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Verbraucherschutz

Wieder Listerien-Verdacht in Cham

Zehn Betriebe sind von der Rückrufaktion von Fleisch-Krone betroffen. Frikadellen könnten mit Bakterien verunreinigt sein.
Von Michael Gruber

Einige Produkte des Fleischherstellers Fleisch-Krone stehen im Verdacht, mit gefährlichen Bakterien verunreinigt zu sein. Foto: picture alliance / dpa-tmn
Einige Produkte des Fleischherstellers Fleisch-Krone stehen im Verdacht, mit gefährlichen Bakterien verunreinigt zu sein. Foto: picture alliance / dpa-tmn

Cham.Diese Nachricht schlägt vielen Fleischessern auf den Magen: Bei einer Routinekontrolle hat der Fleischhersteller Fleisch-Krone Feinkost GmbH aus Niedersachsen Listerien in einer Probe von Fertigfrikadellen vorgefunden. Am vergangenen Samstag startete das Unternehmen eine große Rückrufaktion der Produkte, die vorwiegend in REWE- und Norma-Märkten verkauft werden.

Neben dem Raum Regensburg sind auch Supermärkte im Raum Cham betroffen, teilt das Landratsamt auf Anfrage unseres Medienhauses jetzt mit. „Auch im Landkreis Cham wurden Lebensmittel-Einzelhandelsbetriebe mit Fleischprodukten der Firma Fleisch-Krone beliefert, die mit Listerien belastet sein könnten“, gibt Pressesprecher Friedrich Schuhbauer bekannt. Konkret handele es sich um zehn Betriebe, die entsprechende Produkte des niedersächsischen Herstellers im Sortiment führen.

Hinweise im Eingangsbereich

Grundsätzlich würden im Zuge des vorsorglichen Verbraucherschutzes mindestens alle Produkte einer Herstellungscharge zurückgerufen, wenn in einer Probe dieser Charge beispielsweise krankmachende Keime, in diesem Fall Listerien, nachgewiesen wurden, erklärt Friedrich Schuhbauer die Vorgehensweise. Der Hersteller der betroffenen Ware sei dann in der Pflicht, umgehend seine Abnehmer zu informieren.

Frikadellen-Rückruf

Erneut Listerien-Alarm in Regensburg

Die Stadt Regensburg wurde darüber informiert, dass möglicherweise mit Listerien belastete Fleischwaren geliefert wurden.

„Die Abnehmer, und das sind in diesem Fall die Lebensmittel-Einzelhändler, nehmen die betroffene Ware umgehend aus dem Verkauf“, heißt es weiter aus dem Landratsamt. „Gleichzeitig informieren sie ihre Kunden über den Warenrückruf.“

„Unsere Kontrolleure haben bereits alle zehn Betriebe unter die Lupe genommen.“

Friedrich Schuhbauer, Pressesprecher Landratsamt Cham

Die Information der Kunden liege in der Eigenverantwortung der Lebensmittelunternehmer. Verbraucher aus Cham sollten deshalb beim Einkauf die Augen offen halten: Hinweise im Eingangsbereich, etwa bei der Türe, oder im Verkaufsbereich, an der Kasse oder bei den Regalen, weisen über einen entsprechenden Aushang darauf hin, welche Ware von der Rückrufaktion betroffen ist.

Die gute Nachricht: Alle Frikadellen der möglicherweise verunreinigten Chargen sind mittlerweile aus den Chamer Supermärkten verschwunden, heißt es aus dem Landratsamt. Über ein Schnellwarnsystem seien die Lebensmittelüberwachungsbeamten von der Rückrufaktion des Herstellers informiert worden.

Gesundheit

Keim-Wurst auch im Landkreis Cham

Im Kreis Cham wurden Fleischwaren des Skandal-Herstellers Wilke ausgeliefert. Kaufen konnte sie jedoch niemand.

Bei Vor-Ort-Kontrollen sei bereits überprüft worden, ob die Supermärkte die Maßnahmen vorschriftsgemäß durchgeführt haben, erklärt Pressesprecher Friedrich Schuhbauer: „Unsere Kontrolleure haben bereits alle zehn Betriebe unter die Lupe genommen. Fünf Märkte haben die verdächtigen Chargen bereits aus dem Verkehr gezogen. Die anderen fünf Märkte haben die Ware gar nicht erst erhalten.“

Mikrobiell verunreinigt

Betroffen sind nach Angaben von Fleisch-Krone die bei Norma vertriebenen Artikel „Frikadelle Klassik“ und „Frikadellen-Bällchen“ von „Gut Bartenhof“ mit den Chargen-Nummern 97812 und 97813 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 05.11.2019.

Was sind Listerien?

  • Risiko:

    Gesunden Menschen können Listerien nichts anhaben. Anfällig sind ältere Menschen, Schwangere und Neugeborene, insbesondere Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

  • Folgen:

    Eine Listeriose kann zu Blutvergiftungen und eitrigen Hirnhautentzündungen führen. Bei Schwangeren kann eine Infektion Schädigungen des Fötus, Früh- oder Totgeburten auslösen.

Auch die „Frikadellenbällchen“ der Rewe-Eigenmarke „ja!“ in der 500 Gramm-Packung mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 05.11.2019 und 20.11.2019 ruft der Hersteller zurück. Vom Verzehr der Produkte werde dringend abgeraten, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass „die betroffenen Packungen mikrobiell verunreinigt sind“, hieß in einer Pressemitteilung der Fleisch-Krone Feinkost GmbH.

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