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Auftritt

„Wie das Leben so lebt" live

Mit dem Projekttheater gelang auf der RAUM-Kleinkunstbühne eine ganz andere Form von Theater.

Viel Beifall gab es für die Akteure (v. l.) Regina Hausladen als Therese Meier, Michael Dietl als Herbert Blume, Roland Raum als Bruno Gschwendner, Andy Montag als Paul von Hohenstein. Martina Hornauer als Marie Chérie, Stefan Eiselt als Sven Rene Kleeberg, Friederike Rapf als Uschi Böckelmann, Beate Schröders-Eck als Henriette van Aaken sowie Ute Pohl als Elke Wild. Foto: Franz Bauer
Viel Beifall gab es für die Akteure (v. l.) Regina Hausladen als Therese Meier, Michael Dietl als Herbert Blume, Roland Raum als Bruno Gschwendner, Andy Montag als Paul von Hohenstein. Martina Hornauer als Marie Chérie, Stefan Eiselt als Sven Rene Kleeberg, Friederike Rapf als Uschi Böckelmann, Beate Schröders-Eck als Henriette van Aaken sowie Ute Pohl als Elke Wild. Foto: Franz Bauer

Cham.Was die Zuschauer am Wochenende auf der RAUM-Kleinkunstbühne erlebten, ist sicherlich weit über die Landkreisgrenzen hinweg einzigartig: Franz Bauer (Regie) und seinen Sketchespielern ist eine ganz eigene Form von Theater gelungen. Und das noch dazu höchst unterhaltsam.

Franz Bauer erklärte: „Am Anfang war nichts, kein Textbuch und keine Regieanweisung.“ Ausgangspunkte des Stücks „Wie das Leben so lebt“ waren eine genaue Charakterarbeit und Improvisationsübungen. Jeder Theaterspieler entwickelte seine Rolle selbst. Es entstanden sehr komplexe Spielfiguren, alle mit ihren Kanten genauso wie mit liebenswerten Seiten.

So wie der angeberische und versnobte Geschäftsmann Sven Kleeberg (Stefan Eiselt). Als dieser kurz vor Abschluss eines „great Deals“ von seinem amerikanischen Geschäftspartner zum Dinner mit Gattin eingeladen wird, kommt er in die Bredouille. Der geschiedene Kleeberg braucht eine passable „Ehefrau“ für diesen Termin.

Spannende Begegnungen

Das Spannende lag in der Begegnung der Figuren. Was passiert, wenn die bigotte Mesnerin (Beate Schröders-Eck) auf die lebenslustige Bloggerin Marie Cherie (Martina Hornauer) trifft? Oder der exzentrische Schuhhändler von Hohenstein (Andy Montag) auf die eher einfach gestrickte Raumkosmetikerin … (Regina Hausladen)? Aus diesen Reibungen entsprangen der besondere Esprit und die vielen humorvollen Momente.

Und noch ein Kniff machte dieses Theater zu einer spannenden Erzählform. Es gab nicht den einen Handlungsstrang, sondern fast so viele Geschichten wie auch Protagonisten – wobei für die Momente, wenn sich die Figuren begegnete,n etwas Gemeinsames entstand, das sich dann wieder auflöste oder später noch mal weitererzählt wurde – so wie das Zusammentreffen der naiven katzenvideo-verliebten Uschi mit dem mürrischen Landratsamt-Beamten Bruno (Roland Raum), der als alleinerziehender Vater von Zwillingen eh in ständiger Überforderung lebt und deshalb am Amt überhaupt keinen Stress vertragen konnte. Die beiden lernten sich über eine Internet-Partnervermittlung kennen, und das Publikum begleitete sie bei ihrem „Blind Date“ mit Happy-End.

Andere Geschichten blieben da eher vage – wie die der quirligen Postbotin Franzi und des etwas unflätigen Herbert, der, frisch verlassen von seiner Frau Anneliese, nun von Leberkäsesemmeln leben muss.

Mit den Bühnenaufgängen der Schauspieler ändern sich auch die Spielorte immer wieder. Entsprechend gibt es kein aufwändiges Bühnenbild. Eine Bank, ein Stehtisch oder ein paar alte Schachteln waren genug, um den Spielort klarzumachen. Deshalb nutzte zum Beispiel die burschikose Automechatronikerin Elke Wild (Ute Pohl) kurzerhand den „Porsche Cayenne“ in der ersten Zuschauerreihe, wenn sie ihr Lieblingsauto zeigen wollte und darüber so richtig ins Schwärmen kam.

Starke Charaktere

Der Theaterabend war voll mit starken Charakteren, die mitten aus ihrem Leben erzählten. Den Schauspielern gelang es, jede ihrer Rollen auszufüllen und die Eigenarten herauszuarbeiten. Es war höchst amüsant mitzuerleben, wie sie ihr Leben meisterten.

Lust auf Theater? Ein Workshoptag „Sketche spielen“ findet mit Franz Bauer am 24. November (Sonntag) von 10 bis 16 Uhr im RAUM statt; Info und Anmeldung unter (0 99 71) 99 51 21 oder bauer@pantografie.de.

Vorschau

  • Zusatztermin

    für „Schmunzelmuse" am Sonntag, 17. November, Beginn 18 Uhr

  • 8. Dezember: „Adventsschoppen" mit M.X. Huberbauer und Lisa Montag

  • 28. und 29. Dezember:

    „Der Punsch reloaded“

  • Karten:

    online unter www.raum-fuer.de oder direkt im RAUM, Tel. (0 99 71) 99 51 20

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