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Brand

Brand: Technischer Defekt war Ursache

Heftige Windböen machten aus dem Dachgeschoss eines Hauses in Rissing innerhalb von Minuten eine Gluthölle.
Von Johannes Schiedermeier

Großeinsatz für die Feuerwehren im Chamer Stadtteil Rissing: Dort stand ein Wohnhaus in Vollbrand. Fotos: Schiedermeier

Cham.Der erste Zeuge sieht im Vorbeifahren nur eine dünne Rauchfahne zwischen den Kaminen des Anwesens Rissing 36. Um 15.18 Uhr löst sein Anruf Alarm bei der Feuerwehr aus. Als Kreisbrandinspektor Marco Greil in Rissing eintrifft, durchschlagen die ersten Flammen die Dachhaut. Bereits kurze Zeit später ist die Hitze im Dachstuhl so groß, dass die Fensterscheiben platzen.

Die 90-jährige Großmutter und die 16-jährige Enkeltochter des Brandleiders haben das Haus bereits verlassen, als der Rettungsdienst eintrifft. Das Feuer wird an diesem Tag keinen Verletzten fordern. Am Ende aber wird die Polizei feststellen, dass 250 000 Euro Schaden entstanden sind. Brandfahnder der Kripo Regensburg haben am Freitag die Brandstelle besichtigt. Den ersten Ermittlungen zufolge ergaben sich bislang keine Hinweise auf eine Brandstiftung. Als Ursache des Brandes wird derzeit von einem technischen Defekt ausgegangen.

Einen schweren Einsatz hatte die Feuerwehr in Rissing.
Einen schweren Einsatz hatte die Feuerwehr in Rissing. Foto: si

Das Haus ist unbewohnbar. Die Brandleiderin steht fassungslos vor dem Brand und erzählt: „Wir wissen nicht, was passiert ist. Die Oma ist der Tochter entgegengekommen und hat gerufen: Schnell, bei uns brennt’s. Ich war gerade Äpfel holen und habe dann den Anruf gekriegt, dass ich schnell heimkommen soll. Da war es aber längst zu spät.“ Die Familie wird einstweilen bei der Verwandtschaft unterkommen. Auch die Nachbarn bieten vor Ort spontan Hilfe an. Was nicht verbrannt ist, ist verraucht oder trieft vom Löschwasser.

Im Chamer Stadtteil Rissing stand ein Wohnhaus in Vollbrand. Video: Martin Kellermeier

19 Feuerwehren sind alarmiert und vollbringen innerhalb kürzester Zeit eine logistische Meisterleistung. Sie legen zwei 500 Meter lange Schlauchleitungen zu einem Löschweiher unterhalb Rissing. Dazu eine Leitung zu einer 250 Meter entfernten Zisterne und zum Hydranten. 1,5 Kilometer Schlauch insgesamt. Das erweist sich als dringend nötig, weil die heftigen Windböen bis gegen 16 Uhr das Feuer aus allen Ritzen des Dachstuhls schlagen lassen.

Atemschutzträger brechen durch das Glas der Balkontüren zum Innenangriff durch, weil die offene Treppe weggebrannt ist. Weitere Trupps steigen auf das Dach, werfen Hunderte von Ziegeln herunter, decken immer neue Glutnester auf und löschen sie ab. Nach gut einer Dreiviertelstunde geht dem Feuer die Luft aus. Wegen der Windes, der auf dieser Anhöhe immer bläst, wurde die ganze Nacht eine Feuerwache aufgestellt, sagt der stellvertretende Kreisbrandrat Michael Stahl, bevor die Feuerwehr gegen 17 Uhr einen Großteil ihrer Kräfte abzieht.

Die Polizeiinspektion Cham führt weitere Ermittlungen zur Brandursache durch.

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