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Jahresversammlung

„Wir brauchen mehr Lehrer“

Die neue BLLV-Bezirkschefin appellierte an die Kollegen, Widerstand gegen Piazolos geplante Maßnahmen zu zeigen.

  • Eine ganze Reihe langjähriger Mitglieder des BLLV-Kreisverbandes Cham wurde geehrt. Foto: A. Lankes
  • Ehrung verdienter Mitglieder durch den Bezirksverband (v. l.): 2. Vorsitzende Karin Schuh und Heidrun Bayer, Walter Köppel, Paul Brückl, Helmuth Eckert und Manfred Hruby sowie Vorsitzende Sabine Lankes Foto: A. Lankes

Cham.Mehr als 70 Lehrerinnen und Lehrer hatten sich zur Jahresversammlung des BLLV-Kreisverbandes Cham im Eventstadl des Hotels Brunner Hof in Arnschwang eingefunden. Nach der Begrüßung durch die stellvertretende Vorsitzende Karin Schuh hielt die zweite Vorsitzende, Heidrun Bayer, einen Rückblick auf das vergangene Jahr.

So waren die Kollegen zu einem Tagesausflug nach Prag, zum traditionellen Grillfest in der Klostermühle in Altenmarkt und zusammen mit den Kreisverbänden Roding und Falkenstein zum Stockschießen in die Stockhalle in Untertraubenbach eingeladen. Neben der Jahresversammlung und den beiden Vorstandssitzungen wurde die Bezirksdelegiertenversammlung in Neumarkt im April erwähnt, an der die drei Kreisvorsitzenden teilgenommen hatten. Dort wurden die langjährigen Vorsitzenden Ursula Schroll und Albert Schindlbeck bei einem Festakt verabschiedet und Katja Meidenbauer und Manuel Sennert als neue Vorsitzende für den Bezirk Oberpfalz gewählt.

Nach einer Gedenkminute für die drei im Jahr 2019 verstorbenen Mitglieder wurde kurz die Auflösung des Kreisverbands Kötzting thematisiert. Für die öffentliche Sitzung, in der besprochen und darüber abgestimmt werden soll, wie es mit diesem Kreisverband weitergeht, wurde ein extra Termin anberaumt.

Mit „Herz. Kopf. Hand.“

Es folgte der Gastvortrag der neuen Bezirksvorsitzenden der Oberpfalz, Katja Meidenbauer. Da am Tag zuvor das Schreiben von Kultusminister Michael Piazolo mit der Ankündigung der Arbeitszeiterhöhung für Grund- und Mittelschullehrer versendet worden war, war das Thema des Vortrags klar, und es gab auch zahlreiche Wortbeiträge der Mitglieder.

Meidenbauer begann mit dem Motto der vergangenen Landesdelegiertenversammlung in Würzburg: „Herz. Kopf. Hand. Bildung ist Zeit für Menschen“. Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit könne nachhaltiges und tragfähiges Lernen nur „mit Herz“ passieren. Basis hierfür sei eine gute und vertrauensvolle Beziehung zwischen dem Lehrenden und dem Lernenden. Als Lehrer müsse man sich seiner Verantwortung und der Vorbildrolle stets bewusst sein. Jedoch solle man als Pädagoge nicht nur Haltung und Respekt zeigen, sondern diese beiden Tugenden auch von der übrigen Gesellschaft erwarten können.

Die allermeisten Kollegen seien mit großem Einsatz und Engagement tätig. Meidenbauer ging aber auch auf die Unzufriedenheit eines Großteils der Lehrer mit ihrem Dienstherren ein, der sie bei der stetig steigenden Anzahl an Anforderungen (wie z. B. Inklusion, Integration, Digitalisierung, Ganztag, individuelle Förderung, Unterrichtsausfälle…) zu wenig unterstütze. Die Aussage „Vor jeder Klasse wird eine Lehrkraft stehen!“, welche Kultusminister Piazolo zu Schuljahresbeginn propagiert hatte, sei heutzutage nicht mehr zutreffend, da weitere Unterstützung in Form von mehr Lehrerstunden, für Team-Teaching und von multiprofessionellen Teams, Sozialpädagogen, Beratungsfachkräften etc. nötig sei, um all die Herausforderungen zu stemmen.

Hier warte schon das nächste Problem, so Meidenbauer. Man brauche mehr Lehrkräfte, um die Bildungsqualität zu halten. Der BLLV habe schon immer auf dieses Problem hingewiesen und sei nicht gehört worden. Nun sei es an der Staatsregierung, eine Lösung zu finden. Wie diese Lösung aussehen soll, war gerade tags zuvor von Piazolo präsentiert worden. Da der zusätzliche Bedarf von 1400 Vollzeitkapazitäten im Bereich der Grund-, Mittel- und Förderschulen nicht gedeckt werden kann, sollen ab dem Schuljahr 2020/21 vorübergehend dienstrechtliche Maßnahmen für die Lehrkräfte an den betroffenen Schularten ergriffen werden – wie die Erhöhung der Arbeitszeit bei späterer „Rückzahlung“ zumindest für Grundschullehrer oder die Erhöhung der Mindeststundenzahl für den Teilzeitdienst.

Meidenbauer erteilte all diesen Bestimmungen eine klare Absage und appellierte an die Kolleginnen und Kollegen, Widerstand zu zeigen. Diese Maßnahmen würden die Lehrer noch mehr belasten und nicht das Grundproblem beheben. Sehr wichtig hingegen sei die Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs. Hierzu müssten gute Rahmenbedingungen geschaffen werden, so auch eine Eingangsbesoldung A13 für alle Lehrkräfte in der Grund- und Mittelschule, denn „alle Lehrer sind Lehrer, leisten an ihrer Stelle Enormes und geben ihr Bestes.“ Für dieses Engagement bedankte sich die Referentin und endete mit dem Aufruf: „Sie sehen also, 2020 geht heiß los… und wir packen es an und bleiben dran!“

Hans Kral besonders geehrt

Im Anschluss an die Rede erhielten verdiente und langjährige Mitglieder von Katja Meidenbauer und der Kreisvorsitzenden Sabine Lankes eine Ehrenurkunde und einen Geschenkgutschein. Besonders geehrt wurde Hans Kral, welcher sein Amt als Pensionisten-Betreuer, das er seit 2006 ausübt, aus persönlichen Gründen aufgeben muss. Damit beendet er seine zahlreichen Tätigkeiten im BLLV, die 1968 als Sportreferent im Kreis und Bezirk begannen. Er bekleidete die verschiedensten Führungsämter beim BLLV auf Kreis- und Bezirksebene und hat viel Mühe, Herzblut und Arbeit für diese Tätigkeiten aufgebracht, wofür ihm gedankt wurde.

Anschließend ging es zum gemütlichen Teil über. Während die einen beim Entenessen lebhaft über die aktuellen Bildungsthemen diskutierten, tauschten die anderen mit alten Kollegen Erinnerungen aus. Auch das Sparschwein, das für karitative Zwecke zugunsten der BLLV-Kinderhilfe aufgestellt worden war, freute sich, denn am Ende des Abends war es auch gut gefüllt.

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