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OGV

Wissen der Gartenfreunde ist gefragt

Rodings Bereichsvorsitzender Konrad Weinzierl hielt leidenschaftliches Plädoyer für blühende Vielfalt und gegen Gärten des Grauens.
Jakob Moro

Franz Götz (stehend) stellte den OGV Stamsried vor und berichtete von dessen Besonderheiten. Foto: Jakob Moro
Franz Götz (stehend) stellte den OGV Stamsried vor und berichtete von dessen Besonderheiten. Foto: Jakob Moro

Stamsried.„Der Garten ist der größte Luxus unserer Tage, denn er fordert, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum. Er ist Stellvertreter der Natur, in dem wir Geist, Wissen und Handwerk wieder gebrauchen“: Mit diesem Zitat eines Landschaftsarchitekten schloss Konrad Weinzierl, der Vorsitzende des Teilbereichs Roding der Obst- und Gartenbauvereine, die Frühjahrstagung im Hotel Zedernhof.

Der Teilbereich Roding des OGV-Kreisverbands lädt zweimal jährlich zur Versammlung der Ortsvorstandschaften ein. Der OGV lud zunächst zu einer Brotzeit ein. Bürgermeister Bauer sagte: „Ihr tragt dazu bei, damit unsere Heimat lebenswert ist und bleibt.“ Er rief dazu auf, am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilzunehmen.

Vorsitzender Franz Götz stellte den OGV Stamsried vor. Er wurde 1980 mithilfe des damaligen Kreisfachberaters Josef Glatthaar wieder gegründet und hat derzeit 200 Mitglieder. Stolz ist der Verein auf sein Gerätehaus, dort sind die Gerätschaften, die an die Mitglieder verliehen werden, untergebracht. Heuer soll der Schulgarten unter Mithilfe des Bauhofes auf Vordermann gebracht werden. Für diese Aktion stellt der Landkreis 500 Euro bereit.

Förderung für Schulgärten

Konrad Weinzierl erläuterte die Förderung von Schulgärten im Landkreis: „Kinder haben keinen Bezug mehr zur Natur und zum Anbau von Obst und Gemüse.“ Es gebe Fördermittel, um Schulgärten neu anzulegen oder zu ergänzen. 40 Schulen beteiligten sich an der Landkreis-Aktion. Lehrerfortbildungen fanden im Januar statt.

Ferner wiesen Weinzierl und Kreisfachberaterin Susanne Deutschländer auf die Aktion Blühflächen hin. 2019 nahmen 1500 Personen, Gemeinden und Institutionen teil. Es wird wieder Saatgut für Blühflächen auf privaten und öffentlichen Flächen zur Verfügung gestellt.

„Leider haben große Bäume viele Feinde“, leitete Weinzierl auf das Hausbaum-Programm des Landkreises über. Bäume speicherten viel CO2, wirkten positiv auf das Klima, dienten der Artenvielfalt, filterten Feinstaub aus der Luft und hätten gestalterische Fähigkeiten. Jeder OGV im Landkreis erhalte demnächst sieben Hausbäume, die von den Kreisbauhöfen abgeholt werden können. Sie sollen ausschließlich in Vorgärten gepflanzt werden.

„Gärten des Grauens“ seien viele Anlagen in den heutigen Neubaugebieten geworden, so Weinzierl. Die Stadt Erlangen wolle ihren Bürgern verbieten, ihre Gärten mit Schottersteinen anzulegen. Kiesorgien seien viele Gärten geworden. Er verwies auf das Mega-Projekt des Landesverbands Bayern „Vielfaltsgärten“. Weinzierl: „Das Wissen über die Zusammenhänge in der Natur brauchen wir nötiger denn je. Dabei fällt den Obst- und Gartenbauvereinen und dem Bund Naturschutz eine Schlüsselfunktion auf kommunaler Ebene zu.“ Und weiter: „Langweilige Gärten waren gestern, langweilige Rasenflächen sind out. Heute: Garten voller Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Menschen.“ Biologische Vielfalt sei Lebensvielfalt. Jeder könne selbst zum Vielfaltsmacher werden und ein Blüh- und Nahrungsangebot für Mensch und Tier schaffen. Gärten würden zu Blühwiesen, Streuobst- und Gemüsegärten, Obstgärten zu Überwinterungsquartieren für viele Arten. Jeder einzelne Gartenbesitzer könne einen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt leisten: Weniger Rasen mähen, weniger düngen, weniger Herbizide und Pestizide.

Das Jahresprogramm des Kreisverbandes stellten Konrad Weinzierl und Susanne Deutschländer vor. Die Gartenpfleger-Tage Ende Februar waren mit mehr als 100 Teilnehmern gut besucht. Am 21. März wird in Falkenstein ein Sträucher-Schnittkurs, am 25. Juli in Stamsried ein Obstbaum-Schnittkurs angeboten.

Am 25. April wird in Cham das Ausgeizen von Weinreben gezeigt. Im August wird in Rettenbach ein Sommerschnittkurs an Obstbäumen gezeigt. In der Klostermühle Altenmarkt bietet der Arbeitskreis Ökologie am 7. März um 19 Uhr einen Vortrag mit dem Thema „Blühende Landschaft gestalten“ an. Am 31. März, 19.30 Uhr, wird im Kino Cham der Film „Die Wiese – ein Paradies nebenan“ gezeigt. Eine Exkursion „Vogelstimmen rund um die Voithenberghütte“ gibt es am 26. April um 6 Uhr. Die Bayerische Gartenschau in Ingolstadt lädt vom 24. April bis 10. Oktober ein; verbilligte Eintrittskarten zu 15 Euro gibt es beim Landesverband, E-Mail: bestellung@gartenbauvereine.org. Der Arbeitskreis Kinder- und Jugendgruppen lädt am 16. Mai ins Hotel am Regenbogen in Cham zum Seminar „Schmetterlinge – die fliegenden Edelsteine“ ein. Eine sechstägige Fahrt des Kreisverbands mit Johann Robl führt nach Bad Mergentheim, Ludwigsburg, Schwäbisch-Hall, Steinbacher Tal, Neckartal, Dinkelsbühl und Blaufelden.

Exkursionen und Jubiläen

30 Jahre grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird am 4. Juli um 14 Uhr im Hotel am Regenbogen in Cham gefeiert. Schorndorf und Wettzell nehmen auf Bezirksebene am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil. Eine Familien-Exkursion „Zu den Baumriesen und Felstürmen im Schlosspark Falkenstein“ wird am 19. Juli um 14 Uhr in Falkenstein angeboten. Am 13. September gibt es eine Exkursion „Baumlehrpfad in Raubersried“; 34 Baumarten sind zu sehen.

Beim OGV Lohberg wird am 17. und 18. Oktober eine Obstsortenbestimmung angeboten. Zwei Jubiläen stehen dieses Jahr an: Der OGV Rettenbach feiert am 27. und 28. Juni sein 70-jähriges Bestehen. 50 Jahre besteht der OGV Döfering. Der Bezirksverband feiert sein 125. Jubiläum mit einem Fotowettbewerb, der unter dem Motto „Heimatvielfalt-Gartenliebe“ steht. Die nächste Teilbereichsversammlung findet im Herbst dieses Jahres voraussichtlich in Wetterfeld statt. (rjm)

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