MyMz
Anzeige

Arnschwang/Landkreis

Wohnhaus zum Plusenergie-Gebäude saniert

Die Sanierung eines über 100 Jahre alten Bauernhauses zum Plusenergiegebäude. war Thema der Chamer Kreiswerke.

Architekt Bernhard Fingerle referierte in Arnschwang. Foto: Kreiswerke
Architekt Bernhard Fingerle referierte in Arnschwang. Foto: Kreiswerke

Arnschwang.Zahlreiche Besucher, darunter Energy Scouts und Stammtischmitglieder, begrüßten Matthias Wiedemann vom Zukunftsbüro der Kreiswerke und Energy-Scout Hans Christl zur öffentlichen Fortbildungsveranstaltung der Energy Scouts und zum monatlichen Energiewende-Stammtisch im Fahrradmuseum in Arnschwang. Thema der Veranstaltung war die Sanierung eines ehemaligen und über 100 Jahre alten landwirtschaftlichen Wohnhauses zum Plusenergiegebäude. Hans Christl hatte den Architekten Bernhard Fingerle (Egenhofen) nach Arnschwang geholt, um von seiner Umsetzung und seinen praktischen Erfahrungen zu berichten.

Der Referent erläuterte eingangs die rechtlichen Vorgaben bei Sanierungen und Neubauten aufgrund von Energiekrise, Klimawandel und Umweltverschmutzung. Die EU-Gebäuderichtlinie werde seit 2002 immer wieder verschärft und in nationales Recht umgesetzt, doe EU-Gebäuderichtlinie 2010 sei derzeit in Deutschland noch nicht vollzogen. Die Verabschiedung eines Gebäude-Energie-Gesetztes verzögere sich seit Jahren. Es gelte aber bereits die EU-Gebäuderichtlinie 2018. Entscheidend sei es, den derzeitigen Gebäudebestand auf ein energieeffizientes Niveau zu bringen, um das Klimaschutzziel 2050 zu erreichen.

Bei Sanierungsprojekten ist laut Fingerle die Entscheidung „Sanierung oder Abriss“ zu treffen. Auch ist zu prüfen, ob eine Effizienzsteigerung auf Neubauniveau möglich ist. Hierzu stellte der Referent ein Projekt vor: 2007 hat er drei Gebäude eines ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens erworben und diese saniert. Der Architekt erläuterte die optimale, lückenlose Dämmung der Gebäudehülle unter der Bodenplatte sowie über die Fundamente und Fassade hinaus, bis zum Sichtdachstuhl mit Aufsparren-Dämmung. Luftwechsel des Gebäudes mit Wärmerückgewinnung waren weitere Aspekte, auch der Einbau von Flächenheizsystemen mit niedriger Vorlauftemperatur. Umgesetzt wurde nach Fingerles Worten die Vorgabe Plusenergiegebäude des Wohnhauses mit Passivhaus-Standard. Vor dem Wohnhaus wurde auf der gesamten Länge ein Kellerraum für die gesamte Energieversorgung und Gebäude-Technik der drei Gebäude erstellt. Weiter wurden drei Regenwasser-Zisternen zur Grauwasser-Nutzung vergraben.

Jede der vier Wohnungen wird laut Fingerle durch eine separate Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung mit Frischluft versorgt. Eine Luft-Wärmepumpe speist eine Wohnungs-Anschlussstation mit Hilfe derer die Wärme zur Fußbodenheizung und zur Warmwasserversorgung aufgeteilt wird. Mit einem elektronischen Durchlauferhitzer wird die Wassertemperatur angehoben. Die Steuerung der Energieversorgung erfolgt mit einer frei programmierbaren Regelung. Auf dem Wohnhaus und auf dem kleinen Gebäude, das als Architekturbüro umgebaut wurde, sind PV-Anlagen installiert, von denen derzeit ein Stromüberschuss von ca. 6100 kWh/a anfällt. Die Sanierungskosten belaufen sich auf etwa 1700 Euro pro Quadratmeter.

Mit vielen Detailfotos war die Präsentation sehr anschaulich gestaltet. Hans Christl und Matthias Wiedemann bedankten sich anschließend bei dem Referenten.

Energiewende

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht