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Umwelt

Wie Firmen Ressourcen schonen können

Die im Rodinger Rathaus eröffnete Wanderausstellung rückt einen effizienteren Einsatz von Ressourcen ins Blickfeld.
Von Bastian Schreiner

Die beiden Referenten Ralph Schwarzfischer und Dr. Simone Richler mit Stefan Kulzer und Bürgermeister Franz Reichold (v. l.) bei der EröffnungFoto: bs
Die beiden Referenten Ralph Schwarzfischer und Dr. Simone Richler mit Stefan Kulzer und Bürgermeister Franz Reichold (v. l.) bei der EröffnungFoto: bs

Roding.Der effiziente Umgang mit den verfügbaren Ressourcen ist eine ökonomische wie ökologische Notwendigkeit. Doch was verbirgt sich hinter dem zunehmend an Bedeutung gewinnenden Begriff Ressourceneffizienz? In welchen Bereichen ist ressourceneffizientes Wirtschaften wichtig? Welche Vorteile und Chancen ergeben sich für Unternehmen? Antworten auf diese und andere Fragen gibt die Wanderausstellung „Ressourceneffizienz – Weniger ist mehr!“ im Rathaus.

Zur Eröffnung, die am Mittwochabend auf überschaubares Interesse gestoßen ist, hat Rodings Bürgermeister Franz Reichold mit Dr. Simone Richler die Leiterin des Ressourceneffizienz-Zentrums Bayern (REZ) begrüßt. „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, die Ausstellung in die Stadt zu holen“, sagte Reichold. Geht man sparsam mit Ressourcen um, könne man einen Mehrwert für das Unternehmen herausholen, war er überzeugt. Viele Betriebe in Roding würden bereits effizient handeln, lobte der Bürgermeister.

43 Prozent Materialkosten

Ihn ihrem Impulsvortrag ging Dr. Richler auf die Kostenstruktur im verarbeitenden Gewerbe ein. Der größte Anteil an den Gesamtkosten – mehr als 40 Prozent – sei für das Material eingeplant. Daher lohne sich der Blick auf die Prozessorganisation, die Material-Auswahl sowie das Umfeld der Produktion. Wie dem Rohstoffreport Bayern 2015 zu entnehmen ist, haben rund zwei Drittel der bayerischen Betriebe mit steigenden Preisen in der Rohstoffkategorie Steine und Erden sowie Stahlveredler und Basismetalle zu kämpfen. Ferner klage jedes vierte Unternehmen über Versorgungsengpässe bei Steinen und Erden – bei seltenen Erden fast jede zweite Firma. Laut REZ verringert der intelligente Einsatz von Rohstoffen und Materialien die Abhängigkeit vom Rohstoffmarkt und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.


Im Rohstoffreport seien auch Maßnahmen von Unternehmen bei der Produktentwicklung aufgeschlüsselt. Während 87 Prozent den Verschnitt, 76 Prozent die Gestaltung und 73 Prozent die Materialauswahl optimieren, würden nur 61 Prozent auf recyclinggerechte Produkte setzen. „Bei der Akzeptanz, vermehrt Recyclingmaterial zu verwenden, gibt es immer noch ein Hemmnis“, sagte Simone Richler. „Da müssen wir noch Überzeugungsarbeit leisten.“


Für das Thema Ressourceneffizienz sei das 2016 mit fünf Mitarbeitern in August gegründete REZ zentrale Anlaufstelle. Das Projekt des Bayerischen Landesamt für Umwelt, initiiert und gefördert vom Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, hat die neun Industrie- und Handelskammern als Kooperationspartner. Vorteile durch Ressourceneffizienz sind laut REZ das Potenzial für Kostensenkungen (Beschaffungs-, Logistik- und Entsorgungskosten), der Konkurrenzvorsprung durch intelligenten Einsatz von Rohstoffen und Material, die Verbesserung von Produktionsprozessen, die geringere Abhängigkeit von Rohstoffpreisen und -verfügbarkeiten, der Imagegewinn für Unternehmen sowie der Motor für Innovationen.

Strategie von mech-tron

„Ressourceneffizienz beschäftigt uns seit Jahren“, betonte Ralph Schwarzfischer, Geschäftsführer der mech-tron GmbH & Co. KG in Altenkreith. Der metallverarbeitende Betrieb mit 150 Mitarbeitern nutzt Maschinenwärme als „Heizung“, besitzt einen eigenen Mittelspannungs-Trafo, hat die Beleuchtung auf LED umgerüstet, heizt die neue Waschmaschine durch Wärmerückgewinnung vor und hat die Energiebeschaffung (Strom und Gas) durch langfristige Verträge gesichert.

„Wir werden das Thema Ressourceneffizienz weiter forcieren“, ließ er wissen. Da der Bedarf hoch ist, denkt das Unternehmen nach, selbst Strom zu erzeugen. Ferner sei ein weiterer Einsatz von Robotern sowie von Mess- und Auswertesoftware geplant. Wünschenswert wäre es, so Schwarzfischer, wenn in der Region ein Energie-Netzwerk ins Leben gerufen werden würde. Einer solchen Plattform stand der Bürgermeister positiv gegenüber.

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