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Auto

Wo die silbernen Mustangs röhren

Wer die Pferde des Chamers Marcus Decker einmal gehört und gespürt hat, den lassen sie meist nicht mehr los. Röhren zaubert Grinsen ins Gesicht.
Von Christoph Klöckner

  • Markenzeichen für Power und ungezähmte Pferdestärken: Der silberne Hengst am Kühler des Mustangs zeigt, welche Gangart sein Besitzer am liebsten mag. Fotos: Klöckner
  • Der weiße Lincoln bietet Luxus in überragender Länge. Die Stretchlimo ist über sieben Meter lang und für besondere Anlässe mietbar – mit Chauffeur.

Cham.Markus Decker dreht den Zündschlüssel. Er will den Unterschied hörbar machen. Den zwischen einem deutschen Familienauto und einem amerikanischen Spaßmobil. Das gelingt ohne viel Aufwand. Es genügt ein kurzes Tippen auf das Gaspedal und aus dem dumpfen Brummen wird ein Bassröhren, das einem das Grinsen aufs Gesicht zaubert. Wer diesen Sound einmal im Ohr hatte, das Vibrieren der dicken Auspuffrohre unterm Hintern gespürt hat, der mag oft nichts anderes mehr fahren, als solch einen Boliden, weiß Decker aus Erfahrung.

300 Pferdestärken und mehr hat der schwarze Mustang zu bieten, in dem er gerade sitzt – ein gutes Einsteigemodell für angehende Liebhaber von US-Cars, sagt Marcus Decker. Der Chamer Autohändler, der seit zehn Jahren an der vielbefahrenen Werner-von-Siemens-Straße neben Gebrauchtwagen aller Art amerikanische Luxuslimousinen anbietet, ist selbst begeistert von chromblitzenden Flitzern mit ausladenden Kotflügeln und gewaltigen Motorhauben.

„Ein Autonarr muss man schon sein!“, sagt Decker. Ohne die Liebe zum auffälligen Äußeren findet man nicht den Draht zu amerikanischen Limousinen mit den ausladenden Karosserien – zu Hummer, Mercury, Corvette, Ford oder Dodge. Seine guten Beziehungen über den großen Teich in die USA hat er sich aus seiner Kindheit bewahrt. Der 45-Jährige ist in Nordamerika, in Chicago, geboren, nachdem seine Chamer Eltern ausgewandert waren. Als er 13 Jahre alt war, seien sie zurückgezogen nach Cham. Geblieben ist die Liebe zu den überdimensionierten Autos, die die Amerikaner bauen. Wer einmal im 7,5-Liter-Oldsmobil durch die Lande gerollt sei, sei infiziert vom Komfort und dem Outfit der US-Automobile. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten bietet auch auf vier Rädern andere Horizonte, bei denen es weniger um Spritsparen, sondern mehr um Fahrspaß geht. Das Lebensgefühl von Freiheit und viele Raum spiegelt sich in den Designs der alten wie auch neueren US-Cars wieder.

Um die richtigen US-Cars herauszusuchen, hat Decker sich eine Sandkastenfreundschaft warmgehalten. Der Freund aus Kindertagen agiert für ihn als verlägerter Arm in den USA, sucht nach bestimmten Autotypen, schaut sich ausgewählte US-Cars an und passt auf, dass die gekauften Vehikel gut aufs Schiff kommen. Es gebe im Landkreis durchaus einige Freunde solcher Autos, sagt Decker. Man wundere sich häufig, was so alles in Oberpfälzer Garagen herumstehe. Er selbst kümmert sich seit Jahren voll Hingabe um einen 1957er Chevrolet. Sein Traumauto restauriert er seit zehn Jahren und investiert seine freie Zeit, um den Oldtimer auf Vordermann zu bringen. So wie er sind es zumeist Liebhaber, die sich ein US-Car hobbymäßig zulegen. Mancher schwört jedoch auch auf die großen US-Zugfahrzeuge, die eine Dreitonnen-Anhängerkupplung haben. Schwere Lasten mit Komfort hinter sich her zu ziehen, wird da zum Kinderspiel.

Eine Besonderheit, die manche Blicke auf sich zieht, ist die Stretchlimousine, die bei Decker auf dem Hof steht. Der weiße Lincoln ist ein Ausnahmefahrzeug, das er gemeinsam mit Max Altmann für Anlässe wie Hochzeiten, Geburtstage oder Partys mit Chauffeur vermietet – Champagner inklusive. Das 7,50 Meter lange Ungetüm bietet im „Wohnzimmer“ hinter der abgetrennten Fahrer-Kabine viel Platz für eine angenehme Schafkopfrunde. Eine Bar darf nicht fehlen und auch ein Fernsehgerät ist in der Seitenwand eingebaut. Das Auto sei jedoch – trotz der Länge – für amerikanische Verhältnisse kurz. In den USA seien die Stretchlimos teils über zehn Meter lang. Für die Ecken und Kanten in Cham mit seinen Kreisverkehr sei solch eine Riesenlimo unbrauchbar, sagt Decker.

Seit neuestem hat seine Firma auch ein Diagnosegerät für US-Cars, um Fehlern auf die Spur zu kommen. Das habe kaum einer in Ostbayern, so Decker. Nach dem Hummer-Boom seien Pick-ups bei uns aktuell sehr populär, verrät er. Wenn jetzt der Frühling einziehe, böten sie viele Möglichkeiten, den amerikanische Traum auf vier Rädern zu verwirklichen. Das bringe neben viel Platz ebenso viel Aufmerksamkeit – und ein faszinierendes Vibrieren unterm Hintern.

Auto, Mode und mehr

Am kommenden Wochenende lädt die Stadt zu „Auto, Mode und mehr“. Dabeisein werden auch US Cars und US-Motorräder.

Die Stadt organisiert gemeinsam mit Marcus Decker am Sonntag ab 10 Uhr auf dem Kaufland-Parkplatz ein Treffen solcher Fahrzeuge. Jeder, der ein solches fährt oder sich für solche Autos und Zweiräder interessiert, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Der Eintritt ist natürlich frei. Zu sehen gibt es Mustangs, Dodges, Chevrolets und natürlich auch die Stretchlimo der Marke Lincoln. (ck)

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