MyMz
Anzeige

Diskussion

Wohin mit dem Sendemasten?

Vodafone will neuen Mobilfunk-Masten in Oberried errichten. Dort seien die Bedingungen besser als in Grafenried und Frath.

In puncto Mobilfunk sei Drachselsried „weit von der bayernweiten Abdeckung entfernt“, sagt Christian Schilling von Vodafone.  Foto: picture alliance/dpa
In puncto Mobilfunk sei Drachselsried „weit von der bayernweiten Abdeckung entfernt“, sagt Christian Schilling von Vodafone. Foto: picture alliance/dpa

Drachselsried.In ihrer jüngsten Sitzung haben die Gemeinderäte heftig mit dem Vertreter der Vodafone GmbH, Christian Schilling, um den Standort in Oberried für einen Sendemasten gerungen. Er soll in Gitterbauweise errichtet werden und eine Höhe von 40 Metern haben. Rund 30 Zuhörer, hauptsächlich aus Oberried, verfolgten die Sitzung und meldeten sich zu Wort.

Eingangs erklärte Schilling die technischen Voraussetzungen für den Ausbau im sogenannten 4G-Standard (LTE). Vodafone als Anbieter erreiche eine Abdeckung in diesem Standard von 95,8 Prozent bundesweit und 95,4 Prozent in Bayern. Dieser Wert liegt um 1,6 Prozent unter der vom Gesetzgeber geforderten 97 Prozent. „In Drachselsried sind wir davon weit entfernt“, sagte Schilling. Damit werde man den Anforderungen der Politik nicht gerecht und ein Ausbau sei dringend erforderlich. Der favorisierte Standort wurde sorgfältig ausgewählt, um die beste Abdeckung für das Gemeindegebiet und die Staatsstraße zu erreichen. Der jetzige Standort in Grafenried bietet dies nicht, wird aber auch nach dem 4G-Standard ausgebaut. Beim Standort Oberried argumentiert Vodafone mit der Kundennähe und optimalen Versorgung und damit, dass auch schnelles Internet möglich sei.

Oberried ist der beste Standort

Die Bürgervertreter und die Bürger fragten immer wieder nach, warum der vorhandene Mast auf der Frath, der der Telekomtochter Deutsche Funkturm GmbH gehört, nicht geeignet sei. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass der Standort in Oberried für ihre Belange der beste sei, antwortete Schilling. Zur Sitzung eingeladen waren auch Vertreter der Deutschen Telekom GmbH, Erwin Walch und Jennifer Pohl. Diese erklärten, dass sie mit den Grobplanungen begonnen hätten und den Masten auf der Frath für eine neue Antenne erst ertüchtigen müssten. Walch erklärte, dass die beiden Anbieter ihre Infrastruktur unabhängig voneinander nach ihrer Netztopologie planten. Auch dies sei von der Politik so gewollt, warf der Vodafone-Vertreter ein, um eine echte Konkurrenz unter den Anbietern zu erreichen. Auf die Frage aus dem Gremium, ob die Telekom den neuen Standort von Vodafone mitbenutzen würde, antwortete Walch: „Wenn wir keinen eigenen Standort hätten, wäre das wahrscheinlich.“

Baugesuche

  • In eigener Sache:

    Franz Fischl jun. beantragte den Abbruch der Hofstelle Wieshof und den Ersatzbau eines Wohnhauses mit Maschinenhalle. Das Vorhaben ist mit dem Landratsamt abgestimmt. In eigener Sache stellte die Gemeinde einen Antrag wegen geringfügiger Überschreitung der Breite des Anbaues an das Feuerwehrhaus Oberried, weshalb ein neuer Bauplan erforderlich wird.

  • Zugestimmt:

    Einen Vorbescheid reichte Erich Müller jun. aus Arnbruck ein, der in Grafenried ein Einfamilienwohnhaus mit drei Garagen errichten will. Wegen des Neubaus eines Einfamilienhauses von Andreas Weikl in den Pruckergrundstücken in Unterried wurde wegen geringfügigen Abweichungen vom Bebauungsplan eine Befreiung erforderlich. Allen vier Baugesuchen wurde zugestimmt.

Die Bemühungen der Bürger und der Gemeinderäte, den Standort Frath für Vodafone anzupreisen, blieben erfolglos. Christian Schilling machte deutlich, dass Oberried der einzige Standort sei, um im Gemeindegebiet Drachselsried eine optimale Netzabdeckung zu erreichen. Der einzige Kompromiss, den Schilling anbieten konnte, war, den Sendemast nicht auf der freien Wiese, sondern Richtung angrenzenden Wald zu verschieben oder statt einem Gitter- einen Betonmasten zu errichten.

Entscheidung wurde vertagt

Schilling erwähnte aber auch, dass ein Verschieben des Standortes die Höhe des Masts wegen der Topographie beeinflussen könne. Die Gemeinde könne nach seiner Auffassung mit Verwaltungsvorgängen – etwa einem Gutachten – die Errichtung verzögern, doch werde Vodafone sein Vorhaben weiter verfolgen, so Schilling.

Es wurde keine Entscheidung von Seiten des Gemeinderates getroffen. Bürgermeister Hans Hutter fasste die Bedenken zusammen und formulierte, dass in der nächsten Gemeinderatssitzung entweder ein Prüfauftrag zur Verschiebung des Standortes an Vodafone ergeht oder ein Gutachten, das im fünfstelligen Kostenbereich liegen wird, in Auftrag gegeben wird – mit dem Ziel der Verhinderung an diesem Standort.

Weitere Nachrichten aus Cham und der Region lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über den Facebook Messenger, Telegram und Notify direkt auf das Smartphone.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht