckt worden. Es soll um das Jahr 1804 entstanden sein.

Erich und Marianne Koller halten das alte Lied in Ehren. Foto: rjm
Erich und Marianne Koller halten das alte Lied in Ehren. Foto: rjm

Roding.Im Mai erklingen wohl am häufigsten Marienlieder. Es gibt viele, dies wird einem immer wieder bei vielen Gottesdiensten und Festen am Heilbrünnl, am Steinhäufl und in Streicherröhren bewusst. Doch ein Heilbrünnl-Lied, vermutlich das älteste und bekannteste, soll um 1804 entstanden sein. Im Rodinger Kreisanzeiger vom 1. Februar 1953 erschien vom „Kleas Onkel“ (Josef Kleas, der in Roding an der Regengasse ein Fotoatelier hatte) dieser Bericht: „Kürzlich hat ganz zufällig auf dem Heimweg vom Heilbrünnl die Oberlehrerin Peinkofer einem Heimatfreund von einem ehemaligen Heilbrünnllied erzählt, das sie vor über 60 Jahren von ihrer Mutter Anna Pongratz, der Gattin unseres einstigen Marktschreibers Matthias Pongratz (1870 – 1906) übernommen hatte. Dieses Lied haben sicher schon deren Eltern Josef und Therese Rohrmüller – Lehrer und Kantor (1804 – 1862) auf dem Heilbrünnl – also bereits vor 100 bis 150 Jahren (Wir schrieben das Jahr 1953) erklingen lassen.

„Zur Gnadenmutter von Streicherröhren“

  • Erhalten:

    Die „Garten-Anna“ vom Kreiskrankenhaus Roding, Anna Grziwatsch, hatte es ebenfalls aufgeschrieben. Sie übergab es Frau Pinkl. Sie gab es an Marianne Koller, Kronwitt, weiter. So blieb es erhalten.

  • Getragen:

    Der Text ist erhalten, Melodie und Noten gingen verloren. Wie Koller erklärte, soll die Melodie des Liedes „Zur Gnadenmutter von Streicherröhren“ entsprochen haben: „Mäßig langsam und getragen.“ (rjm)

Josef Kleas betrieb in Roding ein Fotoatelier. Foto: Stadtarchiv/Kleas
Josef Kleas betrieb in Roding ein Fotoatelier. Foto: Stadtarchiv/Kleas

Da das Notenmaterial inzwischen leider verlorengegangen ist, ließen wir (Kleas Onkel) uns die liebliche Weise von unserer ehemaligen Chorsängerin vorsingen, notierten und vervielfältigte Melodie und Text. Beim Festgottesdienst am Sonntag, den 6. September 1953, haben die Rodinger Schulkinder das originelle Muttergotteslied unserer Ahnen neu ertönen lassen.“ „Den nachstehenden Text werden die Leser sicher ausschneiden und aufbewahren, schreibt Kleas: 1. Wo hoch im grünen Regentale die schöne Wallfahrtskirche steht, zu der bei hellem Glockenschalle so mancher fromme Pilger geht: Da zieh’n auch wir, Maria mild, zu Deinem hochheiligen Gnadenbild, Maria mild, Maria mild, der Stern im dunklen Nachgefild’ 2. Wo Tausende schon Trost genossen und viele Kranke sind geheilt, seit aus dem Brünnlein Heil geflossen Mariens Huld dort oben weilt: Da zieh’ n auch wir, Maria mild, zu Deinem hochheiligen Gnadenbild, Maria mild, Maria mild, der Stern im dunklen Nachgefild’ 3. Aus trauten, längst vergangenen Tagen hab ich den Brauch erlauschet still. Wie unsere Ahnen voll Vertrauen auch ich auf’s Brünnlein bauen will. Drum tauch’ ich gern, Maria mein, die Hände ins heilige Wasser ein und netze fein die Augen rein: Da zieh’n auch wir, Maria mild, zu Deinem hochheiligen Gnadenbild, Maria mild, Maria mild, der Stern im dunklen Nachtgefild’.“ (rjm)

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