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Region Cham
Dienstag, 17. Juli 2018 27° 6

Kommune

Willkommen im Traitschinger Rathaus-Asyl

Traitschings Verwaltung hat derzeit einen Weit-Blick auf ihre Bürger. Dort, wo sich früher Urlauber sonnten, wird gearbeitet.
Von Christoph Klöckner

  • Auf Zimmer 14 wohnt der Bürgermeister. Jedes „Büro“ im alten Feriendomizil hat eine Nasszelle. Und einen Balkon für den Landschaftsgenuss gibt es hier auch noch – das eigentliche Rathaus in Traitsching hat diesen Freiraum gerade verloren, denn Urlaub macht dort ja keiner. Foto: Klöckner
  • Eintauchen in eine andere Zeit: Hier, wo Perlglaslampen etwas licht abgeben, wurde früher Urlaub gemacht.Foto: Klöckner
  • Das ist neu auf Rathaus-Fluren: Eine Kutsche begrüßt die Gäste in einer Flurnische. Foto: Klöckner

Traitsching. Viel umgewöhnen mussten sich die sieben Verwalter der Gemeinde und ihr Bürgermeister nicht, als sie im Frühjahr in den Birkenhof nach Sattelbogen umzogen. Der Charme der 70er Jahre weht auch hier durch die Gänge. Runde Perlglas-Lampen und braunem Teppichboden, in den Bädern verschnörkelte Fliesen in hellgrün oder grellgelb, dazu ein eher ausladender Eingangsbereich. Es ähnelte dem alten Rathaus in Traitsching, das mittlerweile im Neuaufbau ist, meint auch Bürgermeister Marchl.

Bürgermeister Marchl hat das Zimmer 14 im Birkenhof. Das Bürgermeister-Urlaubszimmer bietet Balkon und Nasszelle – und viel Arbeit auf dem Tisch.Foto: Klöckner
Bürgermeister Marchl hat das Zimmer 14 im Birkenhof. Das Bürgermeister-Urlaubszimmer bietet Balkon und Nasszelle – und viel Arbeit auf dem Tisch.Foto: Klöckner

Und doch haben Traitschings Bürgermeister Josef Marchl, der jetzt auf Zimmer 14 residiert, und seine Gemeindeangestellten mit dem Umzug im Februar eine Sprung nach oben getan. Zumindest geografisch gesehen: Aus dem Tal in Traitsching ging auf den Berg von Sattelbogen. Das garantiert einen besseren Blick übers Land und auf die Bürger und eine bessere Luft zum Durchatmen.

Im zweistöckige Gebäude residiert jetzt die Verwaltung im Erdgeschoss. Im ersten Stock lagern die Betten und Schränke aus den Urlauberzimmern. Foto: Klöckner
Im zweistöckige Gebäude residiert jetzt die Verwaltung im Erdgeschoss. Im ersten Stock lagern die Betten und Schränke aus den Urlauberzimmern. Foto: Klöckner

Zwei Dinge, die früher einmal die Urlauber in den Birkenhof lockten. Sogar ein Schwimmbad sei im Keller, weiß Marchl – zumindest die Reste davon. An der steilen Treppe bergab steht als Hinweis nur noch der Frühstücksraum. Der lag im Untergeschoss und bot außer dem morgendlichen Semmelgenuss einen tollen Blick auf die Bayerwald-Berglandschaft, wie alte Postkarten zeigen. Das einst zweistöckige Feriendomizil steht seit einiger Zeit leer und soll eigentlich abgebrochen werden, sagt der Bürgermeister.

Im Keller war einst der Frühstücksraum und auch ein Schwimmbad.  Foto: Klöckner
Im Keller war einst der Frühstücksraum und auch ein Schwimmbad. Foto: Klöckner

Das habe er von Hans Mitterbiller vom Hotel Sattelbogener Hof gehört und ihn gefragt, ob er es nicht für die Sanierungszeit an die Gemeinde vermiete, nachdem Pläne etwa für ein Container-Rathaus verworfen wurden. Somit gibt es jetzt eine Gnadenfrist für den Birkenhof, in dem zuletzt auswärtige Arbeiter wohnten, die in den Zimmern schliefen und auch kochten. Entsprechend habe es ausgesehen, so Marchl. Mit ordentlich Farbe, neuer Strom- und Internetversorgung und neuen Teppichböden sei das Haus wohnlich geworden. Weihnachten soll das Rathaus-Asyl dann beendet sein.

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